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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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far war «in Maltheser-Mtcr und Capitain über ein Kdnigli,ches schiff. ;.) Dreux , Gouverneur von Rhedon , und Ritterdes St. Ludwigs-ordens, der in der schlacht bey Malaga an.1704. geblieben. 6.) Ludvvica Francisca, Aebtißin von Mont-fort zu Alengvn, und hernach von Port-Royal zu Paris , wo siean. 1710. gestorben. Uberdiß hat er auch noch vier andererechter gehabt, die sich insgesamt dem geistlichen stände ge,wledmet. Anselme , hist. dc la Maison de Gondy. Lobineau ,bist de· Bretagne .

* Kouflet, (von) eine tochter Ludwigs de I» Beraudiere,de la Guiche, Herrn v^n Isle-Rouet in Pvitou, war einesvon der Königin Catharinen von Medices Hof-frauenzimmer,und mit einer guten gestalt begabt. Als sich die Königin wäh-render Minderjährigkeit Carls IX. der regiments - Verwaltungzum Nachtheil des Königs von Navarra anmaßte, und bedachtwar, ihm die gedancken vor sein Staats-interesse durch einigeliebes-angelegenheit zu vertreiben , machte sich die Rouffet mitihm bekannt. Der König gewann auch gegen diese perfoneine st> heftige liebe, daß, als er an. 1562. vor Rouen ver-wundet worden, er sich gleichwol ihrer nicht enthalten konnte,und dadurch in wenig tagen seinen tod beförderte. Er hat mitihr Carln von Bvurbon , Ertz-Bischvff von Rouen , gezeuget.he2<t, hist. eccl. Jib. VII). Thuanus , üb. XXXIII.

* Jioufiet, (Frantz) ein Doctor der Medicin und Leib-lVle.dicv8 des Hertzogs von Nemours , lebte um das jähr l?8i.und schrieb ein historisch werck und ein buch unter dem titul:Traite nouveau de lHisterotctnotokie ou Enfantement Cesa-xien, Paris l;8i. welches Caspar Bauhin ins Lateinischeübersetzt, und vermehrt unter dem titul: u$-6$oto / mo?o,usisive Liber de Partu Caesareo , das erste mal zu Basel an.1582. das andere mal an. >588. und zum dritten mal an.1591. in 8 . ansticht gestehet. La Crotx da Marne , bibl.deFrance. Verdier , bibl. Franq.

Zxoußi, (Henricus de) Herr von Soissone nahe bey Laon,der aus dem alten geschlechte der Grafen von Sardruch undRoußi entsprossen. Er vermählte sich mit der Fräulin Jague-line de la Noi, mit welcher er Nicolaum und Claudium vonRoußi, so zwillinge waren, zeugete. Der älteste unter die-sen bekam hernach zu seinem antheil das guth und HerrschafftSoissone; der längere aber Origni. Sie waren beyderseitsden 7. apri! an. 1548. gebohren, und sahen einander so ähnlich,daß ihre ammen genvthiqet wurden, armbänder von unter-schiedlichen färben um ihre arme zu binden, um sie dadurchvon einander zu unterscheiden. Diese grosse gleichheit be-hielten sie auch hernach immerfort, und bestund solche nicht al-lein in einer grossen ähnlichkeit der lineamenten des gesichts ,sondern auch der Minen, qeberden und Zuneigungen , so daß,wenn sie gleich gekleidet waren, nicht allein fremde Personen,sondern auch ihre eigene eitern sie schwerlich von einander schei-den konnten. Sie wurden anfänglich in einem Gollegio undhernach bey Hofe erzogen. Der Herr von Soissone war desKönigs von Navarra Antomi von Bourbon, der Herr vonOrigin aber des jungen Henrici von Bourbon, seines sohns ,welcher nachgehends König in Franckreich wurde, Leib-Page,Carolus IX. liebte sie sehr, und hatte oft seine lust daran, daßer sie beyde neben einander setzte, und eine lange zeit genau be-trachtete , um einige merckmale, die sie von einander unter-scheiden könnten', an ihnen zu finden. Hierauf ließ er sie unterseine andern Hof-bedienten gehen, und hernach wiederum vorsich kommen, da er denn fände, daß er seine vorige arbeit ver-Der Herr von Origni war ein vortrefli-

