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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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Darauf gehet er nord-vstwärtrS in Lincolnshibe, und ergeußtsich daselbst nebst verschiedenen kleine» strömen in die see.In Leicestershire bewässert er Hardorough , in Lincvlnshireaber Stamford , Market Doping , »Crowland und Spal-dinq.

IVellehrad, ein Cistercienstr-kloster in dem MarggrafthumMähren » eine stunde von der grentz-vestung Hungarisch Rha-bisch , ist in der gegend, allwo vorher» die berühmte residentz,stadl der Könige der Marcomanner eben dieses nahmens Wel-lehrad gestanden, um das jähr 1202. von WladiSlao, Marg-grafen in Mahren » gestiftet» und von den nachfolgenden Marg«grasen mercklich vermehret worden. Der Böhmische KönigOtkocar hat es an. 12-8. in schütz genommen» und unter diezahl der Königliche» Stifter gcsetzet. Der Abt daselbst ist dererlte Prälat in dem Margqrafthum Mähren, und hat auf denLand-tägen den erste» sttz unter den Prälaten.

Wellenberg » ein schloß und Gerichts-Herrlichkeit im Thür»aöw gegen Psyn über gelegen »so seit an. 1701. von dem CanlonZürich , der sie erkauft, zu einer Oder-Vogtey gemacht, und ausdem grossen Rath» ie auf neun iahr abwechselnd, bevogtct wird»hatte vor zelten einen eigenen Adel dieses nahmens , der aberlängstens abgegangen. Sonsten war auch ein anderer Edel-sitzdieses nahmens»im Canton Zürich » unfern Pfungen gelegen,so aber eingegangen ; diesen samt andern nächstgelegenen Herr»lichkciten » hat auch ein altes gut adeliches geschlecht besessen,welches hernach zu Winterthur und endlich zu Zürich sich gesetzthat, den vesten thurm an der brunngasse an sich gekauft, und sel-bigen mit seinem geschlechts-nahmen Wellenberg belegt. Es istallda bey kurtzen mhren ausgestorben. Von selbigen lebte an.1277. M. Andreas, Chor - Herr zum grossen Münster . Des-gleichen an. 1,41. Johannes» auch Chor-Herr allda. An. 1476.Johannes, war Dom-Herr zu Chur . An. 142?. Bonaventura ,Abt zu Rhynau. An. 1459. Hans, Gerichts-Herr zu Pfungen ,ward bürqcr zu Zürich . An. i;;o. lebte Hans, der zum zwey-ten mal Bürgermeister zu Costantz ward. Dyrstelers Zürich ,geschlecht,buch»

Wellenstein, (Schmidt von) eine Freyherrliche familie inSchwaben , welche an. 1646. der^and-matricul in Tyrol miteinverleibet worden. Johann cchnnbr hat an. 148s. zuAugsburg gelcbet. Von feinen enckeln ist 1.) Gallus Obersterund Commcndank zu Königshöfen in Francken gewesen. 2.)Valcutinus düssete» als Hauptmann, bey der an. i??,. erfolg-ten croberung der stadt Utrecht sein leben ein. ,.) Henricus hat-te Ursulam Rcutin von Wellenstein , die letzte ihres geschlechts,zur ehe, und nahm dahero zuerst den nahmen Wellenstein an.Er blieb als Hauvtmann in Sicilien , und hinterließ unter-schiedliche kinder, von denen Valenlinus II. sich als KavferlicherOberster hervorgethan. Arsenius Franciscus, ein enckel des ob-gedachten Dalentini l. war an. 167s. Kaystrlicher Truchseß.Brandts Tyrol. ehrcn-kräntzlein, P. 11.0.124. Bucel. stemm.F. IV.

