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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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1246 rot

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cher er in kurtzem bis zur Hauptmann-und Obrist-LieutenantS-würde aufstiege, und in den vielen vorgefallenen treffen jewei-len grossen rühm erlanget; wie dann hievon eine probe abgebenmag, daß er in der fchlacht bey Senef 3. pferde unterm leibeverlohren , und doch hernach zu fnsse mit dem degen in ber faustan dem orte, wo das Stockheimifche regimcnt postirel war, indas feindliche regiment eingedrungen , auch den einmal erober-ten platz behauptet, ob ihm fchon von seiner gantzen compaqniezuletzt nur io. reuter übrig geblieben. Die that gefiel dem Prin-tzen von Conde, der solche mit äugen angesehen hatte, so un-vergleichlich wohl, und dieser wußte fie nachdem bey dem Kö-nige dergestalt zu rühmen, daß dieser Monarch aus eigener be,wegung, und ohne das geringste nachwerben von seilen Ro-tenburgs, selbigem deswegen eine jährliche penston zulegte, undzugleich die Herrschafft Burg - Altorff in Teutsch - Lothringen geschencket hat. Er hatte indessen seines Obersten des Grafenvon Rosen älteste lochter Anna Johanna geheurathet, und nachder beförberung seines Herrn schwähers zum Generalat, wegendessen er, vermöge der in Französischen diensten eingeführten ord-nung, sein regiment aufgeben muste, das zuvor gewesene Rosi-sche regiment für sich bekommen, und selbigem den nahmen vonRotenburg beygelegt. Unter denjenigen thaten, wodurch ersich in allen Französischen feldzügen, denen er bis zum Ryßwi-cklschen frieden beygewohnt, ferner sehr grossen rühm bey denFranzosen erworben hat, ist sonderlich zu gedencken , daß er inder fchlacht bey Neerwinde, nach andern an der spitze seines re-giments verrichteten thaten, endlich bey gäntzlicher'zurückwei-chung der Alliirten armer derselben arriere - garde mit seinerbrigade in grosse Unordnung gebracht, selbiger verschiedenestücke abgedrungen , und gar den Englischen General undHertzoq von Orinond an der feite des Königs in Engel-land Wilhelmi mit eigener Hand zum kriegs - gefangenen ge-macht, da es denn nicht schwerer schiene gewesen zu seyn, denKönig selbst gefangen zu nehmen , wo ihn Per Gras von Roten­ burg gekannt hätte; wie dann der Hertzog von Ormond selbstihm darüber gesagt: sie wären in der stunde beyde unglücklichgewesen, Ormond, daß er gefangen worden, und Rotenburg ,daß er nicht, wie er wol hätte können, den König selbst gefan-gen. Aus welcher Ursache Ludovicus XIV. als er den letztemim folgenden winter eben aus diesem anlas dem Könige Jacobound dessen gemahlin präsentirt, sich dabey der werte gebrauchthat: Voila im homme, quiamanque un grand coup : dißist der mann , der eines grossen streichs verfehlet hat, oder beynahem einen grossen streich gethan hätte. Er ward darauf zumMarechal de Camp der Königlichen armem und Grafen vonRotenburg ernennet, ward aber durch die ihm nach der zeit zu-gestossene heftige kranckheiten , sonderlich das podagram von fer-nern feldzügen gehindert, worüber der König in Franckreichzu mehrmalen bezeuget hat, wie er dadurch nicht wenig zu ver-lieren glaubte, mit denen Worten : Xous perdons un tres bonacteun Er verstarb endlich an. 170;. auf seinen güthern imElsaß, welche sehr wichtig , und darunter insonderheit dieHerrschafft Maßmünster befindlich ist, von seiner vorbemeldtengemahlin Anna Johanna von Rosen hinterlassende i.) ConradAlexander, Königlich - Französischen Obersten über ein Teut-sches regiment zu pferde, hernach Marechal de Camp , bevoll-mächtigten Ambaffador auf dem Congreß zu Cambray , undzum zweyten mal Französischen ausserordentlichen Ambaffadoran dem Königlich-Preußischen Hofe, von welchem ein besondererartickul folget, starb zu Paris den 4. april 17;?. Er hat dieHerrschafft Maßmünster, nachdem sie sowol von seinem Herrnvatter, als von ihm selbst mit verschiedenen adelichen und an-dern gar ansehnlichen güthern vermehret worden , dem jetzigenKönige in Franckreich Ludovico XV. aufgetragen, um selbigevon ihm als ein kunkel. lehn zu besitzen, auch darüber von dem-selben gar wichtige Vorrechte erhalten. 