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Rotzenhausen , siehe Rathsamhausen.
Aouaut , oder Roualt, eine von den ansehnlichsten famk-lien in Franckreich, welche schon in dem XIII. üeculo florirethat, und sich jetzo in die linie de la Molhe , de la Rouffeliere,und dc Gamaches vertheilet. Joachim von Rouaut, Herrvon GamacheS, erwarb durch seine tapferkeit an. 1461. denMarschall-stab, und ward nach der zeit Marschall von Gama,ches genennet. Er kam an. 1476. in den verdacht einer untreu,weswegen man sich seiner person versicherte, seine güther con-fiscirte, und ihm noch darzu eine strafe von 20000. pfund aufer-legte. ES wurde ihm aber nicht allein diese erlassen, sonderner bekam auch endlich seine güther wieder, und starb an. 1478.Sein ur-enckel gleiches nahmens war einer von den vier Perso-nen, welchen der König Carolus IX. in dem Pariser blut-badean. i q?r. das leben scheuchte, und starb an. i?8i. Dessen en«ckel, Nicolaus Joachimns, Gouverneur von St. Valeri undRue, wie auch Ritter der Königlichen orden, hat zuerst den ti-tul eines Marquis von Gamaches erhalten. Er hinterließ ei-nen söhn, Claudium Johannem Baptistam Hyacinthum Joa,chimum, welcher an. 1696. Ritter des ordens von St.Ludewig,Königl. Feld-Marschall, und Qber-Cammer-Herr des Hertzogsvon Orleans gewesen. Er hieß anfangs Graf von Cajeüx,nach seiner Mutter tode aber an. 170?. nahm er den titul einesMarquis von Gamaches an ( und überließ seinem ältesten söh-ne den titul eines Gmfen von Cajeux. Spat. Tbuan. L'e'tat de
la France.
Jxoubstir, oder Robais, ein kleiner ort in Flandern , an-derthalbe Teutsche Meile von Ryssel, ostwärts, gelegen, welcherdem geschlechte derer von Werchin den Marggrafen-titul zieht,den der König Philippus II. in Spanien an. 1579. erstmals er-theilet hat. *
* )>oubin, ein Französischer Poet, gebürtig von Pont-Sainl-Espril, war anfangs bey dem regiment von Guise Ca-pitain, und hielt sich sonderlich an. iö$8. in Italien wohl.Nachdem er den krieg verlassen, wurde er ein Mitglied derAcademie zu Arles , lind muste dem Könige die adzeichnungeines Obelisci, den man zu Arles gefunden, mit einer redevorstellen, welche dem Könige so wohl gefiel, daß derselbeihn und seine nachkommen in den Adel-stand erhob. Nach die-sem brachte er es dahin , daß die Academie zu Arles mit derFranzösischen Academie verknüpfet wurde, und erhielt zugleichin derselben sitz und stimme. In seinem alter, welches er über8<>. jähr gebracht, gerieth er in schwere schulden, wurde Lusseinem gulhe vertrieben, und starb an. 171;. oder 1716. L-ei-ue poetische wercke sind an. 1716. zu Toulouse unter dem ki-tul: Oeuvres melees de feu JVIr. Roubin , nebst einer beschrei-bung seines lebens zusammen gedruckt worden.
