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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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rot 1243

von Rotberg zu Rotelsdorff, Ritter, wurde an. irr?, nebstseinen vettern Johannsen und Wernher von Rotberg, auch Rit-tern, von GrafTheobalden von Pfürbt mit dem dorffe Rotels»dorff, dem kirchen-satz allda und darzu gehörigen rechten beleh-net , wie das hierüber errichtete belehnungs-instrument, so an-noch in original bey des stammes lehen-archiv aufbehalten wird,mit mchrerm ausweiset, desgleichen auch an. izo;. Hansund Wernher vor Rotberg gcbrüdere, von Tbeobald, und Ul-rich Grafen von Pfürdl vatler und söhne, init den nemlichen le-hrn. An. 1258. sind die Edlen von Notberg bey der Ritter -schafft zu Basel in sonderbarem ansehen gestanden, als der Adelsich in zwey theile oder gesellschafften gesondert: Ihrer viele sindbey den turnicren erschienen. An. i;o8. wurde Wernher vonRotberq, als dieser in der damaligen febde des Bistbosss vonBafel Othons von Granfe wider Kayfer Albrechten die Bi-schöffliche partey hielte, von des Kaysers kriegs-volck aufdemschlösse Fürstenstein an dem Blowen belagert, und hielte sich solange, bis die belagerung wegen des Kavfers bey Bruck erfolg-tcm todes - fall wiederum aufgehoben wurde. An. 1,40. lebteJacob von Rotlberg. An. i;66. unterschriebe Arnold vonRottberg , als Rathsherr, die sogenannte handveste vom min.dern Bafel, welches ein damals zwischen dieser stadt und demBaselifchen Bischoffe Johann von Vienne errichteter vergleichist; und an. i;8S. wurden Wernher Cuntzmann und Lutzmannvon Rolberg, mit Hertzog Lupold von Oesterreich, in der zuSempach mit den Eydgenossen gehaltenen fchlacht, auf derwahlstatt erschlagen; derer nahmen, schild, und Helm, inder daselbst erbauten capelle angemahlet zu sehen seynd. Vorzeiten haben die Edlen von Rotberg auch das bürger - recht zuSolothurn besessen, dessen sie heutigen tages annoch würckljchzu Basel geniessen. Bernhard Hertzog in seiner Ellasser - chro-nick zehlet dieselbe auch unter die ehemalige Reichs - Erb-Schen-cken. Seit an. 1467. bis auf gegenwärtige zeit, besitzen undverwalten sie erb-lehens-weise, das Erb-Küchenmeister-amt beydem Hoch-Stift von Basel . Sonsten hat sich der gantze stamm,seit dem er die Herrschafft Rotberq , und die innen gehabte un-mittelbare sogenannte sieben freye Reichs-dörfer, neben anderndaselbst besessenen Herrlichkeiten verlassen, und verändert, indas Reich und Breißgau gezogen , allwo sie seit an. 1417. diedörfer Bamlach, und Rheinweiler , als immediate Reichs-lehen besitzen, und sich seithero i» verschiedene stellen, undlehens-sitze, als zu Bamlach, Rheinwciler, Wenzweiler,und Hertingen ausgetheilet. An. i;8*. war Hemmann vonder Ritlerschafft Bürgermeister zu Basel . Desgleichen Lud-mann an. 1409. und an. 1414- Catharmä Hertzogin von Bur­ gund Pfleger , und Vogt zu Altkirch im Sundgau. An. 144z.Arnold, und an. 1449. Bernhard beyde Bürgermeister vonder Rilterschafft zu Basel : welcher letztere auch Hauptmannvon zwey lantzen, und nebst vier andern Reichs - lehen - lenthe»,als Gesandter nahmens der Rilterschafft, und stadt Basel , aufKönig Friedrichs crönunq zu Rom gewesen. An. 14^1. wur-de des hohen Stifts Basel L'-mcmicus und Dom-Dechant, Ar-nold von Rotberq, einmüthiglich zum Bischoff erwehlet, des-sen an. 14; 8- ersolqtes absterben, durch ein öffentliches qrab-mahl, in dem Münster zu Basel beklaget wird. Seine schwe-ster Sophia von Rotberg, war eine mit - stifterin des Carthäu-ser - und St. Magdalenen Frauen - klosters zu Basel , auchpatronin des St. Catharinen-altars in Rotelsdorf. Heinrich,und Adelberq waren Dom - Herren zu Basel , und wurde dieserletztere gleichsam in dem letzten augenblicke seines lebens zumBlßthuin vorgeschlagen , aber wegen seinem noch vor geendig-ter wähl erfolgten todes - fall nicht bestätiget. An. 1509. warJacob von Rotberg, Ritter, Baden - Durlachischer Landvogtzu Rötteln , und an. Wolf Sigmund Ertz - Hertzoqlich-Oesterreichischer Lands - Hauptmann der vier Waldstädte amRhein , und Oder-Vogt zu Lauffenburg ; an. 1610. Jacobvon Rotberg, Marqgräflich - Baden - Durlachischer General-Forstmeister der gesamten obern Marggrafschafft. An. 1630.Friedrich von Rotberg, Rittmeister