2.) Sophia Mariana,so zu Nancy den orden de la Visitation angenommen. 3.) An-na Louise Clara, Stifts - Dame zu Remiremont . 4.) Ma-ria Johanna Catharina, so mit Grafen Nicolao Josepho vonVaudrei St. Remi, aus einem der vornehmsten gefchlechterin Fianclie- Comte . verehlichet worden , aber im 6. jähredieser ehe wieder verstorben. 3.) Fridericum Antonium, derschon im 9. jähre seines alters todes verblichen. 6.) HelenaBeata Carolina , Stifts - Dame zu Remiremont . Was nunden andern äst des Rotenburgischen Hauses, nemlich den Net-kauischen oder Gehrischen betrift, so ist fchon oben vermeldet,daß derselbige von Hansen von Rotenburg auf Netkau und Geh­ ren , einem andern söhn Sigismundi von Rotenburg, und bru,der» Nicolai von Rotenburg, des Urhebers von der Beutnitzi-schen linie Herstamme. Selbiger Hans von Rotenburg aufNet-kau und Gehren , war gebohren an. i?i6. vermählte sich an.m44. mit Anna von Rechenburg auf Wendisch-Bvra undWartendurg, und erzeugte von ihr i.) Hansen < von dem her-nach ; 2.) Annam; 3.) Sigismundum; 4.) Nicolaum, wel-che 3. letztere unverchlichet gestorben ; 9.) N. verheurathet aneinen von Stosch ; und 6.) X. so sich mit einem von Wiede-bach zu Beitsch vermählet. Aus diesen hat also den stammsortgcpflantzt Johannes, Herr auf Netkau und Gehren . Erwar Fürstlich - Würtembergischer Rath und Stallmeister, ver-mählte sich mit Benedicta von Breiten - Landenberg, welcheihm gxbohren 1.) Hans Christophen, derben stamm fortge-pflantzt, 2.) Georgen, der an. 1300. un 16. jähre seines al-ters verstorben,) Barbaram. HanS Christoph, der erste aus

diesen, hatte zur gemahlin seine baas, Maria von RotenburgaufBcutnltz, und erzeugte mit ihr folgende kinder: i.) HanSGeorg, so noch in der wiegen todes verblichen. 2.) Gertrud,vermahlet mit Joachim Friedrich von Rotkirch, Obersten. )

) un < 5 · 4.) Barbara, verheurathetan Friedrich von Wledebach zu Girsdorff hey Sora. 3.) An-na Marra, so Seyfriedens von der Dahm, Land - Haupt-manns, gemahlin worden. 6.) Ursula Benedicta, welche inerster ehe Adam Abrahams von Grünederg aufZetiz, und inder andern Eustachii von Knodelsdorff, auf Teutsch Säger,gemahlin worden. 7.) Mariana, so mit Hans Frantzen vonWledebach getraut. 8.) Eatharina, verehlichet mit Sigmundvon Stoffel zu Leutersdorff. 9.) Alexander, von dem so-gleich. io.) Helena , die Hieronymo von Gablentz aufGeh-ren beygelegt worden. Alexander, der y. aus den oddemeld«ten, zeugte mit 2. gemahlinnen Eva von Unruh und Cathari-na Helena von Keselitz i.) Christoph Georgen, von dem her,nach. 2.) Hans Christophen, der auch stamm nach sich gelas-sen, und 3..) Alexander», so 111119 gestorben. Aus den zweyenersten war Christoph Georg Rittmeister in Kayserlichen die»,sten, verheurathet mit Ursula Catharina von Brmck aus Cur-land, und erzeugte i.) Alexander Ludwig, 2.) Hans Chri-stoph, 3.) Anton Erdman, so alle 3. jung verstorben. 4.)Georg Sebastian , der als Kayserlicher Oberster mit tobe ab-gegangen , und von Susanna Beata von Pein eine einzigetochter gehabt, die an. 1710. mit Ferdinando Sigismundo,Freyherr» von Zeblitz vermählet worden. 3.) Ursula Catha-rina , erstlich verheurathet mit Samuel Adolph von Winter,selb, und fürs ander mal mit Andreas Zychlinskt. 