I Dellet, (HieronnmuS ) wurde an. 1499· den fcvt. zuFreyberg m Me,gen gevohren. Er war aus dem adclichcn ge-schlechte derer von MolSdorff, und zwar aus einer besondernliiiie, welche von dem wehlen bey einer erb-theilung, die Wehler,und hernach die Weller genannt worden. Sein vatter, HanSWeller von MolSdorff, Bürgermeister zu Freyberg, welchesamt seine vorfahren lange zeit zuvor geführet haben , war beyzwey Hertzogen, Gevrgio und Henrico, welche ihn oft.zu rathegezogen , in grossem ansehen, und wurde von jederman wegenseiner frömmigkeit und aufrichtigkeit geliebet. HieronymuSwurde bald anfangs zur stadt - schule in Freyberg gehalten,nach seines vatters tobe aber von den Vormündern, nebst sei-nem bcliber Petra, nach Naumburg geschickt. Von dar ka-men sie nach Wittenberg , woselbst er sich sonderlich in derGriechischen spräche vest setzte, und in dem lyden jähre seinssalters Maxister wurde. Weil aber die Vormünder ihr vätter-liches erbe um ein geringes verkansset, und er feine studienfortzusetzen wenig mitte! hatte, begab er sich an. 192;. nachZwickau , nahm daselbst einen schul-dienst an, und profilirte dieGriechische spräche. Nach zwey jähren wurde er zum Reäkorder schule nach Schneeberq beruffen, woselbst er nur ein jährlang gewesen. Denn iveil seine gnverwandten an ihm spürten,daß er zu höher» dingen zu gebrauchen » griffen ihm seinerMutter bruder Johann Bock, Dom-Herr zu Freyberg , undseines vatters schwester söhn, Caspar von Meraenlhal, Haupt-mann zu Freyberg, unter die arme, und schickten ihn wiedernach Wittenberg , in der meynung, daß er sich auf die Rechtelegen , und darinn in Ooäkorem promoviren sollte. Als eraber einsten 1 ). Luther » zu Wittenberg den Catechismum er-klären , auch in einer predigt den brauch der welt-kinder stra-fen hörte, wie sie nur ihr datum auf das zeitliche richteten,und wenige darum studirten, baß sie GOti und seiner tirchedienen wollten , mit beyfüqunq verschiedener cxempel, wieGOll zu allen zeitcn die Verächter, Lucianische spottet undruchlose leuthe so greulich gestraft, nahm er solches» zumaler sonsten den Luciannm fleißig zu lesen pflegen , sehr zu her-ben , verließ das bereits angefangene stuciium der Rechte,fieng die Bibel fleißig an zu lesen , wurde auch zwey iahr her-nach von Luther » in sein Haus und an seinen lisch genommen,welcher ihn allezeit als einen söhn geliebet, wie er denn aan-tze acht iahr bey ihm gewesen » in welcher zeit er Luther », Me-Histor. Lcxicon VI. Theil.

lanchthonis > Jonä und Pomerani lectiones fleißig besucht,und deren conversation gepflogen. An. 19 ? s. den 14. sept.prvmovirle er in voäkorem Theolog,« , und verhcurathete sichdas iahr darnach mit einer von Lutheri verwandtinnen , Annenvon Steigin, von welcher zeit an er sich theils zu Wiltenberg,theils bey dem Fürsten von Anhalt aufgehalten, bis ihn derHertzog Heinrich an. 15,9. zum ersten theologischen Professo-re nach Freyberg beruffen , und zum Inspector der schulegemacht hat. Nach Joh. Rivii abzuge wurde ihm das Re.ctorat zu Freyberg angetragen , welches er aber nur ein halbjähr verwaltet, bis er nachdem Adamum Sibcrum »um Re-ctore bestellet. Er hakte zwar viel vocationen , indem etvon dem Kayser Maximilian» II. nach Wien , von dem KönigeChristian0 von Dänemarck nach Coppenhagcn, in daSCHur«fürstliche Lonststorium nach Missen , auf die Academie zuLeipzig , und von dem Rath zu Nürnberg beruffen wurde, wel-ches er aber alles ausgeschlagen, und lieber sein leben zu Frey.berg in ruhe zubringen wollen. Als er daselbst sein amt we-gen alters und Unvermögens nicht mehr abwarten können » hater dasselbe Johann Schützen, Pfarrherrn zu St. Petri, überlas-sen müssen, und in seinem Museo , welches er in seinem gartengehabt, sein leben mit gcbät, lesung der Bibel und schristenzugebracht. Er starb endlich den 20. martii an. 1^72. an einemschlagfliiß, seines alters 7;. iahr. Er hatte zwey söhne, Hier»,nymum, welcher sich in Oesterreich gewendet, und Pctrum, wel,chcr in den krieg gegangen, ingleichen zwey töchter, Margare-tham und Annam. Er hatte viel geistliche anfechtunge», warauch nicht zum predigen zu bringen , wie er denn nur einmalzu Naumburg geprediqet. Seine vornehmste schristen sind:Comrnentarii in Libros Samuelis & Regum; Commentarius inPlal. XXXVI.; Consilium de Studio Theologico rite instituen-do ; Commentarius in Epist. Pauli ad Epheöos; Enarratioaliquot Psalm.; Commentarius in Epist. Pauli ; Antidotumadv. Tentütioncs ; Postllla; Auslegung des Buchs Hiob ; Ana-lecta Welleriana und viel kleinere schristen, welche zu Leipzig in zwey folianten zusammen gedruckt worden. Himpelii car.men de vita Welleri. SpcMgMbergS Adel-spiegel, P. I. lib. V.item hlst. vom geschlechte derer von Molsdorff. Mollen theatr.Freyberg. l.emmeliu i, in "Wellero redivivo&c.

