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erotisch zu seyn, indem nicht nur fremde und die aus der gemein-de in den Rath gelangen können, sondern auch der äussere Rath,so aus 40. Personen bestehet, und die gantze stadt repräsentiret,die vornehmster ämter, als der Bürgermeister, Einnehmer, Bau,Herren, und dergleichen erwehlet und verordnet, wie auch selbstdie amts - Pflicht von ihnen annimmt. Weil aber doch dashauptsächlichste bey dem innern Rath beruhet, und bey erweh.jung der Rathsherren, Pfleger, Steurer, rc. fürnemlich aufgemüths - gaaben und geschicklichkeit, auch die ehrbaren fa-milren, gesehen wird, Über dem die Bürgermeister und Raths«Herren in der regierung von einem Halden ,ahr zum andern nurwechseln , die einmal erlangte ehre aber nur mit dem leben able-gen , und dem pöbel von den wichtigsten Staats - fachen wenigcommuniciret wird, so kan man sagen, daß der status aristocra-ticus die pöbels - regierung allerdings mäßige, und dahero einevermischte art entstehe. Aus den 5. Bürgermeistern sind jeker-zeit ihrer zwey Pfleger im kloster und Hospital, und einer ein in-nerer Steurer. Der Rath hat 2. Consulenten, und 2. Richter,deren einer ein Reichs - Rath genennel wird, weil das Retchs-Richter - amt Pfand - weise von alters her bey der stadt stehet.Hierüber sind noch 16. Rathsherren , unter denen ein innererBaumeister, ein Wilddahns - Herr, Vormundschafft - Herr, rc.Bey dem regiments - Wechsel wehlel der äussere Rath den in-nern, und dieser icnen. Der Rath und die bürgerschafft ist wi-der das Rothweilische Hof - Gericht, und wider den Würtzbur-gischen gülden - zoll an der Tauber und Vordach defreyek. Frem-de, so die Rotenburger jähr - märckte besuchen , geniessen gleich-falls besondere Privilegien. Um die gantze stadt herum rst einschöner getreyd - boden , und ihr gebiethe, so von den Anspachi-schen und Hohenloischen landen umschlossen wird , erstrecket sichaufdie 2. Meilen. He>nuinKus Contrafius , in chron. an. 1052.Munjktus , in cosmograph. Bertius , Comment, rer. Germ.Knipschild. de jure civ. Imp. Merian. topogr. Franc. p. 46.seqq. Lucä Grafen - saal, p.,ro8l. seqq. Pußorius , Franc,rediv. p. $02 seqq. Europäischer Herold P. I. p. 757 -
f An. 942. wurde der zweyte turnier von 538. Helmen in dieserstadt gehalten. Crußus,Y.W. lib. IV. c. 4. BürgermeistersReichs - Adel, p. 166. Nach der alten eintheilung des TeutschenReichs in ()uaternione5 war selbige eine von den 4. bürgen desReichs. Crußus, P. II. lib. V.c. 7. Im einheimischen kriege indem XV. und XVI. sec. wie auch an. I $ 26. hat dieser ort schadengethan und gelitten, ldem, annal. P. in. lib. V. c. 12.lib. VI. c. 1. lib. VII. c. 3· lib. XII. c. 1. Unter den ehe-maligen Grafen von Rotenburg , welche anfänglich von demehemals Taub genannten fluß Tauber, Herren von der Taubengeheisse», wie sie denn auch eine taube mit ausgebreiteten flü,geln auf ihrem wapen - Helm gehabt, hat Meningaud, oderMeginhard, oder Mainguth an. 815. das Benedicttner-klosterSchwartzach am Mayn in Francken, Burckard von an. 1079.bis ic>89. das Benedictiner-kloster zu Comberg oder Comburg ,Heinrich, Burckards brnder, zu anfange des XII. lö-c. dasFranen-kloster St. Aegidli zu Schwäbisch Halle , vor diesemklem Comburg genannt, und denn Graf Heinrich von Ro-tenburg zwey kirchen bey Hall und Limburg erbauet. Crußus,P. II. lib. I. c. 9. lib. VI. c. 6. 8. lib. VII. c. 4. 5. lib. VIII.c. 2. lib. IX. c. 4. P. III. üb. VI. c. 16. Es ist auch daskloster St. Jacob zu Schwäbisch Halle von den ehemaligenGrafen von Kochengow , welche selbiges anfänglich erbauetund besessen, durch heurath an die Grafen von Rotenburg ge-kommen. c-ufius , P. III. lib I. c. 1;. Aus dieser familiefind auch drey Bifthöffe zu Würtzdurg gewesen, nemlich Bern-hard an. 989. bis 99 v Hezelin oder Heinrich an. 99;. bis1018. und Avnhard an. 1088. bis 1104. Zwey genealo-gische tadelten von dieser familie, eine aus Widmann, undeine aus Bruschiv sind bey Crnsio zu finden, P. II. lib. VII.c. 4. welcher auch den Schwäbischen Hertzog Friedrich hinund her einen Hertzog von Rotenburg nennet. M. Sttmvceeg.
manuscr.
