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ten des Cardinals ä'Ambvise. Franciscus I. aber schaffte dennahmen des Finanzen-Gerichts ab , und gab ihm den titul ei-nes Pariements. Im übrigen ist Rouen vielen unglücks-fällenund erschrecklichen feuersbrunsten unterworffen gewesen, son-derlich an. lviy. An. 1418. bemeisterten sich die Engelländerderseldigen , und an. 1449. brachte sie Carolus VII. wieder zugehorsam. Im XVI. seculo erlitte sie viel in dem Französischen religionS -kriege. Sie wurde von den Protestanten erobert;von Carvlo IX. aber an. i;6r. wiederum hinweg genommenund geplündert. Der König von Navarra, Antonius vonBourbom.empfieng daselbst in währender belagerung, nahebey dem thore St. Hilarit, eine wunde, woran er bald her-nach starb. Sein söhn Henricus I V. riß sie an. 1*94. den Lei-sten durch einen mit dem Admiral de Villars, der solche für diestigue inne hatte, geschlossenen besondern vergleich aus den Hän-den , nachdem sie an. 1592. vergeblich belagert worden war.Endlich ist auch diese stadt wegen unterschiedlichen Concilien be-kannt , so daselbst gehalten worden. Das erste ward an. 692.von Ansberto, damaligem Bischoffe an diesem orte, versam-melt , nnd bestund zusammen aus 16. Bsschöffrn und 4. Aeb-ten , welche allerhand wichtige, und vor die kirche nützliche ver,ordnungen machten. Ausdem andern präsidirte an. io;o. derErtz-Bischoff Malgerius , davon noch 19. die kirchen-zucht be-treffende canones vorhanden sind. Das dritte hielt der dasigeErtz-Bischoff Johannes an. 1072. oder 107;. da denn nach ab-gelegter consesiion von der H. Dreyeinigkeit wiederum einigecanones von der kirchen - disciplin verfertigt wurden. Dasvierte ward an. 1074. von eben diesem Ertz-Bischoffe angestellt,und handelte gleichfalls von der Dreyeinigkeit, und besserereinrichtung der kirchen-zucht. Auf dem fünften , welches derErtz-Bischoff Guilielmus an. 1096. gehalten , wurden dieschiüsse des Concilii zu Clermont bestätiget, und einige die kir-chen-.diftiplin angehende neue canones gemacht. Auf dem sechs-ten ist an. 11 >8. vieles vorgenommen, aber fast gar nichts aus-gerichtet worden. Das siedende ward im nächstfolgenden jäh-re von dem Ertz-Bischoffe Guisfredo gehalten. Man verbotauf demselben den Geistlichen allen Umgang und gemeinschafftmit den weids-personen, und als einer, nahmens Albertus,wider diesen schluß zu reden angefangen, wurde selbiger inein qefängnis geleget. Das achte betraf wiederum allein diekirchen-zucht, und ward an., 299. gehalten. Auf dem neun-ten tracltrte man von publicirung der auf andern Synodis ge-machten schlüssen, wie auch von andern zur kirchen-disciplingehörigen dingen. Das zehenbe ward an. 144;. von dem Ertz-Bischoffe Rad,ilvho Rvusselio wider die gotteslästerer, zaude«rer und andere dergleichen leuthe angestellet. Endlich sind auch„och von Georglv d'Amboise , dem jünger» und andern mehrProvincial-b'ynodi an diesem orte gehalten worden. Talepied ,antiquit. de Roden. Jean Dadre & Jean le Pre'vde, des Archev.de Rouen . Nagarel. delcr. deNormand. DuCbene, recherch.des antiqu. des villes. Sincems , itiner. Gallic . Majj'on. de-fcript. flum. Gall. Sammartb. Gall. Christ. De BoulainvWiers ,etat de ia France, tom. II. LeLong, bibl. hist. p. i$ 6 . 758-Cave, hist. litter.
