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Koteiibui‘3, ein altes adeliches geschlecht in Schlesien undtn der Nieder - Laußnitz, welches seine ankunft von dem abgestor«denen Ritterlichen geschlechte derer von Rotenburg aus Tyrolhaben soll; wiewol jedoch der zusammenhang in ansehung derlänge der zeit nicht klar kan gefunden werden; auch im übrigen,wie sthon aus den vorhergehenden arltckuln erhellet, vor altersnoch andere berühmte Gräflich - und Frevherrliche geschlechterdieses nahmens floriret haben. Der erste Rotendurg, besten inSchlesischen Urkunden Meldung geschiehet, ist Thimo, welchenDietrich Abt zu Sagan in einem brief, den er an. 13??. derstadt Sommerfeld gegeben, als zeugen anziehet. Heinrich wirdin einem andern jnstrument von an. 1*7*. ebenfalls der stadtSommerfeld zugehörig , vermeldet. Conrads von Rotendurgwirb gedacht in einer Urkunde, datirt zu Crossen, an. 1383. undkurtz darauf in einem andern an. 1386. so Hertzog Heinrich inSchlesien, Herr zu Sagan und Crossen, wegen des saltz- Han-dels , in letzt - bemeldter stadt, und des ihm davon gebührendenzolls aufgerichtet, Petschen oder Peters von Rotenburg. An.i3?i> empfiengen Nicolaus und Heinrich von Rotendurg ge-drudere einen annvch in den Archiven des Hauses vorhandeneniehen, brief über das guth Belko, als ihrer Mutter leib - geding,von Olt von Kitlitz, der zeit Vogt in der Laußnitz , für Marg-graf Iohannsen von Brandenburg und Laußnitz , auch Hertzo-gen von Görlitz . An. 1,97. 98. 99. findet sich wieder ein Con,rad von Rotenburg , vielleicht eine person mit dem droben ausdem jähre 1383. angezogenen , als ein ansehnlicher zeuge genen-net, in 3. Urkunden Hertzog Ruprechts von Ltegnitz, die ersteum die von Rabenau mit dem dorfe Briesenitz zu belehnen, dieandere der stadt Sommerfeld rechte zu Guben zu bestätigen, unddie dritte, wegen verkauf eines gewissen jährlichen zinses zu Cros,sen. Von an. 1400. hat man beweis , daß einige von Rvten-burg eine bürg - lehn im forst auf der Neustatt inne gehabt, essoll aber dieselbe linie kurtz hernach ausgestorben seyn. An.141z. zöge mit Hertzog Albrecht aus Schlesien auf dasConci-Ilum zu Costantz ein Christoffer von Rotenburg; ist vielleicht dernemliche, so nachmals an. 1418. von beyden Hertzogcn zu Glo-gau Heinrich dem ältern und Heinrich dem jünger»» in einemgemeinsamlichen Instrument denen von Grünenberg zu bestäti-gung einer unter ihnen gemachten willkühr gegeben , für einenzeugen gebraucht worden. An. 1416. studirle Nicolaus vonRotenburg aus Crossen aufder Universität Leipzig. An. 1436.erschiene einer von Rotenburg auf dem turntet zu Stuttgard,welches auf das beylager Grafen Ulrichs von Würtemberg undMümpelgard allda gehalten ward. An. 1449. diente Casparvon Rotenburg, als zeuge in einer Urkunde, so Hertzog Heinrichiu Schlesien der stadt Crossen wegen dem dasigen badstuden-rechtertheilet. Von diesem lasset sich die richtige stamni - reihe die-ses Hauses oder wenigst der zweyen ansehnlichsten linie» davonanfangen. Er hatte vier söhne, 1.) Siegmunden, welcher an.,476. und 77. in der fehde, die zwischen Churfürst Albrecht inSachsen , und Hertzog Johann von Sagan in Schlesien, wegendes Hertzogthums Crossen entstanden, des erster» partey hielte,und sein Hauptmann im schloß zu Freystadt gewesen , aus wel-cher Ursache ihm Hertzog Johann sein