fischen General von Marazin, nebst dessen Cantzley, in seineHände. An. >707. Haies der Fürst von Lichtcnstcin Carolini«scher linie von den Grafen von Hirsan vor 902000. gülden ge-kauffet. Tromsd. Mercur. hiß.
Koten stein, ein schloß und Herrschafft in Schwaben , imAlgow gelegen , so ehemals die Landgrafen von Stültngen ausPappenheimischen stamme besessen , nach deren adgange es andie von Pappenheim gefallen, mit welchen die Aebte von Kem-pten lange darum gestritten, bis endlich die fache an. 1692.durch einen vergleich beygeleget, und die Pappenheimischen gü-ther im Algöw dem Abt von Kcmptcn vor 65020. gülden über-lassen roor 6 en.;@tei)e;Hetnptett.)ft'/’W.theatr.pnetens.p.? 89 .
Koterdam , Rotterdam , Roterodamum , eine stadt ander Maas , zur rechten Hand , wo der fluß Rote hinein fallet,in Süd-Holland, 3. meilen von Haag, und 2. von Drift.Sie ist nach Amsterdam die wichtigste in Holland wegen ihrergrosse, schönheit, Handlung und reichthum. In Verordnungder städte, so ihre Deputirten zur Versammlung der provintzHolland schicken, ist fie die siebende,, hat einen sehr grossen undsichern Hafen, und gehen viele canäle durch die stadt, welchedie grösten schiffe tragen. Auch hat allhier die Admiralität vonder Maas ihren ordentlichen sitz. Diese stadt ist schon an. 1270.mit mauren umgeben worden, und hat ansehnliche stadt - rech-te erhalten. Sie ist des berühmten Erasmi Roterodami vatter-land , welchem man daselbst zu ehren erstlich eine ansehnliche in«scriptivn an das Haus, allwo er qebohren worden , hingesetzet,demnach das Kollegium, worinn das Latein, Griechisch, unddie Rhetoric gelehret wird, von seinem nahmen benennet, undletztlich auch auf einer brücke eine statue aufgerichtet, so erstlichzwar an. 1549. nur von holtz, nachmals aber an. 1557. vonstein gemachet ward, und als die Spanier selbige im jähr 15 72.weggenommen, setzte man sie nicht allein nach deren austreidungbald wieder hin, sondern verwechselte sie auch an. 1622. gar miteiner sehr wohl gegossenen bild - faule von metall, so ein buch inder Hand haltet. Es finden sich in verschiedenen Holländischenausgaben der bücher Erasmi sehr nette abrisse davon. Guk-ciard. descr. Belgii. Boxbor», theatr. Holl. *
t Die erste bildsäule des Erasmi soll schon in dem mo,nar september an. 1545. bey anlas Philippi, des Caroli V.sohns, als er zu Rotcrdam ankam, ausgerichtet wordenseyn, und in der Hand ein an diesen Printzen gerichtetes La-teinisches qelicht damals gehalten haben. In ansthung derheutigen bildsäule ist folgende mit ihr sich zugetragene bege,benhett merckwürdiq. AIs an. 1672. der pöbel sich in den mei-sten Holländischen städten empörete, empfand die stadt Roter-dam dessen raserey auch einige tage lang; und inner dieserzeit ward die bildsäule Erasmi von dem ungehaltenen pöbel zuvoden geworffen, und darwider, als eine nach dem Papsthumriechende fache, geschmälet. Der Magistrat liesse Erasniumin sicherheit bringen, und beriethe sich, ob man ihn nichtschmeltzen sollte. Kaum halte eine hohe Obrigkeit zu Basel diese begcbenheit vernommen , so beorderte sie einen Baseli,schen kaufman», daß er durch feinen correspondenlen diese dild-säule Erasmi um eine gewisse angesetzte summe gelds er-handeln sollte. Der corresponbenl zu Roterdam fieng an zutractiren, und hätte den Handel geschlossen, wenn ihm nicht ei-ne gewisse summe von Basel aus wäre vorgeschrieben worden,über welche er nicht gehen dorfte. Indem er nun den ver-lauf nach Basel berichtete, und von dar befehl erhielt, zu de.zahlen, was man begehret hätte , erholest sich der Magistratzu Roterdam , und beschloß, die bildlaule Erasmi weder zuverkauffen noch zu schmeltzen , sondern selbige wieder an ihremvorigen orte aufstellen zu lassen. Der kaufmann zu Rvter-dam, welcher diese cvmmißion hatte, lebte annoch in dem monatjulio an. 1699. und hat solches dem berühmten Bayle da-mals mündlich erzehlet , wie dieses in seinem Dictionnaire his.torique, in dem artickul Roterdam zu ersehen ist. Svnstenist auch noch zu gedencken, das, einige kirchen-verjammlungenzu Roterdam sind gehalten worden , als im jähr ,604. wardaselbst der Sud - Holländische 8ynodus versammelt, um diealten beschlüsse wegen unterschreibung des Niederländischenglaudens-dekänntnisscs und Catechismi , die von einigen nochnicht geschehen , von einigen aber gäntzlich verweigert worden,wiederum zu erneuern. Auch ward an. 1641. eine kirchen«Versammlung wider die Reformirten zu Brmien angestellet,darin» dieselben als solche, die daS Arminianische gift in ih-ren kirchen und schulen wieder zum Vorschein gebracht, undviele schädliche glaudens-artickul der Socinianer ausgestreuethakten , verworffen wurden. Bayle.
