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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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1262

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rühmlich verwaltete. Wilhelm, Herr von Moulineaux undVilliers-cul-de-fac, des Königs Ludewigs Xl. Ritter und Cam-mer-Herr, verließ Ludewigen, Königlichen Rath und Cammer-Herrn. Dieser warb an. 1488. Ober-Jägermeister von Franck-reich, und vcrlohr zwar solche würde an. 1496. erhielt sie aberauch an. 1*06. wieder, und ward an. 1*2$. General-Lieute.nant von der Normandie . Er starb bald darauf, und hinter«ließ Franciscum , einen vatter Johann Jacobs, von dem dieHerren von Meux abstammen. Johann , Königl. Cainmer-Juncker und Lieutenant im Gouvernement von der Norman­ die , that den Königen Heinrichen II. Carln IX. und Heinri-chen III. gute dienste, und blieb bey der belagerung vor Pa,ris, da er sich aus dem gefängnis, wohin er von den Ligistenwar gesetzt worden, erretten wollte. Sein söhn Jacob warvor ihm gestorben , und hatte Jacoben hinterlassen. Dessenkinder waren Nicolaus, Graf von Clinchamp, der an. 16,7.bey Mons geblieben, Franciscus, Marquis von Rouville, derohne erden gestorben, und Lonise, eine qemahlin Rogerii Ra-butin, Grafen von Bnssy, die an. 1708. gestorben. Jacobvon Rouville, Herr von Meux, bekannte sich zur Reformir-ten religion, und zeugte Johannem, welcher wieder Catho-lisch ward, und an. 16,7. bey Espinal erschossen ward. Seinsöhn Hercules Ludewig, Marquis von Rouville, General-Lieu-tenant der Königlichen armeen, Statthalter der stadl Ardresund der Grafschafft Guynes, starb an. 1677. im 67. jähre sei-nes alters, und verließ Franciscum, der ohne erben gestorben,Ludewigen, Marquis von Rouville, Oberst-Lieutenant von derKönigin regiment, Johannem, der zu Wesel um das lebengekommen , Herculem Ludovicum, Abt von Andres , der an.1691. gestorben, und Herculem, einen Schiffs-Capitain. An -seltne , les annales de la Cour & de Paris, tom. I. p. 168.

Nouvray, ist ein kleiner ort in dem Hertzogthum Bur-gund , an den grentzen der landschafft Nivernois, zwischen Se-mur und Verzelet gelegen. An. 1429. ist in selbiger gegendzwischen den Franzosen und Engelländcrn eine schlacht vor-gegangen.

* !>oux , (Johann le) ein gelehrter Franzose in dem an-fange des 18. iahrhunderts , war Procureur-Fiscal von derGrafschafft Flandern , und schrieb: ssheatre de la Noblessede Flandre, dArtois & dautres Provinces de la FlandreEfpagnole avec le nom de ceux qui ont ete faits nobles de-puis lan. 1424. jusquen 1707. Lille 1708. in 4. gab auch sol-ches bis an. 1714. fortgesetzt und vermehrter, und unter demtitul: Recueil de la Noblesse de Bourgogne , Limbourg , Lu-xembourg, Gueldres, Flandre, Artois, Hainaut , Hollande,Zeelande , Namur , Malines & autres Provinces de Sa MajesteCatholique, zu Lille an. 171;. in 4. heraus. Er ist auch au.thor von dem kractat Remarques für lHistoire du Calvinif-me , welchen er unter dem nahmen Maimbourg zu Haag an.

1682. in 12. heraus gegeben. l.e Lang, bibl. hist. de Fran-ce. AUa Erud. Lot. Mylii bibl. anonymor. p. 672.

