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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von dem er auch an. 1461. zum Cardi'nal-Priester ernennetworden. Er hatte y. brüder, von denen Lorentz BischoffzuFerrara, Nicolas, General des ordenS Monl-OIweli »ndFio-rius, ein Johanniter-Ritter gewesen. Er starb zu Rom an.1476. den 2. mertz. Es gedencken dessen Sansovinnö de fa-miL llluitr. und Llvanorius Ferrar. aur. F. 1. p. 40. und 4l.mit vielem lobe. UgbeUus, ltal. sacr. tom. 1 t. p. J91. &p. 404. r upaaoyoii , hist. Gymnas. Patav. tom. 11. p. 20. '

* KooeceUa, (Lorentz) ein berühmter Philosophus und

GottSgelehrter von Ferrara, war ein bruder des vorher,iehcn,den Barlholomäi Roverella , und halte nicht nur die schönenwissenschafften zu Ferrara und Padua , sondern auch zu Pa­ ris mit allgemeinem beyfall gelehrct. Nikolaus V. also, derein sonderlicher deförderer der Gelehrten war, berief ihn nachRom , und brauchte ihn zu seinem Legaten nach Ungarn ,Plus II. aber machte ihn an. 1460. den 9. april zum Bsschoffin seiner vatler-stadt, in welchem zahre die Carthäuser-Mön-che in das St. Christophs -«öfter daselbst sind ausgenommenworden. Eben dieser PiuS schickte ihn als seinen Nundumin Franckreich, und Paulus II. erklärte ihn zu seinem Da-tario , trug ihm auch in den wichtigsten angelegenhetten dieLegatio» in Teutschland, Böhmen , und Ungarn aus, wo ersich den frieden zwischen den Teutschen und Ungarn mitten imlager KönigS Matthlä zu befördern angelegen sey» lassen.Nach seiner zurückkunfl wollte ihm Sixlus IV. die Cardinalü.würde zuwende» , der lad aber, so ihn an. 1476. zu sich raff,te, verhinderte solches. Er soll, wie Ciaccoiiiuö zeit. PontiRtom. 11 . p. iooy. Meldet, Mit dem Papst Pro 1 t. da er be-reits mit dem lobe rang, über die Wiederholung der letzten ölungmit gröster Heftigkeit bispucrret haben. Man leget ihm ver,schiedene schnften bey,und unter andern 1.) in Libros Ariitotelisde lnterpretatione Priorum & Poiteriorum ; a.) de Coelo &Mundo ; z.) Commentar. in Dialogos Platonis de Republica

und 4.) in Libros Ariitotelis Politicorum. Ugbeüus , ltal. lacr.tom. II. p. Papadopoh, bitt. Gymnas. Patav. tom.l. p.aZy.

* Z>overella, Thilos) gebürtig von Ferrara, war ein gros-ser vertrauter von Leone X . welcher auch den Cardinal vonMedices dahin vermochte, daß er baß Bißlhum Ascol, an. 1 ? 18.aufgab, damit solches dem Roverella , der schon Bl,choff zuToulon war, zu theil würde, und er ihn sodann ncwer umsich hatte. Er hat sich unter verschiedenen Papllen durch vielewichtige Legationen hervor gethan, und aus dem Trldentmi-schen Concilio bis zur siebenden seßiou die schwersten fachenentscheiden helffen. N>ich Pauli 111 . tode ward er vom Caröi-nalü-ColIegio zum Administrator eingesetzt, auch in solcher wür,be von Juli» 111 . als dieser Papst worden, consirmtret. Erstund bey demselben sehr wohl, und hakte zweiscls ohne denCardinalshut davon getragen, wo er nicht an. i;;o, gestor-ben wäre. Es gedencket seiner Lidanvrms «N aurea FerrariaP. 1 . p. 7;. mit vielem lobe. Ugbclius, ltal. lacr. tom. 1.

p. 47 '.

