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Welsen noch mehr entzündet worden. Nach Rudolphi un-glücklichem ende fuhr Welfo nichts destoweniger fort, die Kay»serliche partey zu verfolgen, bekam auch Bisch off Siegfriedenzu Augfpnrg, der es mit derselben hielte, gefangen, undhielt ihn in ketten und banden, bis er sich mit einer anfehn,lichen summe gelbes ranzionirte, worüber ihm der Kayferdas vorüials geschenckte Hertzogthum Bayern wieder abnahm.Welfo wehrte sich mit ungleichem glücke, indem er bald ge-wann , bald einbüßte. Doch kam ihm zu statten, daß seinvatter in Italien , Azzo, an. ivyi. mit tobe abqieng, daer seinen brüdern anderer ehe, Fulconi und Hngoni, dieihn von der erbfchafft ausschliessen wollten , einen guten theilvon Italien abdrang , und daß fein söhn , Welfo V. durchVermahlung mit der reichen Gräfin Mathildis, mächtig wur-de. Wiewol bey der an. 109;. entstandenen uneinigkelt zwi-schen dem jungen Welfone und dieser seiner neuen gemahlin,wovon in beyder leben Nachricht zu finden, lenckten vatterund söhn sich wieder auf die Kayferliche feite, und erhieltendavor ihr Bayern wieder. Unser Welfo warb in seinem alterandächtig , stiftete nicht allein ohne viele andere fchenckungendas Augustiner-kloster Raitenbuch ; sondern nahm auch statteiner busse den crentzzug nach Jerusalem vor, auf welchem erfast alle die steinigen verlohren , undan.no,. beyPaphosaufder insul Covern gestorben, von wannen seine gebeine nachWeingarten zu seinen Voreltern gebracht worden. Von feinemgeschlecht, Vermählungen und posterität siehe Braunschrvei-gifch geschlecht. FeUer, in der genealog. hist. des Braun-schw. Lün. Hauses.
welfo V. des vorhergehenden ältester söhn, hat bey diesesseines vatters lebzeiten, um dem Hayfer Henrico IV. das qegen-gewrcht zu halten, sich mit der berühmten und mächtigen Gräfinvon Tuscia, Mathilde, von welcher ein besonderer artickulhandelt, vermählet, und in den ehe-pacten bedungen, daß ihrelande ihm heimsallen sollten , wenn er sie überleben würde.Dieses ist auch die »irjache, warum dessen bruders söhne, Hcnri-cuö 8uperbu8 und Welfo VI. sich der Mathildifchcn erbfchafftnachgchends angemasset. Das beylager unsers Welfonis mitder MathildiS, ward an. 1090. in der Schweitz gehalten, docherfolgte nach wenig jähren eine trennung, von deren Ursachendie unterschiedene meynungen in dem leben der Mathildis an-geführet worden. Der alte Welfo bemühete sich unterdessendie gemüther wieder zu vereinigen , und that dessentwegeneine reife in die Lombardey. Da aber Mathildis nicht ferneran diese Heurath wollte gebunden seyn, nahm vatter und söhndes Kayfers partey wieder an , und diesem wurde von demKayfer die succeßion auf Bayern zugesagt. Mathildis starban. ii 15. und gab durch die verfchenckung ihrer güther anden Päpstlichen stuhl zu mancher unruhe gelegenheit. UnserWelfo, dem also das vorhaben, der Mathildis lande durch Heu-rath an sich zu bringen, mißlungen war, ließ sich desto mehr an-gelegen feyn, seinem Bayerischen Hertzogthum wohl fürzuste-hen, und erlangte auch solchen rühm , daß viele grosse Herrenihre linder an seinen Hof schickten, daß sie daselbst wohl erzogenwerden möchten. In Italien verföchte er sein groß-vätterlicherbtheil, so gut er konnte, wider seines vatters stief-brüder, Ful-conem und Hugonem s Manso , und unterließ nichts , was zustistung eines friedenS zwischen dem Kayser Henrico V. unddem Papst Paschali II. dienen konnte. Er starb an. 1,19. oderoder 1120. zu Kaufringen, und ward zu Altorf im kloster Wein-garten in feiner Voreltern erb-begräbnis gebracht. Das Her.tzogthum Bayern, und alle seine andere güther bekam Heinrichder schwartze. Ex fönt. Feller, in der genealog. hist. desBraunschw. Lün. Hauses, c. 7.