Z^ovcnius, (Philippus) Ertz-Bischoff von Philippis, undVicarius Apostolicus in den vereinigten Niederlanden, war vonDevenker gebürtig, und verfertigte verschiedene wercke, vonwelchen seine Respublica Christiana an. 1648. gedruckt ist. Erhat darinnen angeführet, wie einige Nonnen mehr aus Hoch-muth als einer wahrhafftigen andacht den allervertrautestenUmgang mit GOtt von sich rühmten, mithin auch über die sohohe und verstiegene als dunckele und seltsame redens-arten dermystischen schriften und Personen sehr gespottet. Andreas , bibl.steig. 778. Bayle. *
)>overe, oder Ruvere, lat. de Roboreis, ein sehr be-rühmtes geschlecht in Italien . Zu dessen stamm-vatter wirdgesetzt Leonhardus von Rovere, welcher um das lahr i4;o.gelebt, und ein ansehnlicher bürger zu Savona in dem gebiethevon Genua gewesen. Dessen kinder waren i.) Raphaei, vondem alsbald; 2.) Franciscus, welcher, nachdem er an. 146;.Cardinal und an. >47'. unter dem nahmen «sixti IV. Papstworden, den ersten gründ zu dem ansehen seiner familie gelegt;
3.) Francisca, deren mit Hieronymo Riario von Savoya er-zeugter söhn Petrus an. 147«. den Cardinals-huk empficng, undan. 1474. starb. Raphact zeugte mit Theodor« Manerola i.)Johannem, von dem gleich unten ; 2.) Julianum , welcher an.1471. Cardinal, und an. rzo;. mit dem nahmen Julii II. Papstward, wodurch er gelegcnheit bekam, sein geschlecht noch mehrempor zu dringen ; 3.) Bartholvmäum, der an. 149c. als Bi-schoff von Ferrara starb4.) Lucchinam, welche mit Franciottovon Lucca eine mutier des an. izoz.in den Cardinal-stand er-hobenen Galeotti Franciotti ward. Johannes cmpfieng dieHertzvgthümrner Sora und Sinigallra, und heurathete Jo-hannam, eine tochler Frideric« von Monfellro, Hcrtzvgs vonUrbino , welches Hertzoglhnm sie an. i^og. nach absterben ihreseinzigen druders, Guidoniü Ubaldi, erbte. Dieser beyder söhn,Franciscus Maria j. ward demnach Hcrtzog von Urbino , und istvon ihm ein besonderer artickul zu lesen. (siehe FranciscusMaria I ) Sein ältester söhn Guidodaldus folgte ihm in die-sem Hertzvgthum, und starb an. 1^74. Seine erste gemahlinwar Julia Varana, eine tochter und erbin Jvhaiwis Mariä,Hertzogö von Camerino, welches Hertzogttzum aber der Päpstli-
che stuhl zu sich zog. Die andere gemahlin war Victoria, einetochter Petri Atoysii Farncsii, ersten Hertzoqs zu Parma . Mitder ersten zeugte er Virgmiam, eine gemahlin Friderici Borro-mäi, Grafen von Arona, und hernach Ferdinand! Orsino, Her-tzvgs von Gravlna. Die andere gebahr ihm folgende kinder:i.) Franciscum Mariam II. von dem gleich unten; 2.)Jsabel,lam, eine gemahlin Bernhardt von Sän Severino, Fürsten von Bisignano ; ;.) Laviniam, eme gemahlin Pauli Orsino.Franciscus Maria II. succedirte in dem Hertzvgthum Urbino .und vermählte sich anfangs mit Lucretia von Este, einer tochterHerculis II. Hertzogs von Ferrara, nach deren tobe aber an Li«viam von Rovere, eine tochter Hippolyti, Marggrafen vonSän Lorenzo. Er starb in dem 8». jähre seines alters an.rö; 1.nachdem er 8. jähr vorher das Unglück erlebt, daß sein einzigersöhn, Franciscus Ubaldus Antonius, welchen er mit der letztengemahlin gezeuget hatte, in dem 18. jähre seines alters todt inseinem bethe gefunden worden, woran dessen unordentliches le,den ursach gewesen. Zwey jähr vorher hatte sich derselbe mitClaudia de Medicis , einer tochter Ferdinand! I. Groß-Her-tzogs von Flvrentz, verheurather, die ihm bald nach feinemtobe eine tochter, Victoriam, gebahr. Diese erbte nach ihresgroß-vatters lödtlichen Hintritt dessen allodial-güther; das Her-tzogthum Urbino aber fiel dem Päpstlichen stuhle anheim. An.1631. da sie nur 8. jähr alt war, vermählte sich mit ihr Fer-dinandus ll. Groß-Hertzog von Florentz, mit welchem sie dasMedicäische geschlecht fortgepflantzer. Sie starb den 6. mart.an. 1694. Saxfivin. kamst. ltal. Sabloneta , cv: orig. dignitate& potest. Ducum ltal. Cimareßt hist. di Urbino. Jovius.Guicciardin. II Cortegiano del C. Baldejj'ar Castiglione.