Hooergue, iat. Provincia Rutenensis , eine provintz indem General-Gouvernement Guienne in Franckreich, welchegegen norden an Auvergne, gegen Westen an Querey, gegen su-den an Languedoc , und gegen osten a» Givaudan grentzet.Sie ist nicht gar fruchtbar, iedoch wird viel vrey darin» gezo-gen, und findet man daselbst bergwercke von kupfer, eisen, alaun,Vitriol und schwefel. Der grosse reichlhum dieser provintz be-stehet in vleh und wolle. Der maulesel-handel, welcher vonhier in Spanien getrieben wird, soll allein jährlich über200000. cronen einbringen. Rovergue hat unterschiedlichefiüffe, als die Tarn, die Lot und den Aveirou. Cäsar nennet dieeinwohner dieses landes, Ruthenos. Die gantze provintz wirdinsgemein in ,. theile unterschieden, nemlich in Lie Ober-Marckoder Milhaud; die Grafschafft Rodes, worinn die stadl die-ses nahmens liegt, und in die Nieder-Marck, worinn Dille-Franche und Ville-Neuve liegen. Man zehlel darinn 25.städte und yo. grosse kecken. Bemeldte;. theile haben eben soviel sogenannte Eiectivns oder Wahl-Gerichte unter der Gene,ralität von Montauban . Nayac ist wegen seines Vitriols, St.Antonin wegen seiner pflaumen, und Roquefort wegen derkäse bekannt. Marsillac, welcher ort den titul eines Fürsten-thums führet, hat in seiner nachbarschafft die höle de Bouche-Roland , welche über 4. meilen unter der erde hingehen soll.Severac führet den titul eines Hertzogthums, unter dem nah-men von Arpajon ; Estrangues und Estaing heiffen Grafschass,ten; Rodes aber und Vadres Bißthümmer. Nach adgangder Römischen Herrschafft in Franckreich verfiele Rovergue un-ter die Wcst-Golhen. Und wiewol ihnen solches Clodovaus ab-nahm so kamen sie doch nachmals wieder in besitz, und wardas land bald in Gothischen, bald in Französischen Händen, diSes letztlich die Könige in Franckreich behielten. Allem da wur-de das land nicht minder in denen fehden der Könige vonNeustria und Austrasia angefochten. Doch bliebe es zuletzt denerftern. 2 tti VIII. feculo ward es von Graf Eudo besessen,dessen qrosssohn dem Gaifro Pipinus dasselbe nahm. Dochfindet sichs, daß das land zur zeit Lolharii des sohns LudoviciPii schon wieder seine eigene Grafen, unterm nahmen der Gra-fen von Rodes gehabt, (siehe Rodes.) Cafar , in comment.Lucanus·, lib. I. Du Cbive, antiq. des villes de France. *

Aougemont, Rötschmund , ein schloß nebst deyliegen,dem dorse und Pfarrey im Bernerischen Saanerthat an der

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Saanen gelegen, war ehemals eine Herrschafft den Grafenvon Greyertz zuständig, von denen solche an. i$?y. zugleich mitSaanen käuflich an den Stand Bern gebracht worden. Dasschloß ist au. 157?. unter dem damaligen Landvvgte Johann von Erlach auf dem platze, allwo vormals ein an. iz,;. odernach andern i$8°. gestiftetes Prwrat-haus Cluniacenser -orbensgestanden, erbauet, und seil dem von dem Bernerischen Land-vogt bewohnet worden. Plannn, abrege, p. 460. * I

* Kougemont, lat. Rubeus Mons, eine stabt in Franck-

reich, in der Dioeces von Langres gelegen, nebst einer Fraurn-zimmer-Adtey, Benedicriner-vrdens, von welcher aber nichteigentlich bekannt, wenn sie gestiftet worden. Insgemein wirdder Hertzog von Burgund vor ihren Urheber ausgegeben. Ih-rer wird am ersten in einer bulle Papst Paschalis 11 . und her-nach an. i;o8. gedacht. Im ialir 1S67. ward die PrioreySt. Juliani m dem B'ßthum Chalons an der Saone mir die-fer Abtey vereiniget, und an. 1682. hat man sie nach D»onverleget. Don den Priorinnen St. Juliani sind mir Antoi-netta von Dio und Claudia von Rabnlin bekannt, tieAebtis.sinnen aber haben also geheiffen : i.) Jsadellis von Mrllan, an.1,27. a.) Damnuis, an. 1141. ;.) Maria von Rargny.Meine, an. >227. 4.1 Margaretha von Mcllot, an. -agi.5.) Maria von Castres, an. i;;o. 6.) Maria von Signiere,

an. 1184. 7 ·) Anna de la Roberte, an. 1400. 8 ) Marga.retha von Mongeul, an. 1405. 9.) Maria von Raigny, an.142;. ro.) Johanna dela Roberte, an. >4yz. und noch an.1466. n.) Stcphanete von Crur, von an. 14 9. bis 1490.12.) Anna von Ferneres, an. 1490. resignirtean. 1528. rz.)Catharina von Rabnlin, bis an. 156;. 14.) Ludovica vonAmoncvurl, von an. it?;. bis iy8o. iy.) Johanna von Sa-miere Tenance, an. i;8°. 16.) Anna de la Magdelaine, an.1604. 17.) Carola von Rochefon; i8.)Lucretta Magdalenavon Rochefort, an. 1612. und noch an. 16;;. 19.- Amatavon Gaucour; 20.) Anna Agnes von Rouville , an. 1667.starb an. 168;. 21.) Maria Anna von Damas, von an.iü84.bis 1714. 22.) Ludovica Francisca von Rabulin, jeit dem ;i.octobr. an. 1714. Sammartbani Gallia Christ, tom. IV. n.747.bis 749.