* Aourel, (Johann) ein Poet und Rechtsgelehrter, warzu Caen , woselbst sein vatter ein kaufmann gewesen, an. 2330.gebohren. Nachdem er theils zu Hause, und theils zu Paris ,allwo ihn sonderlich Muretus um seiner guten gaaben willenüberaus lieb gewonnen, die schönen wisscnschafften wohl stu-dirt, legte er sich zu Orleans und Bourges auf die Rechts-gelehrsamkeit, und reisete hiernächst mit Balduino nach Teutsch-land , da er denn in Heidelberg mit Hottomanno in vertrau-ter freundschafft lebte. Hierauf besähe er die Schweitz , kehr-te aber auch, um seiner schwächlichen gesundheit willen, vondannen bald wieder zurück, und wurde folgends zu Paris un-ter die Parlements - Ädvocaten aufgenommen. Jedoch die lie-be zu den schönen wissenschafften , welche bey ihm alles andereüberwog, machte, daß ihm diese unruhige lebens-art durchausnicht gefallen wollte , weswegen er sich einige zeit darauf zuCaen niederließ, an. 1,62. daselbst heurathete, und dabey ei-nigen studirenden in seinem Hause über die Rechte las. Ober nun gleich alle ehren-stellen ernstlich zu vermeiden suchte,so wurde er doch zum vornehmsten Schöppen in seiner vatter-stadt erwehlt, und einmal auch zu der Staaten Versammlungnach Rouen abgeschicket, endlich aber bey wiederaufrichtungder Universität in Caen zum Königlichen Professor der Beredt-samkeit, Weltweisheit und der Rechte bestellet; welche ämterer auch insgesamt mit einem ungemeinen lob bekleidete, biser endlich wegen taubheit dieselbe nicht mehr versehen konnte.Er starb an einem pestilentialischen fieber den 9. sepi. an. 2386.Er besaß viele trefliche eigenschafften, und war besonders ge-gen seine freunde ungemein aufrichtig und dienstfertig; hinge,gen wird auch nicht unbillich an ihm getadelt , daß er derWollust und dem frauenzimmer allzusehr ergeben gewesen, in.

leichcn, daß er, wenn ihn jemand beleidiget, keine gelegen-eit sich zu rächen vorbey gelassen, welche fehler auch so garin seiner leichen-rede, die ihm Jacob de Cahaignes gehalten,nicht verschwiegen werben, obgleich Anton Halley , der eineFranzösische Übersetzung dieser rede den getichten des Rouxelbeygefüget, diese und andere dergleichen umstände weggelas-sen. Seine schriften sind : 2, ) Lamentationes Jeremis car-mine elegiaco ; 2.) Poemata ; und 3. ) Orationes. Cahaignes ,d. 1 . Huet , orig. de Caen.

)vouxeI-Medavy, ist der nähme eines vornehmen Hau-ses , welches seinen Ursprung von Johanne Rouxel, einem En.

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gelländischen von Adel , welchem der König Carolus VII. an.14)«. verschiedene güther in den Aemtern Alengou und Caen verehret haben soll, herführet. Er vermählte sich mit MariaArqoneur, der erb-tochter Wilhelmi, Herrn von Medavy, dieihm gebohren Georgium Rouxel, welcher an. 1479. im kriegedas leben verlvhren. Sein söhn Fleury Rouxel, Herr von Me-wavy und Aubry le Panthou , hinterließ Jacodnm I. welchernebst verschiedenen, die in Königlichen kriegs-diensten das lebenverlohren, ein vatter Jacobi II. Herrn von Medavy, Occa-Znch., Chaumont , rc. worden. Dieser erhielt an. 1569. denKöniglichen Ritter -orden, und an. 1572. wurde er Gouverneurvon Argentan . Er bekleidete auch andere wichtige stellen, g»engmit dem Hertzoge von Alenqon nach Flandern , und starb end-lich an. 1607. hinterlassend Franciscum, Bischoff von Lizieux,Jacobnm , Maltheser - Ritter, Commandeur von Lagny ,Groß-Prior von Aqmtanien und Ambassador seines orbens inFranckreich. Sein ältester söhn Petrus, Freyherr von Meda»vy, Graf von Grancey, rc. wurde Feld-Marschall, Gouver-ueur von Vernenii und Argentan , General-Lieutenant inder Normandie , auch ordentlicher Staats-Rath, und starban. 1613. Er hinterließ Jacobum III. Grafen von Gran,cey und Medavy, Ritter der Königlichen orden, Marschallvon Franckreich und Gouverneur von Diedenhofen , von demim folgenden artickul mit mehrerm gemeldet werden soll < undFranciscum, ernannten Bischoff von Sees, und Ertz-Bischoffvon Rouen . Jacobus III. zeugte mit seiner ersten gemahlinunter andern kindern Petrum II. Dieser wurde Feld-Mar»Mall , und zeugte von seiner ersten gemahlin Jacobum LeonorRouxel, von dem unten gleichfalls besonders, und Gabrie-lem , nebst 2. löchtern, von der andern gemahlin aber;. söh-ne. Jacob Leonor ist durch alle kriegs - ämter gestiegen, bisihm den 2. febr. an. 1724. der Marschall-stab von Franckreichübergeben wurde, wobey er noch Gouverneur zu Sedan, undRitter der Königlichen orden war. Er hatte noch als Gene.ral-Lieurenant an. 1706. in dem Mantuanischen commandiret,und allda gmen die Heßischen trouppen einen ziemlichen Vortheilerhallen. Er starb plötzlich nach seiner zuruckkunft von Fvu-tainebleau den 6. nov. an.,172$. feines alters 70. jähr. Ansei-me , hist. de grands Officiers de la Couronne. Laboureur ,addit. aux memoir. de Castelnau. *