Rotenburg , eine feine stadt in Nieder - Hessen , nebst ei-nem grossen Amte. Der fluß Fulda theilt sie in die alle undneue stadt. Das allhier befindliche geistliche Stift ist von demLandgrafen Henrico II. an. i;;r. gestiftet, von Phtlippo demältern aber darzu verordnet worden, daß hinführo 20. abgeleb-te unvermögliche Pfarrherren darinn sollten unterhalten wer-den. Weil aber einem jeden nur in die 60. gülden gereichetwurden, so hat Landgraf Wilhelm IV. an. 1574. gedachte 20.Pfründen mit 300. gülden an geid und vielem getreyde verbessert.Das schloß hat letzt - gedachter Landgraffast gantz erneuert, undmit einer kostbaren marmorsteinernen kirche versehen. Der saaldarinn ist von einer ansehnlichen länge, allwo man alle demFürstenthum Hessen zugehöriger und demselben zu lehn gehen-der Grafen, Edelleuthe und städte wapen in ihrer ordnung fin-det. Auf diesem schlösse nahm der Landgraf Wilhelm, ein söhnErnesti zu Hessen - Rheinfels, seine residentz , und weil er mitseinem bruder Carolo zu Wanfried gemeinschafftlich regierte, solegte er hier zu solcher regierung eine Cantzley an. Topogr.
Jiaßa , p. 68.
Rotenburg , eine kleine stadt in Schwaben , in der Graf -schafft Hochderg, eine meile von Tübingen , dem Hause Oester-reich gehörig. Der Necker sondert sie in 2. theile ab, deren dereine den nahmen Rotenburg behält, und ein schloß hat, derandere aber Ehingen genennet wird. Vor alters hieß sie Land-
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furth aus der Alb, und ward an. u ia. durch ein erbeben verder-bet, an. 1271. aber durch die Grafen von Hohenberg wieder er.bauet. Nicht weit davon entspringet beym dorfe Niedernau ln dem Rotenburger-that ein berühmter sauerbrunnen.
t Es hieß vor dem erdbeben nicht nur Landsurth, sondern auchLandhort und Landscrvn, dessen ersten ansang einige den Römernzuschreiben, weil verschiedene Römische alterlhümmer, als steine,muntzen re. allda theils auf dem felde ausgegraben, theilst an demufer des Neckerü gesunden werde». Oußus , p. 1. üb. V. c. 6.Paralip. c. 14. Zu Crusii zeiten war noch ein kleiner theil der mau.ren von diesem alten Landscrvn oberhalb der jetzigen stadt Ro,tenburg übrig. Crußus, P. II. üb. IX. c. ?. Was den durchein erdbeben geschehenen Untergang und nachmalige wieder,aufbauung des orts betnft, so sind in ansehung der zen d»eMeynungen unterschieden, Massen diese geschichte von einigenzu dem XII. von andern zu dem XIII. s-xc. gerechnet, undins besondere die wiederar,fbauung von Münstero cosmogr.lib. III. c. 335. auf das jähr 1171. von Nauclero hingegenlib. II. generat. 4 3 -, auf daS jähr 1280. folglich über 100.jähr später gesetzt wird, welchen unterschied auch Crusius de-merckt , I'. II. lib. IX. c. 5. coll. lib. XI. c. 6 . lib. XII.c. 18. P. 111 . lib. II. c. 22. lib. III. c. 5. Wenn übrigenswahr ist, was Crusius in der ersten unter diesen angeführtenstellen zugleich meldet, so ist in obigem artickul in den >ahr,zahlen ein fehler. Vor diesem gehörte der ort den Grafen von Hohenberg , von denen er erst nachgehends an Oester reich gekommen. Crußus , P. II. üb. X. c . 