)^0vigs, il Polesine di Rovigo , lat. Peninsula Rhodigiana,eine kleine landschaffl in dem Denettanischen gebiethe, welcheoben an das Paduamsche, zur rechten an das Ädriati,che meer,unten an daö Ferransthe und zur lincken gleichfalls an dasFerrarische und Vcronesische gebieth grentzet. Sie führet dennahmen einer halb-insnl, weil sie fast auf allen feiten mit Was-ser, nemlich mildem Adriat,scheu meere, mit dem Po flusse mitdem flusse Adige und dem Tartaro umgebe» ist.

)vovigo, lat. Rhodigium, die Haupt-stadt in der letztgedach-ten landschaffl an dem flusse Abigeto. Sie ist mit mauren, ba-steyen» graben, wie auch einem alten schlöffe versehen. Es re-sidirt daselbst der Bischoff von Adria, ingleichen ein Denetiani-scher Venator, welcher über die landschaffl Rovigo gesetzt ist.

* AouiUard, (Sebastian) ein gelehrter Franzose von Me-

lun gebürtig» allwo sein valter bey dem Amt und Präsidial ei-nen Advocalen abgegeben. Er kam an. ,;88. nach Paris , undwurde daselbst Parlemenls-Advocat. Als ihm aber einstens,da er ein wenig zu frey reden mochte, der Oder.Präsidenl indie rede fiel, und einen verweis gab, verdroß ihn solches der-massen, daß er nach der Hand sich nicht weiter vor Gerichtehören lreß, sondern die zeit meistens mit dücher-schreiben zu-brachte. Er ltarb , wie 1 e Long in seiner bibl. hilt. de Fran-ce gedencket , an.;9. in einem ziemlich hohen alter. Leineschnften sind: i.) Capitulaire, auquel elt traite qu'un hom-me ne sans telticules apparens, & qui a niianmoins toutesles autres marques de virilite, elt capable des ceuvres demariage ; 2.) Parthenie ou lHiltoire de lEglise de Chartresdediee par les Druides en lhonneur de Ja Vierge qui en-fanteroit: avec ce qui selt passe de plus memorable au faitde la Seigneurie de ladite eglise , ville & pai's Chartrain ,Paris 1609. in 8. ?.) Li-Huns en Sang-ters ou Discours delAntiquite , Privileges & Prärogatives du MonaRire de Li-Huns, vulgairement Li-Hons en 8ans-ters pres de Roye enPicardie originaircment de lordre de Saint-Benoit , ibid.1627. in 4. 4.) le Grand Aumönier de France , ibid. 1607.in 8.) les Reliefs Forenses, ibid. 1Ö07. in 8. 6.) Preseancepour les Abbes Reguliers ou Commendataires contre les Ar-chidiacres, Doyens & Prevöts , ibid. lüog. in 12. 7.) His-toire de la Ville de Melun , ibid. 1628. in 4. 8 .) Job oulHiltoire de la Patience de Job, trad. de la Bible; 9.) Me-teorilme ou Relief de Discours für lHiltoire de Job; 10.)Antiquites de la Ville de Poilli, welche in feiner Historie vonChartres . davon unter num. 1. gedacht ist , stehen; n.) Hi-ltoria primorum Prassidum Parlament! Parilieniis, in fol. soober noch in Handschrift liegt, und der andere theil von sei-ner ParlemenkS-historie ist ; in dem ersten, darüber er 12. jährzugebracht, ist alles enthalten, was sich vom ansang der Fran­ zösischen Monarchie bis zu des Verfassers zeilen zugetragen;12.) la magnifique Doxologie du Feiln, Paris 1610. in 4.,;.) le Theriltre ou Defenie apologetique pour le Voile deVisage pris par les Religieuses de Nötre-Dame de Troyes,ibid. 1626. m 4. 14.) Traite de lAntiquite & Privileges de

la bainte-Chapelle du Palais de Paris, ibid. 1606. tu 8. ty.)les Gymnopodes ou de la Nudite des Pies, ibid. 1624. in 4.

. 16.) la