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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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von Mastricht. Im jähr 1674. begleitete er den König in diekrsncKe-Oomte , und wohnte dem treffen vhnweit Senef bey.Im jähr 167;. bekam er das regiment von Grancey, und führ-te dasselbe, als Oberster, bey Sarbrücken gegen die feinde an,wurde aber verwundet und gefangen. Im jähr 1676. half erMastrlcht, und an. 1677. St. Guislain belagern. Im jähr1678. hrell er sich in der fchlachr bey St. Denis , und an.168;. bey der belagerung von Courtray vor andern wohl,worauf er an. 1088. Brigadier der Königlichen armeen wur-de , und vor Philippsdurg, Manheim, Franckenlhal, nichtgeringe ehre einlegte. Im jähr 1689. ließ er bey befchützungder stadt Bonn , an. 1690. aber in dem treffen bey Staffar-da, und in der belagerung von Sufa feine tapferkeit sehen.An. ,692. erhielt er das Gouvernement von Dünktrchen, undim folgenden lahce erklärte ihn der König zum JYlarechal deCamp, da er den» in dem treffen bey Marsaqlia keine gefahrscheuete, aber darüber durch und durch geschossen wurde. Imjähr ,696. legte er vor Valenza im Mayländischen, gleich-wie an. ,697. vor Alt) im Hennegau besondere proben vonseiner hertzhafftigkeit ab. An. 1702. ward er zum General-Lieutenant der Königlichen armeen ernennet, und that in derschlacht bey Luzzara alles , was man von ihm verlangen konn-te. An. 170;. cvmmandirte er en chef int Tridentinrschen,und machte sich von unterschiedenen Plätzen meister. An. 1704.half er nicht nur Vercelli , Jvrea und Verua wegnehmen,sondern föchte auch mit rn der schlacht bey Cassanv , und er-langte das Gouvernement von Argentan . An. 1706. den 19.apr. befand er sich mit »n dem treffen bey Calcinato ; den 9.sepk. aber schlug er den Erb-Prmtz von Hcssen-Cassel bey Ca-stiglione aus dem selbe, vor welche wichtige btenfte ihn derKönig mit dem orbe » des heiligen Geistes beehrte. Von die-ser zeit an cvmmandirte er die armee in Italien bis an. 1707.im april, da er sich genöthiget sahe, dieselbe von dar abzufüh-ren , und nach Franckreich zurück zu kehren. Hierauf be-schenckle ihn der König mit dem General-Gouvernement vonNivernois und Dvnzivis , vertrauete ihm auch daü comman-do der völcker in Savoyen, mit welchen er die Alliirten zwang,die belagerung von Toulon aufzuheben. An. 1708. und imfolgenden jähre hatte er an allem , was in Dauphins , Pie-mout und Savoyen vorgieng, antheil; nach erfolglem frieden«der führte er das vber-commando in Dauphins und Proven-ce , da er denn durch feine kluge anstallen verhütete, daß diepest nicht weiter um sich fressen konnte. An. 1720. gab ihmLudewiq XV. die Stattyallerfchafft von Sedan , und fchenck-1 e ihm 6. canonen von denjenigen, die er an. 1706. bey Ca-stiglione erobert hatte, um selbige auf feinem schlösse zu Gran.cey zu verwahren. Endlich erhielt er an. 1724. den 2. febr.den Marfchalls-stab, und gesegnete an. 172;. den 6. nov. zuParis das zeitliche. Mit feiner gemahlin, Maria Theresia ,einer lochtet Eduardi Francifci Colbert , Grafen von Maule-vner, die er sich an. 1685. beygeleget, hat er drey töchtergezeuget, von welchen die älteste, Elifadech Victoria , alleinzu erwachsenen jähren gekommen. Sie war an. 1686. geboh«ren , wurde an. i7i;.mit ihres vatters halb-bruder FrancifcoRouxel, Marquis von Grancey, verehlichet, und starb an.1716. Ausser diesen hatte er einen natürlichen söhn , EleonorHugo , genannt von Jouy , welcher an. >69;. gebohren , undsich in den geistlichen stand begeben. Anfilme , Kilt. geneal.tom. VII. p. 97s. 696. tom. IX. p. 258.