)>c>veredo, ober Rovrert, lat. Roboretum, eine kleinestadt, nebst einem schlöffe in dem Bißthum Trident, an einemkleinen flusse, nahe bey der Etsch oder dem Adtge, dritthalbeTeutsche meilen von der stadt Trident, nach den Vicennischenund Veronesischen grentzen zu, gelegen.
Aoperella, oder RovoreUa, eine Gräfliche familie inItalien , welche man von Rulilio Quercio oder Quercu, ei-nem Römischen Ritter, herleitet, der Julinm Cäsarem inNieber-Teutschland geführet, und sich daselbst niedergelassen.Dessen nachkommen haben sich eine zeitlang auf TeutschEicke oder Eiche genennec, von denen an. 700. die beyden brü,der, Ebmundus und Adalhardus von Eicke, sich Hervorge-than. 1.) Edmundus hat sich, als ein kriegs-mann unterdem Lv'ngvdardischen Fürsten Ragvbertv, zu Savona in Ita lien niedergelassen, und ist ein stamm-vatter worden der fami-lie von Ruvere oder Rovere, aus welcher die Hertzoge vonUrbino hergestammet. (siehe Roveve.) 2.) Adalhardus zeug.te Rudolphum, Herrn in Maseyk. Dessen ur-enckel, Edmun-dus, diente dem Kayser Henrico I. als General, wider die Un garn und den Hertzog in Bayern Wenceslaum. Er bekamein grosses stück lanbes an dem Rhein » und nennte sich zu-erst Rovereüa oder Roverettus. Dessen jüngerer söhn, Jo-hannes, Kaysers Ottonis III. Obrister, wurde ein anherrder Grafen von Eichen oder Aichen an dem flusse Jler, wel-che in dem XIV. feculo ausgestorben; der ältere söhn aberJanurus oder Januarius , Kriegs-Obrister, ließ nach sich Roff,redum, den man wegen seines freudigen gemüths Giocco-lum bevgenahmet. Von seiner postcritäk hat sich Bartholo-mäns de Robore zu ausgang des XII. steculi zu Rovigo nieder,gelassen. Sein söhn, Petrus , erhielt daselbst die charge einesimmerwährenden Gouverneurs; seine enckel aber begaben sichnach Ferrara , und von seinen nr-enckeln ward Johannes vondem Kayser Friderico III. zu einem Rcichs-Grafen von Rove-rella erhoben. Dessen söhne waren 1.) Bartholomäus, Ertz-Bischoff zu Ravenna und Cardinal unter dem titul St. Cle-menlts. 2.) Jacodus, welcher nach dem tobe seines bruderSdie Ertz-Bifchoffliche würde zu Ravenna erhalten. 3.) Lau-rentius, Bifchoffzu Ferrara, und an. 1460. Päpstlicher Abge-fandter an dem Kayserl. Hofe; 4.) Nicolaus, General der kk.Olivecanorum. 5.) Florius, Ritter von St. Jerusalem undStatthalter zu Sessa. 6.) Petrus , Römischer Bürgermeister.Dieser letztere zeugte 1.) Lucium Antonium, welcher der Für,sten von Este Abgesandter an dem Päpstlichen Hofe gewesen.Seine nachkommen nennen sich zugleich Herren von MonteLeone und Novo, von denen unter andern an. 168«. Lälius , alSder vornehmste Herr des gantzcn Hauses Roverella , gelebet.2.) Philasium , welcher den Cardinals -Put, nebst der Ertz.Bischöfflichen würde zu Ravenna erhaltens nachdem er vorherdrey söhne gezeuget; von denen war Philos, Bsschoff undFürst zu Ascoli , und hierauf Gouverneur der stadt Rom ; Jo-hannes aber wurde Graf von Soriccoli, und hinterließ Hippo-lytum, welcher dem Papst Paulo V. als General gedienet, unddie linie der Grafen von Soriccoli fortgepflantzet hat. Bucel.stemmat. P. 111 .
* ^overella, (Bartholomäus) ein söhn Johannis Rove,reüa, von Ferrara, stndirle zu Padua die Rechtsgelehrsam-keit, und erhielt die OoÄor-würde. Hierauf ward er an. 1444.Bischoff zu Adria , und an. 1445. Ertz-Bischoff zu Ravenna ,konnte aber wegen der vielen Legationen < die er übernehmenmuste, nicht viel in seinem Ertz-Bißthum seyn. Er ist Le-gal in Sicilien , Britannien und Neapolis gewesen, und hatüberall den rühm einer klugen und geschickten aufführung hin-terlassen. Unter Pro II. war er Gouverneur zu Benevenro,
von