VDelfo VI. Heinrich des schwartzen söhn, und Heinrich desstoltzeu bruder , erheurathete in seinen jungm jähren mitUta, Gottfrieds von Calbe und Pfaltzgrafen am Rhein tochter,alle dessen lehen und erb-güther; doch bekam er dessentwegenmit Graf Alberto, des verstorbenen Gottfrieds bruders-sohn,zu thun, welchen er jedoch nöthigte, daß er ihm fußfällig wer-den , und das schloß Calbe , nebst andern orten, zu lehn vonihm nehmen muste. Nach seines bruders Heinrich des ftol-yen Unglück, nahm er sich dessen hinterlassenen sohnes, Hein.rich des Löwen , an, und forderte Marggraf Leopolde vonOesterreich das Hertzogthum Bayern , welches demselben derKayfer Conrad III. gegeben hatte, im nahmen dieses seines jun-gen vettern wieder ab, und schlug ihn von Valai, so jetzt Achain,stein heißt, hinweg. Der Kayser Conrad nahm sich Leopoldi an,und belagerte das Welfische schloß Wejnsberg, schlug auch Wel.fonem, der ihn davon jagen wollte, in die flucht. Hierbey wirdinsgemein erzehlet, da es mit dem schloß Weinsberg auf die nei-ge gegangen < hätten die weiber, nachdem ihnen der freye abzua,mit dem, was sie tragen könnten, zugestanden worden , ihremänner aufgefasset , und also bey leben und freyhcit erhal-ten. Ob schon dieser umstand von den damaligen scribentenausgelassen , und insgemein davor gehalten wird, daß Trikhe-mius der erste sey, so dessen Meldung thue; so ist er doch auchin einer viel ältern Cölnischen geschriebenen chronick befindlich :nur ist zu mercken , daß wenn die geschichte wahr, doch Welfoselbst nicht dabey gewesen seyn kan , als welcher von aussenden Kayser zwingen wollen, die belagerung aufzuheben. Nachgedachten Hertzogs Leopoldi tobe, der «11.1,42. erfolgte, de-jkam er mit dessen bruder und Nachfolger in Bayern , Heinri-
chen , des jungen Heinrich des Löwen stiesvattet, »uund war desto eher ,m stände, denselben und den Kayser Äzu hallen , weil er von dem König Rogerio in P diu ?, CI ?Geisa in Ungarn mit geld unterstützt wurde. Doch üei fiihWelfo bereden, an. ,147. den ersten crentzzug indes KayserS zu thun , ehe noch ein vergleich zwischen ihmund seinen gegnern erfolget war. Er genoß auch von v-mKaystr viele liebes - bezeugungen. Doch nachdem ihn 2kranckheit nöthigte , von Jerusalem über Sicilien „ach 2zu gehen, ließ er sich von dem dortigen König Rvaerio lin-den , gleich nach seiner Heimkunft dem Kayser in das land mfallen, büßte aber an. n;o. ein, und ließ sich desto ebtt durckHertzog Fridericum, (der Kayscrs Conradi bruders, fetiSdes einaugigten , und Welfonis schwester Iudithä söhn >vaund bald darauf Kanser worden ) zum vergleich bereden wo!bey er Märdingen und einige andere orte bekommen Wie esendlich mit Bayern gegangen, ist unter Heinrich dem Löwe»nachzusehen. Der Nachfolger Kayfers Conradi, Fridencusoder Barbarossa, war nicht allein, wie erst gedacht , unsersWelfonis schwester söhn , sondern hatte auch dessen hülffe indem Italiänischen kriege vonnöthen, derowegen er ihn mitder Marggrafschafft Tuscien oder Toscana, dem HertzvqihumSpoleto < dem Fürstenthum Sardinien und der Malhilbiserb-landen belehnte, auf welche letztere er ohnedem aus denehe-pacten der Mathildis mit seines vattern bruder, WelfoneV. prätension machte. Er gienq also in Italien , nahm dasihm verliehene land in posscßivn, und überließ dessen admi-nistrirung seinem söhne, Wclfoni VII welcher zwar an. nöiund ,iü;. sich bey der Kayscrlichen armee aufhielt, aber dochden Kayserlichen Lommissariis und soldaten , wenn