eigen schloß Beütnitz ein.nahm, und in die asche legte. Er war auch BrandenburgischerRath und Vogt zu Sommerfeld, erkaufte an. 1486. von HansScholtzen, Bürgermeistern in Sommerfeld , ein vorwerck aufder Hickow, an. 1487. aber von König Matthia in Ungarn undBöhmen , für 2400. Rheinische gülden die gülher Welmenitz ,Gehren und Hermswalde; an. 1496. hatte er mit seinen an-thcil an dem unglücklichen brand zu Sommerfeld, und wird ineben diesem jähre über feine obige ämter noch als Hauptmannzu Cotbus vermeldet. Aus mehrern theils fchriftlichen instru»menten, theils anzügen des stadt - buchs zu Sommerfeld erwei-set sichs, daß dieser Herr und gemeiner stamm - vatter aller heu-tigen Herren von Rotenburg noch an. 1506. im leben gewesen.Seine brüder waren 2.) Opitz von Rotenburg, der, wie esscheinet, ohne nachlassenschasst verstorben. 3.) Donatus vonRotenburg in Sommerfeld , dessen söhnen Johannis, Chri-stophs undPeters in einer Urkunde des jahrs 1492. gedacht wird,aber ohne daß hernach deren nachkommende in ein gewisseseschlecht - register zu bringen sind. 4. ) Kvrsten von Roten-urg aufPrybus, von dessen stamm - nachfolge auch nichts si-cheres zu vermelden ist. Bleibet also aus allen Sigmund dereinige, so den stamm fortgepffantzet. Er hatte mit Anna vonGrünenberg auf Zetitz fünf söhne, aus denen Sigmundcn ,Frantzen» Amtmann zu Sommerfeld, und Sebastian , welcherletztere noch an. 1544. Verweser zu Crossen war, keine erdenzuqefchrieben werden. Die 2. übrige aber, Nicolaus und Hans,stifteten zwey befondere linien des Hauses Rotenburg, der erstezwar die Beutnitzische, und der andere die Netkauische, oderGehrische. Nicolaus war Hauptmann zu Crossen , ein sehrgelehrter Herr , der eine» netten Lateinischen vers schrieb; erzeugte mit Ursula von Lossen,welche bis an. 1609. gelebt, und indie hundert >ahr alt worden, Christophen von Rotenburg, wel-cher erstlich noch sehr jung der belagerung Metz unter Carolo V.beywohnte, fvlgends sich mit tn der schlacht bey St. Quentinbefände, auch an. 1363. an dem znge in Liefland theil hatte,indessen auch bey Marggraf Hansen von Brandenburg zu Cü-strin anfänglich Page, demnach Cammer - Juncker, und letzt-lich Cämmerer und Stallmeister worden ist, auch nach dessen«bleiben der verwittidlen Marggräfin noch verschiedene iahrezu Cüstrin gedient hat, und an. 139». noch ftrners von Cbur-
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fürst Johann Georgen zu Brandenburg zu seinem Rath,Schloß - Hauptmann und Verwesern des Fürstenthums Cros.sen und Züllichau ernennet worden, um welche er sich durchstiftung vieler guter ordnungen und eine durchgehends sehrrühmliche regicrunq trefltch berühmt gemacht. Er heuralhet«Gertrud von Taubenheim, die ihm folgende kinder gebahr, 1.)Calharmam, vermählet erstlich mit Alexander von Polentz aufTschirnewitz, und das andere mal mit Adolphen von Pannewitzauf Horn und Bagentz. 2.) Hansen, der jung verstorben.
) Sebastian, der zwar von an. 1572. bis 1609. gelebt, aberohne stamm nach sich zu lassen gestorben. 4.) Barbara , ver-heurathet an Sigmund von Niesenmeüschel aufReichenau. ?.)Maria , vermahlet mit ihrem anverwandten Hans Christophvon Rotenburg auf Netko und Gehren . 6.) Gertrud, so Han,sen von Polentz auf Drentzig und Pohla gemahlin worden.
7. ) Ursula, verehlichet mit Hansen von Wiedebach aufBeitsch.