RouxelJacob III.) Graf von Grancey und Medavy,Ritter der Königlichen orden, Marschaü von Franckreich, Dtait-halter von Thionville , war ein söhn PeterS Rouxel, BaronSvon Medavy, den ihm seine gemahlin, Charlvtta von Haute-mer, an. 160;. den 7. jul. gebohren hatte. Er wurde zudem geistlichen stände bestimmet, und an. 1612. dazu einge.weyhet; erwehlte aber davor das kriegs-leben, und befand sichan. 1620. als Volontair bey der einnähme des schlosses zuCaen , wie auch in dem ^reffen bey Pont de-Ce. Im jähr1622. that er sich nicht nur in dem gefechke bey der »nsul Re,sondern auch folgends bey den delagerungen von St. Jean d'Angely , Clerac, Montauban , Mvntheur, Royen, St. Anto-nin, Montpellier und la Rochelle vor andern hervor. Im jähr1629. half er den paß bey Susa in Piemont bestürmen , undwohnte hernach in Languedoc den belagerungen von PrivaS und Alets bey. Im jähr i6;o. begab er sich mit einem re-giment fuß-volck, worüber er Oberster war, nach Piemont,und kam der vestung Cafal zu hülffe. Im jghr 1632. ließ erbey der belagerung von Trier , an. 2633. in dem treffen beyAvein , und an. 1636. in dem gefechte bey Ivoy, wie auch beyder belagerung von Elsaß -Zabern feine tapferkeit sehen. Indem letztgebachtcn jähre erhielt er die stelle eines Marechal deCamp , ingleichen das Gouvernement von Mümpelgard unddem Bißthum Basel . Im jähr 1637. nöthigte er den Gene-ral Mercy, die belagerung von Hericourt aufzuheben, nahmSt. Ursans mit stürm weg , brach in die Franche-Conue ein,und wurde vor St. Hippolile verwundet. Im jähr 1639.hielt er sich in dem treffen bey Thionville , und an. 1640. beyder belagerung dieses orts ungemein wohl. Nach diesem com-mandirte ά in Lothringen ein besonderes corpo, brachte Bar«Ie-Duc, Neufchatel, Mirecourt und viele andere Plätze untersich, legte an. 1642. in dem treffen bey Ray, gleichwie an.2643. bey den belagerungen von Thionville und Grävelingennicht geringe ehre ein, da er denn über diesen letzter», ort an.

2 644. zum Statthalter bestellet wurde. Im jähr 2631. ernenn-te ihn der König zum General-Lieutenant und Marschall vonFranckreich , vertraute ihm auch einige zeit hernach die armeein Piemont, allwo er den Spaniern beständig in den eisenlag, und sie bey Rochetta, ingleichen bey dem flusse Bormi.da empfindlich schlug. Nach diesein aber bekain er das Gou«vernement von Thionville , wurde an. ,6üi. den 31. dec. inden Ritter-orden des heiligen Geists aufgenommen, und starban. 2680. den 20. nov. zu Paris , woselbst er bey den Capu.cinern feine ruhe-statte fand. Anfeime , hist. gen. tom. VII.p. 369. tom. IX. p. 290.

* Rouxel, (Jacob Leonor) Graf von Medavy und Gran-cey , Ritter der Königlichen orden, Marschall von Franckreich,war ein söhn Peters Rouxel II. Grafen von Grancey, vondessen erster gemahlin, Henriette de la Palu, die ihn an. 2633.den letzten niay zu Chalenqay in Burgund gebohren hatte. Imjähr 2673. that er als ein freywilliger, unter den Königlichenleib-trabantrn dienste, und befand sich mit bey der belagerung

von