Kotermunde, eine alte adeliche familie in Pommern , vonwelcher Reinhold um das jähr 149°. ein Mmister Hertzogs Bo-aislai X. gewesen. Heinrich bekleidete bey dem Hertzoge Phi-lippo I. die charge eines Hof-Raths. Casparn verliehe der Her,tzog Philippus Julius die müntz - städte zu Frantzburg ; weilaber solches wider die Reichs - müntz - ordnung lief, so wurdeihm an. 1612. auf dem müntz - probations - tage zu Franckfurtan der Oder das müntzen untersaget. Um die mitte des XVII.fkculi that sich Detlev als Chur - Brandenburgischer Obersterhervor. Micraln Pvmmerland, lib. VI. Mutiert annal. Sax.
* Kotgans , ( Lucaü) ein berühmter Holländischer Poete,war zu Amsterdam an. 1645. aus einer vornehmen familieentsprossen, und ward wegen frühzeitigen absterbens seiner el.
lern von seiner grofi-mutter auserzogen. Nachdem er in denschonen wissenschafften sehr guten gründ geleget, und sonder,lich die alten Poeten sich wohl bekannt gemacht, nahm er an.1672. eme Fahndrichü-stelle an , und bekleidete dieselbe zweyjähr, worauf, er sich entschloß, zu Kromwyck, einem seiner groß.Mutter zugehörigen lust-hause zwischen Amsterdam und Utrecht ,sein leben hinzubringen, und dem studiren in der stille abzu-warten. Alö der friede geschlossen war, that er eine reise nachFrauckreich. Nach seiner zurückkunft heurathete er» behieltaber seine ehesrau nicht lange am leben , und starb endlichselbst in seinem odgedachten lust-hause an. 1710. den nvv.im 66. jähre seines alters. Man hat von ihm das leben Wil,helmi III. Königs von Engelland, in Holländischen Versen, undverschiedene andere getichte, welche letztere an. 1715. zu Leu.warde» zusammen in 4. nebst des Verfassers leben wieder auf-geleget worden. Nicfro» , mein. tom. II.
Koth, siehe Rot.
Kotfy, Rot, oder Rott, eine alte adeliche und nunmehroFreyherrliche familie in Schwaben , welche das Erb - Unter-Truchsessen-amt bey der Abtey Kempten besitzet, und von denenam siusse Noth gelegenen und nunmehro wüsten schlossernOber - unb Hohenroth den nahmen bekommen. Sie ist vondem Patricien - geschlechte zu Ulm , Roth zu Schreckensteingenannt, zu unterscheide». Heinrich von Roth hat sich alsBayerischer Oberster an. 1245. ,n dem kriege wider dieBischöf-fe zu Regenspurg und Passau wohl verhalten. Conradus hatan. 1272. floriret. Von dessen nachkommen besitz Wolfharddas Bißthum Augspura von an. >288. bis izoo.Marquard Ru.dolph, Bischoff zu Costnitz, gieng an. 1704. mit lobe ab. Ru.dolph Dietrich, Herr zu Busmannshausen, Director derSchwäbischen Rilterschafft an der Donau , flvrirle an. 171;.Christophorus Josephus Franciscus, Freyherr von Roth, waran. 17*1. Gouverneur zu Alt-Breysach, nachdem er einigejähre hinter einander Commendant zu Kehl gewesen. Gvan-genbcrgs Adel - fpiegel, P. II. Bucel. stemmat. P. I. Bür-germeister, vom Schwäbischen Reichs - Adel.