Zsoucy, ist ein ansehnliches qeschlecht in Franckreich. Umdas jähr 96;. lebte Regnalduö, der stamm-vatler der alten Gra-fen von Roucy, die aber in dem dritten glied abgestorben; wor-auf die Grafschafft durch Alir von Roucy an Hilduinum IV.von der familie der Grafen von Arceis und Rameru gekommen,dessen männliche posterität zu ende des XII. feculi erloschen.-Hingegen brachte Eustachia von Roucy diese Grafschafft an ih-ren gemahl Robertum de Pierrepont, so an. 1221. gestorben.Nachdem auch dessen männliche nachkommenschaffl in Rober-to IV. an. i;o2. verdorret, brachte dessen witlwe die Grafschafftan ihren andern aemahl Johannem de Bar. Endlich kam sie-urch Heurath an das geschlecht der Herren von Roye, unterAntonio, Herrn von Roye, so in^dem treffen bey Marignan an.1 * 14. das leben verlohren. Er war aus einem alten geschlech-te entsprossen, davon Nicolaus, so an. 124°. gestorben, Bi-schoff zu Noyon , Guido , so an. 140». ums leben gekommen,Ertz-Bischoss von Rheims, von dem ein artickul unter Roye,( Guido von) nachzusehen, und andere Herren sich durch ihretapferkeit und klugheil signalisiret. Gedachter Antonius hinter-ließ Carvlum, welcher Eleonvram, des Printzen von CondeLudovicivon Bourbon I. und Charlottam, des Grafen Fran«cisci III. von Rochefoucauld , gemahlin, gezeuget. Diese letzte-re gebahr unter andern kindern Carolum II. so Gras von Rou-cy worden, und an. 160;. gestorben. Er hinterließ Franci-scum, so an. 1680. im 77. jähre seines alters dieses zeitliche ge-segnet, nachdem ihm seine gemahlin Jnliana Catharina de laTour, Henrici de la Tour, Hertzogs von Bouillon, Marschallsvon Franckreich tochter, unter andern kindern Fridericum Ca-rolum gebohren. Dieser gieng wegen Verfolgung der reliaionauS Franckreich in Königl. Dänische kriegs-dienste, und starbin Engelland an. 1690. Er vermählte sich an. 1651, mit Jsa-bella von Durasfort, des Marquis von Durasfort GuidonisAlphonsi tochter, und zeugte mit ihr Franciscum von Royeund Rochefoucauld , Grafen von Roucy, General-Lieutenant,welcher sich an. 168s. Cakharinam, des Hertzogs LudovicivonArpajon, tochter, beygeleget, ferner.... Vidame von Laon ,so an. 1684. in der belagerung von Luxemburg geblieben ; wei-ter - - - - Marquis von Blanzac, so des Marschalls von Ro-chefort tochter zur gemahlin bekommen ; dann --- Herrn vonRoye und Rochefoucauld , Grafen von Marion, ehemals Ober-sten eines regiments Französischer flüchllinge in Engelland,nachhero Freyherr» in Jrrland; und endlich noch zwey anderesöhne nebst z. töchtern, davon die jüngste Mademoiselle vonChesboutonne an. 1697. an Hieronymum Phelipeaur, Grafenvon Pontchartram und Maurepas , Staats-8ccretarlum per.
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wählet worden. Der älteste söhn Franciscus starb an. 1721.seines alters 6;. jähr, und hinterließ einen söhn gleiches nah,mens mit ihm, der ihm succedirte, aber ap. 172;. gleichfallsMit tode abgieng. La Morliere , mais, de Ricard. Du Chene,hist. deRoye. Blondes geneal. de Roye. Laboureur , addit. auxmem.de Castelnau. Imhof. notit. geneal. Gall. clafl'. 11. cap.
40. Souverainen von Europa , p. 267. leg.
^>ouen, der vornehmste ort in der Normandie , ist einevon den grosten , reichsten und bewohntesten städten in Franck.reich, we che emen Ertz-Bifchöfflichen sitz hat, nebst einemParlement, welches Ludovicus XII. an. 1501. allda ausgerich-tet. Die Alten nenneten diese stadt Roromagum oder Roroma-gus, folgends aber in den barbarischen zelten Rotbomum undRodomum. Sie tst sehr alt, und war schon zu Theodosii AI.zelten berühmt, wie aus den briefen zu sehen ist, welche St.Paulmus an Victricium , den Bischoff von Rouen , geschriebenhat. Sie ist nächst Paris fast die gröste und bestgeleqene stadtin Franckreich: denn auf der einen feite hat sie die see, auf derandern aber den fluß Seyne, allwo die see st, hoch hinaufkommt, daß schiffe von mehr als 200. tonnen bis an den Quaider stadt, oder zu bequemer landung und ausladung der schif-fe längst dem üusse vestgemachten und bepflasterten strand fort-gebracht werden können , um die waaren abzuladen , die ausweil entlegenen ländern hieher gebracht werden, so daß diesestadt gleichsam