Wellerus, (Jacobus) von Molsdorff, aufKarsdorff, rc.Chur -Sachsijcher Over-Hof-Prediger, war aus dem berührtestWellerischen geschlechte, welches aus Thüringen in Voigtland gekommen, und sich hernach in Meiffen sehr ausgebreitet hat,darunter aber die Voigtländische linie gantz in abnehmen gera-then war. Er ward den 5. dec. an. 1602. zu Nenkirchen imVoigtlande gevohren. Sein vatter war Georg Weller, welchensein vormund, weil ihin sein vatter jung verstorben, das becker-handwerck erlernen lassen, dabey er auch verblieben , bis er dasmeister-recht erlanget. Nachdem er aber in erfahrung ge-kommen , daß er aus dem vbdemeldten alten Wellerischen ge-schlechte sey, hat er sich in den Ungarischen krieg begebe» , undist mit guter beute wieder zurück qekehret. Sein vatter schick-te ihn in dem sechsten jähre seines alters in die fremde, undsolgends den 10. jul. an. ,6,;.ach Schlackenwald in Böh.men, allwo er die sundamenta linguarum behöriger Massenlegte. AIS aber an. 1620. Tilly nach Schlackenwalde kam,hat er sich nebst andern wieder in das Churfürstenthum Sach.sen retiriret < wäre aber unterwegens bald linker die baurengerathen. Hernach wendete er sich nach Nürnberg , woselbster zu cd. Aegidii ein gantzes jähr frequentlret, auch des Poe-ten Matthiä Zuberi privat-information genossen hat, bis erferner von einem Patricio selbigen orts, Wilhelm von Box«berg , auf das Oymnasium nach Schlei,singen recommendirtworden , woselbst er sich aber wegen der beschwerlichen kipper-zeit nicht über ein jähr aufhalten können. Dannenhero erwieder nach Nürnberg , und zwar in grosser lebenS-gefahr, zog,indem er von den foldaten bald ermordet worden. Von dargieng er an. ,62z. nach Wittenberg , brachte aber nicht mehrals einen grosche» dahin, und innste theils mit famuliren, theilsmit informiren sich hinbringen. Er fieng darauf an, andereStudiosus privatim zu unterrichten , wovon er so viel jam«melle , daß er an. 1627. inMagistrum promoviren konnte. An.16; 1. wurde er Adjunctus Philosoph!« , und bekam solchen ap-plansum, daß er in der stube keinen räum Hatte, seine Auditoreszu fassen, dannenhero ihm der Rath die kloster - kirchc, umdarin,, zu lesen, einräumte. Insonderheit legte er sich miternst auf die Theologie, erhielt auch erlaubnis darin» zu le.sen, und wurde dergestalt bekannt, daß er nach Breßlau,Stettin , Berlin , Gera und Leipzig in Vorschlag kam, auchzum Rectorat der land-schule zu Meiffen beruffen wurde:weil er aber vorschützte , wie er darüber seine studia theolo!gica meistens fahren lassen müste, erhielt er Profeißonem ex-traordinariam in der Theologie, und solgends die Professionder Orientalischen sprachen, worauf er den 20. oct. an. ,6,c.in Doctoren, promvvirte. An. 1640. wurde er von der stadtBraunschweig zu ihrem Kicchen-Coadjurore, und an 1646nach Matthia Hoe tobe von dar zu der Ober - Hof-Prediaer^stelle nach Dreßden beruffen. Er hat mit der ChurfürstlichenHofstatt viel reisen gethan, als an. rözz. mit Churfürst Jo-hann Georgei. nach Prag , an. isy«. mit Churfürst Johann Georg II. auf den Kayserlichen wahl-tag nach Franckfürt, ani66,. mit der Churfurstin und dem Chur-Printze» in Däne^Rrrr, marck,