f Frantz Petri In 8uev. eccl. p. 892. nennt diese familie diereichste in der Marggrafschafft Burgau . Ihre güther sind Rieden,Busmannshausen, Zchenhausen rc. Bürgermeisters Reichs,Adel, p. 266. welcher auch p. 544. scq. ausser denen obengemeldten Bischöffen zu Augsvurg und Costantz eines Ertz - Bi.schoffs zu Saltzburg, eines Abts zu St. Ulrich in Augspnrg, undeiner Aebtißin zu Edelstetten aus, dieser familie gedenckt. DaSflüßlein Roth, an welchem die schlöffer dieses nahmens lagen, wo»von diese familie den nahmen führt, fließt von mittag gegen Mit-ternacht durch das Fuggerische, zwischen den flüssen Zler und Bi-ber bey dem dorfe Unterwahlen nicht gar weit von dem klosterElchingen in die Donau . Es ist aber auch ein anders flüjssindieses nahmens in Schwaden weiter gegen Mitternacht hin, wel-ches an den nord-ostlichen grentzen von Würtemberg bey demschlösse Beringsweiler entspringt, und in dem Limpurgischenoberhalb Gaildorf in den Kocher fällt. An demselben hat vorzelten auch eine adeliche familie dieses nahmens gewöhnet, wo.von der letzte, nahmens Friedrich , an. 1542. im zuge wider dieTürcken in Ungarn gestorben, dessen güther hernach den Freyher-ren von Limpurg als ein lehen Heimgefallen. Qmsiw , P. II.lib. VII. c. 5. P. III. lib. II. c. 15. M. Steimpeeg. MSct.
* Kotb, oder Rolyius,(Eberhard Rudolph) Rector und Pro.feslönnfWni Ulmischen Gymnasio, war zu Wain in Ulmischerherrschafft, allwo sein vatter damals Prediger war, den 15.November an. 1646. gebohren. Nachdem er erstlich bey sei.nem vatter, und hernach zu Ulm de» gründ seiner studien ge->legt, begab er sich an. 1664. nach Jena , ward auch daselbst imfolgenden jähre Magister, an. 167;. aber Adjunctus der philo.sophischen Facultäk, und that sich während dieser zeit so wohlHerfür, daß er von dem Bosio, dessen angefangene collegin ernachgehends fvrtaesetzet, zu seinem Nachfolger in der Profellionder Historie vorgeschlagen wurde. Weil er aber um eben diesezeit nach Ulm zum Professor der Historie und Conrector desGymnaiii beruffen worden, trat er an. 1674. die letztere stellean, und bekam ein jähr hernach zu der vorigen auch »ochdie Profession der Moral-Philosophie, welche er an. 1690.mit der Profession der Logic verwechselte. Vier jähre hernachward er Rector, und stund solchem amke getreu und nnermü-del vor, bis er endlich alters halben der schul-ardeit nicht mehrabwarten konnte. Er starb also als Rmerirus den 14. novemb.an. 1714. und hinterließ: 1.) Ulstoriam Pragmaricam univer-salem, Ulm 1706. IN 12. 2.) I-ogicam Practioam, ibid. 1694.in 8. z.) Logicam Paulinam, welche mit der vorigen zusam.men gedruckt; 4.) Oilucidariones Lateeberieas in Oietericum;
Pkraleologiam Lurtianam, UlM 1711. in 8. 6.) Pbrafeo-logiam L-efareanam, ibid. 1702. in 8. 7-) cle 8cbolarum pu-bliearum ante privatas Praerogativa, ibid. 170;. in 8- 8-)Leichte und richtige Lateinische Grammarica, ibid. 1710. in 8.9.) Memorabilia , oder auserlesene Denckwürdigkeiten von Eu ropa , ibid. 1719. in 12. 10.) Viele wohl ausgearbeitete oif-sertatkmes , als: a) de spontanea Imperatoris Abdicatione;h~) de coacta Imperatoris Abdicatione; c·) de Attila, Hunno-rum Rege, 3 enct 1679. d) de BelJo Trojano, ibid. 1674· <)de Osiride, Iside, Horo ac Typhone , Diis olim äigyptiis,ibid. 1671. s) de Velamine Gapitis virili, 167). g) de Ju-dieorum Ligamentis preeatoriis in Capite & Brachio, 1674.
h ) de.