unter Schweden , starb zuStaden . An. 1640. Jacob von Rolberg, Kayserlicher Ritt-meister , nachqehends Marggräflich-Durlachifcher Forstmeisterder Herrschafft Rötteln. An. 1660. Johann Jacob Christophvon Rvtberg, auch Forstmeister allda , und Ober - Jäger-meister zu Durlach . An. 1670. Christoph Daniel von Rot-berq, Bischöfflich-Baselischer Jägermeister. An. 1680. FrantzJv'eph Florian, und Frantz Bcath Christoph gcbrüdere, bey-de Teutsch - Ordens - Ritter, und dieser letztere Hanptmann indem Elsaßischen regimente. An. 1690. Jacob Christoph,Marggräflich - Baden - Durlachischer Forstmeister zu Rötteln .An 169s. Johann Wolfgang, und Frantz Daniel, beydeHauvtleuthe, unter Kreis-Baden. An. 1697. Georg JacobChristoph von Rotberq , Baden-Durlachischer Hof-Rath, undHofmeister . Frantz Adam, und Friedrich gcbrüdere z» Hertin­ gen , Cammer-Junckcre daselbsten. An. 1720. Leopold Mel-chior von Rotberg, HessemCasselifcher geheimerLegalions-Rath,und abgeschickter Minister an den Königlich - Polnischen Hofan 172'. war ehedeffen Hof - Rath und Hofmeister bey Baden- Durlach ; an. 1714. geheimer Rath und Obcr-Hof-Marschallallda, und an. 1718. Abgesandter von diesem HochfürstlichenHause, bey den Chur - Bayerisch - und Chur - PfältzisthenHöfen; an. 1728. war er Hessen - Casselischer Lnvo^e exrraor-dinaire bey der Evangelischen Eydgenoßschaffl. An. 1721. Jo-hann Christoph Reinhard, Hertzvglich - Wurtembergischer

Cammer - Juncker und Forstmeister zu Anrach. Uri>is.chron. Basil. p. 19. & 242. Ha>her. theatr. Solod. P. II.p 408·Baßleasacra , & Docum. Famil. *

^otenberg, eine ehemalige vestung und schloß drey Meilenvon Nürnberg auf einem ziemlich hohen berge gelegen. Siewar rund umher mit einem graben umgeben , und das schloßselbst von den übrigen mit zwey runden bastenen und einem wallbcvestiqtcn gedäuden durch einen breite» graben abgc»chnlltcn.Das schloß, weiches das hintere genennet worden , präseulirleem irregulaires sünfcck, und ward ausser graben und maurcnvon vier runden thürnen vertheidiget. In dem schlöffe selbststund nebst den Wohnungen der Ganerben , denen das schloßschon lange zeit gehöret, die schloß - kirche und etliche gewvl-der und pserde- stalle. Man findet in dem XIII. soculo, daßgewisse Herren hiervon den tttul gcführet, und das Haus vonden Burggrafen zu Nürnberg zur lehn getragen. Diese lchn-schafft hat Kayfer Carl IV. durch kauf an sich gebracht, vondessen söhne Wenceslao das schloß und städtlein nebst der capelleden Psaltzgrafe» am Rhein verliehen worden. An. 1478. aberhat Otto, Psaltzgraf beym Rhein und Hertzog in Bayern , dasvördere schloß sinnt dem damals abgebrannten städtlein , wel-ches man hernach die alte stadt genennet, neben dem marckEchneilach an 46. Fräncklsche Ritter und alle deren Mit-Gan»erben, mit allen perliiientzten, ober - und nieder - bormaßig,'keilen, dem blut- dann , Cent-und Fralß-Obrigkeit, auchhohen und niedern wildbahn verkauffet, und »n asler lehn ver-liehen, doch mit vorbehält gewisser stücke. Das Hintere schloßhaben die Ganerben zum halben theil von Conrad Schottenkäuflich an sich gebracht, und an. ^09 kam auch der anderetheil vom Hintern schlöffe an gedachte Ganerben , worüber sievon Chur - z faltz belehnet worden. Doch h erinnen ist den Gan-erden von dem ersten Churfürsten in Bayern , Maximilian»,grosser einqriff geschehe» , dahero sie endlich sich acnöwiget be-funden , alles miteinander an Chur-Bayern vor 200000. gül,den zu verhandeln, wicwol ihnen nachgchends 3,000. güldenabgebrochen worden. In dein Spanischen succetzions - kriegehat sich Chur -Banrrn dieser vestung zu grossem Vortheil bedient,weswegen der Fränckische Kreis sie an. ,70;. eingeschlossen,und noch in demselben iahre zur Übergabe genöthiqet, woraufsie qeschleifet, und von dem Kayfer Josephs an die statt Nürn­ berg vor die aufgewandten kriegs - Unkosten und gegen erlcguna$0000. Reichsthaler überlassen worden. Allein der Churfürstzu Pfaltz suchte sie, wegen des rückfalls der übrigen lande vonder Bayerischen Pfaltz, zu reductren, und ließ sie an. 1710. mitseinen völckern besetzen. Durch den an. 1714. zu Rasradt ge-schlossenen frieden ist sie wieder an das Haus Bayern gekom-men. MnOerus , in pecul. disput. Hamburgische remar-quen, ad an. 1704. p. 3;. seqq.