ein Magazin von kostbaren ivaaren ist < welchevermittelst der Seyne durch das qantze übrige Königreich ver-führet werden. Obschvn Cäsar dieser stadt nicht gedencket, soist doch gewiß, daß sie kurtz nach dessen zeit in sehr grossem störgestanden, Massen nicht allein PtolemäuS derselben gedencket,sondern auch schon Constantinus , als er die Lyonische provintzin zwey theile , Lugdunensem primam & sccundam eintheilete,Rouen zur Haupt-stadt der Lugdunensis secundje ernennet hat.Die Hertzoge von Normandie erwehlten diestn ort zu ihrer re-sidentz; wie man denn daselbst noch bis dato ihren allen pallastsiehet auf dem sogenannten platze des alten thurms, welcher an,jetzo zu öffentlichen Magazinen dienet. Rouen ist mit bergenumgeben, aus welchen kleine flüsse hervor kommen, so die stadt-graben anfüllen, und die straffen reinigen, desgleichen unter-schiedliche mühlen treiben, und zu vielen andern nothwendig,ketten dienen für eine so grosse anzahl an künstlern, welche sichdaselbst aufhalten. Es werden 12s. straffen darinnen gerech,net, worunter die meisten sehr fein sind: so tragen auch dieöffentlichen Plätze, brunnen, palläste und andere beydes zu hei-ligen und weltlichen Handlungen gewiedmete gebäude, gar vielzu ihrer zierrath bey. Die Dom-kirche zu Rouen ist wegen ih-res alterthums und vornehmen Bischöffe sehr berühmt, worumter Nicasius der erste war. Die Ertz-Bischöffe, so Primatesvon der Normandie sind, wurden bereits an. 14,7. davon ent,ledigel, daß sie nicht mehr unter dem Primatu von Lyon stehensollten, als der Cardinal d'Estouleville dieses privilcgium vondem Papste Calixto III erhielte. Wiewol in der WahrheitRouen auch vorher den Primat des Ertz-Bischoffs von Lyon zukeiner zeit erkannt, sondern als Gebwinus Ertz-Büchoss zuLyon unter falschem vorgeben ein dergleichen Vorrecht über dieErtz-Bißthümmer von SenS, Rouen und Tours vom PapstGregvriv VII. erhalten, sich wemgst Rouen immer dawider ge»wehret, bis obbestrgter Estouteville die förmliche exemption er,langet hat. <sihe Lyon .) Die unter dieses Ertz-Bißthum ge,hörige Bischöffe sind die zu Bayeux , Avranches , Evreux , Sees,Lizieux und Coutances. Das dasige Cavitul bestehet aus ;c.Canonicis, worunter zehrn die vornehmsten Stifts-Aemter be-dienen , als da sind der Öecanus, Lauwr, Tbdaurarius , sechsArchidiaconi und ein Cantzler. Die Arcbidiaconi haben27. Land-Vecanaws unter sich, worinnen i;88. kirch-spiele ge»zehlet werden, wovon zo. in der stadt Rouen , und in derVorstadt sind. Es befinden sich auch 26. Abteyen in der Dioe-ces , die von St. Ouen und St. Amand in Rouen dazu ge»rechnet. Desgleichen werden in dieser stadt 24. Mönch- und10. Nonnen-klöster gefunden. Die Haupt-kirche zu unsrer Lie-ben Frauen ist wegen ihres prachts und wegen ihrer schönheitberühmt. Die daselbst befindliche grosse glocke wird vor eineder grösten in der well gehalten, und heißt George d'Amboise,weil sie der Cardinal und Ertz-Bischoff von Rouen dieses nah-mens hat machen lassen. Es sind auch daselbst unterschiedlichemerckwürdige begräbnisse und andere raritäten zu sehen. Ehe.mals war ein grosser schätz in der sacristey befindlich, der aberim religions-kriege des XVI. seculi geplündert worden. Esist eine schiff-brücke zu Rouen über die Seyne, welche sich zurzeit der fluth in die höhe hebt, und zur zeit der ebbe hinunterlässet; dieses geschiehet so accurat, daß man sagen sollte, diesebrücke, welche gepflastert, und 270. schritte lang ist, sey ebenso veste und beständig als eine steinerne. Vor altem war diedrücke gar von steinernen lochen gebaut. Aber nachdem sie ein-mal zerfallen, hat sich kein werckmeister mehr gesunden , dersolche wieder zu stände bringen können. In dieser stadt ist aucheine Rechnungs-Cammer, ein SchatzmeisterEt, eine Mün-tze, worinnen die müntz-sorten mit R bezeichnet werden, und einOber-Hof-Gerichte. Das Parlement ist vor diesem ein Finan-zen-Gerichte gewesen , welches von dem Könige Philippo demschönen um das jähr 1286. zu verwaltung der gerichtlichenfachen in der Normandie angerichtet wurde. Ludovicus XII.bestätigte solches an. 1499. und erklärte es vor ewig auf anhal.
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