Korce , ( Johannes) ein Engelländischer Presbyteriani-scher Minilter in dem XVII. sieculo , und Magister Artium ,gebohren um das jähr 1626. oder 1627. Sein vatter war einwohl angesehener mann gleiches nahmens, dessen lebens-lauf erheraus gegeben. Er studirte in Oxford , und hernach, alsOxford in einen besatzungs-ort verwandelt wurde, zu Cam­ bridge ; doch kam er nach diesem wieder nach Oxford , da-selbst er einen platz in Corpus Christi Collegio erlangte. Erverrichtete zuerst fein predig-amt zu Witney im Oxfordifchen,hernach in seinem valterlande zu Tiverton, und dann an. 16,4.in der Abtey von Westmünster. Nachdem bey Wiederein-setzung Caroli II. die Presbyterianer, so sich nicht conformirenwollten, von ihren stellen entsetzt wurden, muste er hierin»auch seinen antheil nehmen ; doch predigte er heimlich, woer nur sicher konnte. Er hat einem von den Richtern KönigsCaroli I. die leich-predigt gehalten, dadurch er in haß der Kö-niglichen partey verfallen , obschon er dleses manns gantzlichesverfahren , sonderlich sein urtheil gegen den König nicht ge.lobet. Er starb an. 1677. und hat geschrieben: Tragico-Co-moediam , samt drey gehaltenen Predigten ; dazu an. 1652.ein merckwürdiger zufall anlas gegeben; da nemlich einige jun-ge menschen in einem wirthshaufe auf dem obern boden ei-ne comödie spielen wollten , und aber der mitten in demspiel herabfallende boden einige davon alfobald getödtet, vieleaber verwundet hatte. Ferner hat er geschrieben Maus duty inmagnifying Gods Works ; The Saints Temptations; Imma-nuel; Heavenly mindedness and Earthly mindedness; TheLove of Christ in his Interceffion ; The Office of the H, Spi-iit ; Ofthe h. Trinity ; Sermohs über das erste und fünfzehen-de capitul Iohannis. Doch sind einige dieser letztern nochnicht im druck erschienen. E. Culamy , eject. & silenc. Ministr.Wood , Athen . üxon. *

* Rowe, (Nicolaus) ward zu Little Berkford in BedfordS-

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hire an. 167;. gebohren, und erlernte nicht mir die Lateini-sche und Griechische spräche sehr wohl, sondern beflisse sich auchdie Hebräische zu erlernen ; doch war die Ticht - kunst seinestärckste neigung , wie er denn in jungen jähren Griechische,Lateinische und Englische verse mit ungemeiner fertigkeit schrieb.Er studirte die Rechte in Middle-Temple unter seinem vatker ,und vergnügte sich nicht die Rechte als eine sammlung vongesetzen anzusehen, sondern er suchte darinn einen auf die Ver-nunft gegründeten und zum besten der menschlichen gesellschasstabzweckenden zusammenhang. AIs er nachmals vor Gerichtredete, versprach sich jederman, daß er in kurtzem alle übrigeseiner rett wett übertreffen würde. Allein die liebe vor dieschonen wiffenschafften, und die neigung zur Ticht kunst wa,ren hieran ein heftiges Hindernis. In seinem 2;. jähre schrieber seine erste lragodie, welche er die hc.chmüchigeGtief-Mut-ter betitelte. Diese warb burchgehends so wohl aufgenommen,daß er von der zeit an seine gcdancken aäntzlich von der Rcchtsge-lehrtheit abzog. Er schrieb nachwärts verschiedene andere lra,gvbien, eine cvmvdie, samt vielen versen über andere Materien.Das letzte und beste werck, so aus Rowes feder geflossen, ist seinepoetische Übersetzung des Lucani, welche zu Londen an. 1728. insol. gedruckt worden. Der letzte Hertzvg von Queensberry,als er Staats-Lecretarius war , nahm unfern Rvwe zu seinemSecretario in Staats-geschäfften an, und seit dem er ihn rechtkannte , war sein gröstes vergnügen ihn bey sich zu haben.Nach dem rode dieses grossen manns konnte Rowe zu keinerbedienung gelangen , bis auf die regierung Königs Georgli I.Man erzehlet, daß als Rowe einsten bey dem Grafen von Ox-ford , Groß - Schatzmeister von Engelland, seine aufwarlungmachte, habe dieser ihn gefragt, ob er die Spanische sprächewohl verstünde? Rowe antwortete, nein; weil er aber ver-muthete , der Graf möchte ihn in einem wichtigen geschäfftenach Spanien schicken wollen, setzte er hinzu, daß er sichaber gelraueke, diese spräche in kurtzem zu erlernen, um sielesen und schreiben zu können. Er nahm hierauf abschied vondem Grafen , bega.b sich in die einsamkeit auf das land, underlernete die Spanische spräche in wenigen Monaten. Da ersich nun wiederum bey dem Grafen eingestellet, um ihm vonseiner bemühung rechenschaffc zu geben, ward er wiederumbefragt, ob er nun vollkommen Spanisch verstünde? Roweantwortete: Ja. Hierauf nun rüste der Graf aus : Wieglücklich seyt ihr doch, daß ihr könnet das vergnügenhaben , den Don O,uixc>te in seiner eigenen spräche';»lesen. Als Georgius l. den Englischen thron bestiegen hatte,ward Rowe zum gecrönten Poeten gemacht, und ihm die stel-le eines Zoll - Aufsehers in dem port zu Londen aufgetragen.Der Printz von Wallls ernennte ihn zum Geheimschreiber sei-nes Raths, und der Cantzler Parker gab ihm das amt emeSSecretarii in ernennung zu den geistlichen Pfründen, ohne daßsich Rowe davor gemeldet hätte. Er starb den 6. dec. an.1718. in dem 4?. jähre feines alters. Der berühmte Pope hat die aufschrift gemacht, welche das von seiner wittwe auf-zurichtende gradmahl zieren soll. Englischer Bayk.