8. ) Nicolaus, so jung todes verbliche». 9 .) Alexander, wel-cher unter allen seinen gebrüdern den stamm allein fortgepflantzthat. Er war gebohren an. 158;. und verstarb wieder an. 16?;.Von seinen zweyen gemahlinnen Elisabeth von Schlichen, undUrsula Martana von Loben auf Tornau , so erst an. 170?. im87. iahre ihres alters todes verblichen, wurden ihm 12. kindergebohren, io. von der ersten, und 2. von der andern. Dienahmen sind folgende: 1.) Christoph, Landcs-Aeltester in Cros-sen , so aber noch vor dem vatter und unverheurathel gestorben.2.) Alexander, Dom - Dechant zu Brandenburg . 3.) HansErnst, so als Cornet im kriege umgekommen. 4.) Adam, derauch Lieutenant im kriege gewesen. ?.) Barbara Sophia, ver-ehlichet an einen von Bornstett. 6. "i Elisabeth, so mit Georgenvon Unruh aufBirndaum getraut worden. 7.) Sebastian, Kö-niglich - Schwedischer Obrist - Lieutenant. 8.) Hans Chri-stoph , der auf einer reife in Franckreich verstarb. 9.) Clara,vermählet mit Abraham von Rabenau. 10.) Gertrud, so un.verheurathel geblieben, 11.) Agnes, welche Sigismunb vonUnruh geheurathet. 12.) Ursula Polyxena, erstlich mit Wolf-gang von Promnitz, und nach dessen lobe mit Antonio vonPanwitz auf Baudach vermählet. 13. ! Nicolaus Friedrich,Oberster zu pferd, und nachmals Marechal de Camp in Fran,zösische» diensten, auch von Ludovico XIV. zum Grafen vonRotendurg ernennet. Aus den bemeldten söhnen haben alleinSebastian und Nicolaus Friedrich stamm nach sich gelassen.Sebastian war gebohren an. 161?. und starb wieder an. 1S74.Mit seiner gemahlin Ursula Catharina von Langen, Die er sichan. 1644. trauen lassen, erzeugte er ausser einigen noch jungverstorbenen töchtern 1.) Alexander, Vice- Verwesern in Croj-sen, auch Königlich - Preußischen Rath, und Landes - Aelte-sten, Erb-Herrn auf Beütnitz, Pommerzig rc. gebohren an.1646. und wiederum todeS verblichen an. 1712. nachdem er sichum das gantze vatterland fürtreflich verdient gemacht, und un-ter andern nur an die kirche zu Beütnitz in die 3000. thaler ver,wendet, sonsten auch die religion und vornemlich das theureWort GOttes inniglich geliebet, wovon seine fleißige lesüngder Bibel eine probe abgeben kan , welche er auf die vierzig malzu ende gebracht hat. Er hat von seiner ersten gemahlin LuciaMargaretha von Burgsdorff zwar 3. kinder gesehen, CatharinaHedwig, Lucia Charlotta, und Joachim Wilhelm, die aberalle noch vor dem vatter, die 2. tochter zwar noch in der wie-gen , der söhn aber im 16. jähre seines alters, als er schon grosseHoffnung von sich gegeben , abgestorben. Die andere gemahlin,Hedwig Sophia von Schapelow» gebahr diesem Herrn garkeine erben ; aus welcher ursach das lehn von Beütnitz an seinenanverwandten GrafConrab Alexander von Rotenburg, König,ltch - Französischen Plenipotentiamim gefallen ist, welcher das-selbe feinem vettern Alexander Rudolphen aus dem Hause Netkbund Gehren verkauffet hat. 2.) Arsswid, Chur- Brandenbur-gischer Lieutenant, starb zu Treptow an. 1676. im 27. jähreseines alters, aber unverhenrathet. 3.) Wilhelm , Herr aufPommerzig , und Rittmeister in Chur - Brandenburgischendiensten, der an. 1701. im? 1. jähre seines alters verstorben,und von seiner gemahlin Anna Margaretha von Sutterheim ei-nen einigen söhn Sebastian Friedrich , und 3. töchter erzielet,wovon der söhn an. 1699. im 17. iahre seines alters noch un-verheurathel gestorben; aus den töchtern aber Catharina Mar-garelha an. 1699. mit Bernharden von Marwitz auf Lehne,Chur , Brandenburaischen Obrist - Wachtmeister, Beata Char-lotta mit Christian David von Sydow, Land-Rath zu Schmar-ckendorff, und Dorothea Christina mit Carl Wilhelm vonTroschke auf Klempzig verehlichet worden. 4.) Hans Chri-stoph, so jung gestorben. ?.) Sebastian Ernst. ü.) Mar-garelha Julian«. 7.) Beata Charlotta, verehlichet mit Chry»sostomo Gurzynski, Jupari von Bydgost. 8.) Anna Doro-thea , eine gemahlin Samuels von Kalkreüt auf Starpel. 9. )Mariana Christina. Der andere von des ersten Alexandri söh-nen , und bruder Sebastiani, welcher ebenfalls stamm nachsich gelassen , und durch feine grosse der Cron Franckreich gelei-stete dienste, in sonderbares ansehen gekommen, auch ein sehrflorissanteö Haus in dem Elsaß gestiftet hat, ist der schon obengemeldte Nicolaus Friedrich, Französischer Oberster über einTeutsches regiment zu Pferde, und fvlgends Man-dial de Camp.Er begab sich noch jung in Französische kriegs - dienste, da ihmGraf Conrad von Rosen , nachmals Marechal de France, mersehunq seines Muths und tüchtigkeit zum kriege gleich anfangseine Officier, stelle in seinem reuterey - regiment gab, von wel-cher