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geblich angewendet. Der Herr von Origni war em vorireyi,icher ballschläger, der Herr von Soissone ließ sich bisweilenauch in dieses spiel ein, verlohr aber insgemein; um solchenVerlust wieder ersetzt zu bekommen , verließ er einstens dasspiel, unter dem verwände, daß er wegen eines nöthigengeschäffts weggehen mäste, und ließ unterdessen seinen bruderan seine stelle treten, welcher sodann alles verlohrne wieder ge-wann, ohne daß die spieler oder einige andere von den zuschauernin den gallerien des unter ihnen geschehenen Wechsels gewahrwurden. Über dieses ist auch sehr merkwürdig, daß eben diesel,bigen zufälle, welche den einen in seinem leben betroffen, auchdem andern auf gleiche weise begegneten , so daß sie einerleykranckheiten und einerley wunden zu gleicher zeit und an einer,ley theilen ihrer leider bekamen. Doch als der Herr vonSoissone darnieder lag, und im ,0. jähre seines alters durchder Aertzle verschen sterben muste; wurde der Herr d'Origni,wiewol er zu gleicher zeit von eben dersilbigen kranckheit an-gefallen , und in grosse lebens-gefahr gesetzt war, nichts dcsto-wemger durch die Vorsorge eines verständigen Artzts wiederumcuriret. Pasquicr, liv. VI.

Roußillon, lat. Comitatus Ruscinonensis, eine Grafschafftin Catalomen , von deren übrigen theilen sie durch das Pyre-näische gedürge abgesondert wird. Diese landschafft gehört demKönige m Franckreich , und ist ihr die Viguerie Conflans nebstdem Französischen Cerdagne, einverleibet worden. Perpt-gnan »st die Haupt-stadt darin»; die andern städte sind Elme,Colioure, Ceret rc. In den allen zeitin bewohnten dieses landdie völcker Sardones z> deren Pomponius Mela und Plinius zedenckel; die Haupt, stadt aber war Ruscino , allwo die.wer eine colonie aufgerichtet, von welcher nachmals der näh-me Ruscino, ober, wie der in den Barbarijchen feculis ver-ändert ward, Roußilio, dem gantzen lande ist gegeben wor-Histor. Lexicon v. Theil,