* Ixowe, (Thomas) ein gelehrter Engelländer, ward den2;. april an. 1687. zu Londen gebohren , und zeigte in sei.nen zartesten jähren eine grosse neigung zu den wissenstbaff«tcn, wie er sich denn immer unter feinen neben-schülern her-vor that. Nachdem er nun den gründ seiner studien zu Lon­ den gelegt, sandte ihn sein vatter, Benoni Rowe, nach Leidenin Holland , allwo er die Jüdischen alterthümmer unter Wit»sio, die Rechte unter Vitriario, die Litteras eleganteres un-ter Perizonio, und die Philosophiam experimentalem unterSenguerbio studirte, und durch seine ungemeine fähigkeit undangenehme aufführung sich sowol bey den Professoren als stu-denten in grosse achtung setzte. Nach seiner zurückkunft in En-gelland pflegte er seine morgen-stunden, und einen guten theildes nachmittags auf das studiren anzuwenden, biS er von derkranckheit angegriffen worden, an welcher er endlich gestor.den ist. Er hatte eine wohl-ausgefuchte sttmmlung von«chern, welche über 5000. bände in sich begriff, und war einvollkommener meister der Griechischen , Lateinischen und Fran-zösischen spräche. Sein gedachtnis war erstaunlich , und seinUmgang so angenehm, daß man ihn nicht ohne Hochachtunghören konnte. Obwol er zu allem aufgelegt war, so hat erdennoch die Historie sonderlich getrieben und geliebct. Er hattesich vorgenommen die grossen männer des alterthums zu be-schreiben , welche von Plutarcho Übergängen worden ; zu die.sein ende durchlas er die alten gcschicht-schreider mit grossemfleiß. Er hat aber dieses vorhaben nicht gantz ausgeführet.Achte von diesen ledens - beschreibungen sind nach seinem tobe,als ein supplement zu dem Plutarcho, durch den druck an daslicht getreten , und von allen kennrrn bewundert worden.Der Abt Bellenger hat sie auch an. 17)4. ins Französischeübersetzt. Er starb zu Hamstead ohnweil Londen , den 1;.may an. 171,. da er kaum sein 29. jähr angetreten hatte.Englischer Bayle.

* Koroe, (Elisabeth) des vorhergehenden Thomas Roweehefrau, eine gebohrne Singer, trat den n. sept. an. 1674. andas licht dieser weit zu Ilchester in Sommersetshire. In ihrerzärtesten kindheil merckte man schon eine grosse neigung an ihrzu der Mahlerey und zu der Ticht-kunst. Ihr vatter gab ihr

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