6.) In«liana Charlotta Sophia, vermählet mit X. von Miltiz, Haupt,mann. Hans Christoph, ein bruder von Christoph Georgen,hatte 2. gemahlinnen, Anna Catharina von Gersdorff undSusanna von Nimptsch , wovon die erste ihm neben 2. andernsöhnen, welche noch jung todes verblichen, gebohren hat Ale,xander Rudolvhen , Königlich - Preußischen' Land - Rath jmFnrstenthum Crossen, der sich auch zweymal verheurathet, erst,lich mit Eva Sophia von Falckenhayn, von welcher ihm ge,bohren worden, 1.) Johann Sigmund, gebohren an. 1706.2.) Sophia Charlotta, gebohren an. 1703. 3.) FriedrichRudolph, gebohren an. 1710. 4.) Johanna Fridcrica, ge-bohren an. ,1712. und im zweyten jähre hernach wieder ver,schieben: fürs ander mal mit Agnes Erdmuth von Wotkin, soeine einige tochter, Erdmuth Louise, zur well gebracht, die aberim sechsten monat wieder todes verblichen, hernach aber nocheinen andern söhn und eine tochter, deren tauf-nahmen nichtbekannt. Wie er nach dem tobe Alexandri von Rotenburg,Vice - Verwesers zu Crossen , auch das lehn Beutniz von dessenerben, Grafen Conrad Alexander von Rotenburg erkauft, istschon droben angezeigt, wodurch er dann der einige besitzer allersowol vormaligen Beutnizischen als Netko-und Gehrischenlehn und güther worden ist. Er hat die stadt Rotenburg ander Oder neu angelegt, und befanden sich dessen 2. älteste söhneJohann Sigmund und Friedrich Rudolph an. 1726. auf ihrerreise in Franckreich. Diß ist das geschlecht - register des Hausesvon Rotenburg , so weit man dasseldige aus denen zur Hand be-kommenen schriftlichen berichten hat zusammen bringen kön-nen. Indessen geschiehet da noch verschiedener anderer ansehn-licher Personen dieses nahmens Meldung, welche in ermaog.lung des nöthigen zusammenhangs nicht haben der ordnungnach da hinein können gebracht werden; von welchen man al-so nicht versichert, daß sie mit obigen von einem gleichen stam.men entsprossen seyen ; jedoch selbige nach der gcwohnheit ge,genwärtigen Lexiri nicht mit stillschweigen übergehen soll.An. 1529. wird in der belagerung Wien gedacht Christophs undBalthasars von Rotenburg , sodann Ulrichs von Rotenburg,Obersten unter Ekart von'Reischach und Georgen von Roten-burg , welche sich zu beschützung dieser Vormauer der Christen-heit sehr tapfer gehalten, und vermuthlich alle oder gröstentheils aus diesem Hause sind entsprossen gewesen. An. i;so.gedencken die stadt - bücher zu Sommerfeld eines Frantzen vonRotenburg, so ohne zweifel der oderzehlte bruder der zweyenStifter des Beutnizisch - und Gehrischen astes gewesen ist, undwird derselbe auch von Churfürst Joachim zuBrandendurg in ei,ner Urkunde des jahrs 1336. der gestrenge, und sein Amtmann zuSommerfeld genennet. Eben der verpflichtete sich an. 1340. inder von Marggraf Hansen errichteten muster - ordnung mit6 . Pferden, nemlich einem kürris, 3. spiessen, und 2. schützen imselb zu erscheinen, bey welcher gelegenheit er, wie auch folgendsin andern Urkunden , Ritter und Herr aufLcssel genennet wird.An. 1346. geschiehet Meldung in den Sommerfeldischen-chern eines Melchiors von Rotenburg , wohnhaffl zu Rcschen.Jm jähr 1333. geschiehet Meldung Gcorgcns von Rotenburgtochter, und gemahlin Joachim Berndts zu Crossen. An. 1368.wird in einem vergleich zwischen Hansen von Rotenburg aufNetko und Alexander von Rotenburg auf Leßlaw, auch Lud-wigs von Rotenburg zu Kölpenau gedacht. An. 1609. wirdzugleich Michaels von Rotenburg aufAltforst, Niclausen vonRotenburg zu Merkhe, Melchiors von Rotenburg auch aufMerkhe, und Balthasars von Rotenburg aufAltforst bey derleichen - beschreibung Ulrichs von Biberstein , zu Franckfurtan der Oder gehalten, Meldung gethan. An. i6ig. starb Carlvon Rotenburg auf Schönaich seines alters im 68. iahre. Ineben diesem jähre wohnte zu Reschen St mund von Rotenburg.

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