den; da inzwischen die stadt selbst, so den nahmen getragen,durch die vielfältige streifereyen der Saracenen also zerstöretwurde, daß heut zu tage nur noch ein alter thurn, Tor Roffeillogenannt, auf deren platz übrig stehet. Das land hat vor al-ters her die grentzen zwischen Franckreich und Spanien ge-macht , und da es die Gothen wider die Fränckischen Könige im-mer behauptet, so haben sich diese letztere auch mit den Sara-cenen lang und heftig genug darum schlagen müssen, bis end-lich Carolus M. und sein söhn Lubovicus Piua völlig davon Mei-ster wurden , sowol als von Cerdagne , Gironne und der um-liegenden gegend. Alles biß land wurde nun einem besondernGouverneur, unter dem titul Marchionis Hispaniae untergeben,doch mit dem bedinge, daß solcher unter den Docibns Septi-manias oder Gothise , so dem Languedoc vorgesetzt waren,stehen sollte. Allein da es zu ende der regierung Caroli Gal-vi und im anfange deren von Carolo Simplice um das Fran­ zösische Reich sehr übel stunde , bedienten sich die bedeuteteMarchiones der Gelegenheit, sich in ihrer untergebenen land«schafft der obersten gemalt anzumassen; wiewol sie noch dieKönige in Franckreich, wenigst dem nahmen nach, für ihreOber. Herren erkannten, und im übrigen um dicselbige zeitnur allein das Roußillon inne halten. Der erste solcher sou-verainen Marggrafen war Miron zu ende dcö IX. feculi,und folgten ihm in solcher gemalt seine nachkommen bis aufGuinardum oder Guirandum , der in seinem an. r 17z. errich-teten tcstamente Alphonsum König von Aragonien und Gra-fen zu Barceüona zum erben einsetzte; wiewol noch damalsin so weit einiger schein der Französischen Könige Oberherr-lichkeit bliebe, daß Guirandus selbst in dem gemeldten testa-mente die jähre nach der regierung des zu selbiger zeit inFranckreich regierenden Königs Ludovici VII. oder Juniorisrechnete. Doch die Könige, so auf Alphonsum folgten,-reten bald auf solche Oberherrlichkeit zu erkennen , setzten zuzeiten besondere Grafen in das land, so ihre Vasallen seynmusten, dergleichen schon unter König Jacobs I. in Arago,nie» der Graf Nunno ober Nunio gewesen. Zu zeiten gabensie auch das land, wiewol mit gleicher lehnschafft ihren Prin-tzen und deren Nachkömmlingen ein, auf welche weise nachdem tode des odgemeldten Nunnvnis Sanctus König vonMajorca , der jüngere söhn Iacobi I. und nach selbigem seinsöhn Jacobus Roußillon besessen haben; welcher letztere esabrr, eben weil er sich gegen den König in Aragonien unge-horsam und feindselig erzeiget, neben allen seinen andern Herr,schafften wieder verlohren hat. Nach diesem bliebe das landmit der Cron Aragonien vereiniget, bis König Johannes, dasich Catalonien und sonderlich Barcellona wider ihn empöret,sowol Roußillon als Cerdagne im jähr 1462. an König Ludo-vicum XI. in Franckreich gegen eine summe gelds verpfände-te. Die einwohner suchten sich zwar nach einigen jähren wie-derum von der Franrösischen herrschafft zu befreyen, bekamenauch von Aragonien hülffe, welches zwischen beyden Reicheneinen heftigen krieg erweckte, der endlich an. 147;. mit ero.berung Perpignan und völliger adstehung der Könige vonAragonien ein erwünschtes ende für die Franzosen genommenhat. Doch nach zwanzig jähren, da Carolo VIII. ein gewis-fens - scrupel gemacht ward, als ob er das land mit billigkeik sei-nem rechtmäßigen Herr-n nicht vorenthalten könnte, und erauch noch sonst glaubte, Ursache zu haben, Ferdinandum dendamaligen König in Aragonien vor unterfangung des zugeSnach Äeapvli sich zum freunde zu machen, so gab er demselbensolches mit der bedingung wieder, daß er den Neapolitanernkeinen succurs zuschicken sollte. Ob nun gleich FerdinanduSseinem versprechen nicht nachkam, behielt er doch dessen unge-achtet die Grafichafft Roußillon. Lubovicus XIII. hat sie denSpaniern wieder abgenommen , und durch den Pyrenäischenfrieden an. 1659. ward sie mit Franckreich vereinbaret. Dieselandschafft hat gute vieh-weyde. Sie hat drey sehr ansehnlicheflüsse, nemlich die Ter, Tech und Egly, und ist oft ein schau-platz des krieges gewesen. Baudtand. Descript . hiß. E-s gtogr.

de t'rance. *

* Motiviere, (Heinrich de) ein in der Mathematic , Medi,cin und Chymie wohl erfahrner Franzose, war KöniglicherRath und Hof apothecker zu Paris , und blühete zu ansangdes i8. jahrhunderts. Er hat sich durch verschiedene schrittenberühmt gemacht, darunter r.) Reflexions· für la Fermenta-tion & für la Matiere du Feu , Paris 1708. r.) Voya-ge du Tour de la France, ibid. 1712. in 12. Aaa Erud.Lat.

* Ziouville, ein altes geschlecht in der Normandie , welchesehemals Gouqeul geheissen, de» nahmen Rouville aber durcherbschafft überkommen. Johann Gougeul I. war ein erbe Pe-ters Gougeul , Bischoffs von Mans und du Puy , der an.1,27. gestorben. Johannis söhn gleiches nahmens that in denkriegen gegen die Engelländer gute diensie, und hinterließ Pe-ter», genannt Moradas , Königlichen Rath und Cammer-Herrn,.der an. 1415. im treffen bey Äzmcourt blieb, und Petern ver-ließ. Dieser war lange zeit in Engelland gefangen, ergriffaber nachmals selbst die Englische partey , wiewol er sich dochendlich der Französischen Hoheit unterwarf. Von seinen jPh.nen sind zu mercken Wilhelm und Johann. Dieser letzte wardes Hertzogs von Bretagne Vice-Cantzler, und ward von dem-selben in vielen Gesandtschassten gebraucht, die er insgesamt

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