ste undMge qewaltthätigkeiten in der Lombardey vornehmen wollien,sich tapfer widersetzte; womit zwar der Kayser nicht zum bestenzufrieden war, doch kam es mit ihm zu keiner rupturzivolaber kriegten vatter und söhn mit Hugone lll. Pfaltzgrafen zuTübingen , zu thun. Dieser war ein vasall Welfonis, und halleeinen andern von des Hertzogs lehn-leulhen aufhcncken lassen,auch das schloß Märingen verheeret. Der alte Welfo ivareben nach Italien gereiset. Unterdessen griff sein foh» an. 1 164,zu den waffen, und hatte die Bifthöffc von Augfpnrg, Epeynund Worms , nebst unterschiedenen dürften und Grafen aufseiner feite; hingegen stunden dem Pfaltzgrafen Hertzog Feie,brich in Francken, Kayfers Conradi ll'l. söhn, die Grafenvon Zoller» und andere bey. Die Welfische parten wurde beyTübingen geschlagen , und muste mit Hinterlassung 9-«. ge.fangenen und einer grossen beute das selb räumen. Sobald der alte Welfo in Italien davon Nachricht bekam, gjcnger an. 1165. nach Hause , und brachte durch Vermittelungdes Kayfers Friderici Barbarossa: , die ftcylassung der gefange-nen und friede zuwege , der aber tzleich im folgenden iahnaus war, da der lerm von neuem angieng, und die Fürsten einander das land sehr verwüsteten. Doch Hugo muste nochan. n66. auf dem Reichs-tage zu Ulm sich seinem Lebns-Herrn , Welfoni, unterwerffen, und in das schloß Rcudnrqin der Schweitz sich gefänqlich verwahren lassen, worinn er d>§zu dem tobe des jungen Welfonis blieb, welcher an. 1167· er.folget , indem derselbe, als er dem Kaystr Friderico BarbarossaRom einnehmen hetffen, in Italien an der pest gestorben, undseine gebeine zu Steingaden begraben worden. Der alteWelfo war in eben diesem jähre zum ander» mal nach Irrn,salem gereiset, und hatte feinen söhn auf dcr rückreist noch zuRom gesprochen. Nach dessen tobe trug er zivar erstlich sti.ne güther feines bruderS Heinrich des stolyen söhn, Heinrichdem Löwen , auf, begehrte aber davor eine ansehnlichesumme gelbes, und als dieser aus hoffniing , Weist wurdeohnedem bald sterben, nicht recht damit heraus rücken woll.te, gab er dieselben feiner schwester söhn, dem Kayser Fri.derico Barbarossa: und dessen söhn Henrico, brachte leine übn«ge ledcns-zeit in guter ruhe und aller ersinnlichen lustbarkmz», und bepensirte ein ehrliches theils auf das frauenzimmcr,theils auf die Geistlichen. Zuletzt ward er vor alter blmb,und starb an. 1191. zu Memmingen , im 76. iahtt seinesalters. Sein cörper ward mit ziemlichen solennitalen imkloster Steingaden neben seinem söhne begraben. Er halmit feiner gemahlin aus eiferfucht nicht zum besten qelebct,sich aber doch vor seinem ende wieder mit ihr verlohnet.Feiler, in der genealog. hist. des Braunschw. Lun. HauicS,c. 10.
welfo VII. des vorhergehenden söhn, ist vor dem valierge-storben, und also was von dem^lben merckwurbig war, jatstiin dessen leben angebracht worden. Mit diesen beyden Fürsten ist zwar der nähme der Welsen gantzlich ausgegangen_, twgeschlecht aber von Welfonis VI. bruders, Heinrich des stobtzen söhn, Heinrich dem Löwm , fortqevgantzct worden.Wie aus der L»aunschweigischen geschlcchtS erzehlung zuersehen.
welicka, ein fluß in Mofcow, welch" die stadt OoMowin eine »nsul einschiiesset, und unterhalb Pleskow in die I»fällt.
welland , ein fluß in Engelland, welcher an den grentzeiivon Norlhampton und Leicestershire entspringet, ouwartS laust,und diese zwey Graffchafften von einander llvndet, »wnachmals aber Rukland von Norlhamptonshire ^^nd^.