Kotcnburg, lal. Rotenburgum ad Tubarim , ist eine an-sehnliche Reichs-stadt m Franckenlanb, an dem Tauber-flusse ge-legen , welche ihre erbauung von an. 5,4. herschreivet, wie-wol die bürg fast hundert jähr vorherv von dem Hertzoge Pha-ramund in Francken soll aufgerichlek worden seyn. Nach diesemwar sie das Haupt einer besondern Grafschafft, und als deren be-sitzer, so von den allen Hertzvgen in Fravcken herstammten, undsich Grafen von Rotenburg an der Tauber schrieben , unter deckKayströ Henrici IV. regierung erblos abgiengcn, kam sie andas Reich, da denn der Kayfer Heinrich V. solche nebst demHertzoglhum Francken seiner schwester söhn, Hertzog Conra-do III. in Vchwaben , geschenckel, dahero sich sein söhn Her-tzog Friedrich den titul eines Hertzogs von Rotenburg gebenlassen. Nach dessen an. n68. erfolgten, absterben soll KayferFriedrich I. das Hertzogthum Francken dem Bischoffe zuWürtzburq geschenckel haben, gleichwie er die stadt und Graf-schafft Rotenburg an. ,172. in die Reichs - sreyheit gesetzet.Docv verordnete er zu gleicher zeit die Burggrafen, als Kay-scrliche Anwäldeund Land-Richter dahin , die aber an. i;?r.auf anhalte» der stadt von dem Kayfer Carolo IV. wieder ab-geschafft worden. Unter den gedäuden sind die Pfarr-kirche,sonderlich aber das Rathhaus, sehens - würdig. Über demist zu bemercken, daß ein wasser über einen berg auf denklingen - thurn geleitet, und von bar zu der einwohner noth-burst gebraucht wird, weil man sonst ehemals Mangel angutem krinck-wasser gelitten. Was die begebenheiten der stadtanbelrifk , so setzte sich selbige an. 1406. durch erbauung ihrerlandwehr, in grosse gefahr, und wurde von Burggraf Frie.drichen zu Nürnberg belagert, auch an. 1408. gar in die achterkläret. Worauf gedachter Burggraf, welcher von der vor-hergehenden belagerung , auf Kayfer Ruprechts ermähnen, ab-gestanden , benebst dem Bischoff Johann zu Würtzburq in dieRotenburgische landwehr eingefallen , und die darin» befindli.che schlösser Hartenburg, Gammersfeld , Lichtenthal, Hap-pellsheim und Endsee geschletfet. Nach diesem ist die stadtselbsten an. r;z2. von Marggraf Aldrechten erobert worden;gleichwie sie sich an. ,ü;i. an die Schweden , und noch ineben demselben jähre an die Kaylerltchen, i» dem folgendenabermals an die Schweden , und denn aufs neue an die Kayfer»lichen, endlich aber an. 164z. an die Franzosen ergeben müs-sen. Bey dem an. >688. erfolgteneinbruche der Franzosen wi-derstünde sie deren anforderung , und ließ sich durch keinegcwalt zu der contribution zwingen. Was die regiments-sorin betrift, so scheinel anfangs der ttacus pollcicus demo-M m m m m 4 cratifch