4. In dem ei-gentlich sogenannten Rotenburg disseit des Neckers ch ein Car-meliter-kloster, welches Graf Albrecht von Hohenberg an. 1276.gest,stet. ldem , P. 111 . lib. 11 . c. 22. lib. III. c. 2. Ausserdiesem ist auch ein schönes Jesuiter-Lolleginm in diesem theilder stadt. Der jenseitige theil, welcher Ehingen heißt, hakein Stift, zu St. Moritz genannt , welches an. mo. vonGraf Rudolph von Hohenberg, und seinen söhnen Albrecht,nachmaligen, Bischoffe zn Freysingen, Rudolph und Hugo,für einen Probst und zwölf Ganonicos gestiftet worden. lu,w,P. III. lib. XII. c. 37. Paralip. c. 5. An. 1349. soll sich derRömische Kayser Carolus IV. in dieser stadt mit einem Rit-ter von Stein, unter dem angenommenen nahmen AlbrechtSchillers von Rechberg geschlagen haben. ldem, P. 111 . lib. V.c. 2. An. 13s7. wurde selbige nebst einigen andern Hohen-bergischen orten von Grafen Eberhard von Würtemderg ein.genommen , aber bald wieder abgetreten. P. 111 . üb. V. c.;.An. 1410. wurde sie von Ernst und Friedrich von Oestcr-reich für ein gewisses stück gelbes an einige SchwäbischeReichs-städte versetzt; wie sie denn auch einmal nebst Horb anUlm gekominen, nachgehends aber von Oesterreich wiederausgelöset worden. Um die mitte des XV. soc. hat die Pfaltz.gräsin Mechthildis, Graf Ludwigs von Würtemderg hinter-lassene wiltib, und des ersten Würtembergischen HertzogsEbcrhardi Barbari mutter, nach ihrer Vermählung mit Her-tzog Albrecht vsn Oesterreich in Rotenburg residirt, allwo sieauch einmal von Kayser Friedrich, ermeldten Albrechts drü-ber , und andern Fürsten besucht worden. Hertzog Albrechtselbst hat sich eine zeiklang allda aufgehalten. An. 16; j. den6. fedr. ist diese stadt von Schwäbisch - und Würtembergischenvölckern besetzt worden, würtemb. Epbemerid « , p. ur.An. 1644. und ,73c. hat dieser ort grossen brand erlitten.M· Steinvoeeg. manuscr.
Rotenburg , eine kleine stadt in dem Fürstenthum Verden,allwo ein wohldewahrtes schloß, welches der36. Bischofs zuVerben,Nicolaus, so an. 1334. gestorben, bevcstigen lassen. Der13. Bischofs nach ihm Berthoidus hat die stadt stlbsten mit tie-fen grüben und vesten mauren versehen. In dem dreißigjähri-gen kriege wurde dieser ort zu verschiedenen malen emgenom-Men. Topogr. IVeßphalia.
Rotenburg , ist ein in dem Canton Lucern gelegenes stätt-lcin und schlvsi , welches ehemals der sitz der Grasen gleickesnahmens gewesen, welche zu des Kaystrs Fridcrici II. zeitenausgestorbcn, und die Grafschafft an das Haus Habsburg über-lassen, dem seidige die Lucerner an. 138c. abgenommen, und fettdem durch einen Landvogt regieren lassen.
Rotenbura, Ratenberg, eine stadt und Herrschafft, nebsteinem schlösse, in Tnrol, in dem sogenannten Jnnthale, gelegen.Die Bayern eroberten sie an. 1703. mit accvrd, konnten'sic abernicht lange behaupten. Vor zeiten hat sie den Freyherren vonKältern gehöret. Siehe Rattern.
R otenburg, siehe Relbra.
Rotenburg , ein städtlein und schloß oder marckt-.flecken inder Oder - Lausitz , an der Neisse, ;. meilen von Görlitz , undeben so weit von dem städtlein Moßka. Es stehet einem Gör-litzischen bürger und Handelsmann zu , und gehören zu diesemguthe auch noch einige dörfer. Beym anfange des XVII. so-culi gehörte dieser ort einem von Nostitz. An. ,611. hat ihneiner von Rechenberg , Königs Matthiä II. Rath , in besitz ge-habt, aber an. 1640. stund er unter dem adelichen gcschlechtevon Saltza, hernachmals besassen den ort wieder die Nostitze,darnach die Grafen von Hohbcrg auf Fürstenstein in Schle-sien ; von denen ihn mit Landes - Herrlicher genehmhaltungGottfried Schneider, berühmter bürger und Handelsmann inGörlitz , erb - und käuflich an sich gebracht. Grossers Lausitzl-fche merckwürdigkciten.