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General Historien Erster Theil : Der aller Nammhafftigsten unnd Fürnemmsten Geschichten, Thaten und Handlungen, so sich bey ubergebung und ende des Grossmechtigsten Keyser Carols des Fünfften, unnd anfange Ferdinanden seines Bruders, Regierung: In Geistlichen und Weltlichen sachen, zu Wasser und Landt, nicht allein im H. Römischen Reich Teutscher Nation, sondern auch in anderen anstossenden Königreichen ... zugetragen und verhandlet worden: Sampt etlicher Fürsten und Herren leblichen und wahren Bildnussen ... / Alles ... zusammen gebracht: In sieben Bücher abgetheilt, und ordenlichen von dem 1555. Jar ... erstlichen zu schreiben angefangen. Durch Doctorem Adamum Henricpetri. Jetzund aber durch seinen Sohn Jacobum Henricpetri der Rechten Doctoren, von newem ubersehen, an vielen orten gemehret, und auff folgende Jar continuieret
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lbij Der General Hiſtoꝛien

1556. deren Tochter der her: von Aumalle/ des Cardinals von Lothringen Bꝛuder zur Ehe

König Dein hat gehandlet worden/ daß der Koͤnig fein Hilff verſpꝛochen/ vermeint entweders Nea

rich auß

*

, n pels zu erobern/ oder auff das minſt ein Statt der obgemeldten Verſicherung in feinen

., n{fo ein Fuß in Italiam ſetzen. j

dem, gewalt zu bringen/ vnd allo hin J|\

ö Man vermeint/ d Coneſtabel,ð vorhin darwider geweſen/ hab es leſtlich auß zweyVꝛſachen geſchehen laſſen: Erſtlich/ dz er nicht vaſt leidig/ die von Guiſen in frembdenLanden kriegen geſehen/ darab kein gluͤcklicher außgang zu verhoffen. Demnach/ zu er-hoͤhung feines Geſchlechts/ vnderſtund er feinen elteſtẽ Sohn Herꝛn zu Montmoꝛen-zi/fürglich auß d Gefencknus heim komen/ nachdem er fuͤnfftzig tauſent Cronẽ Scha-gung bezahlt mit des Hertzogen von Chaſtres Witfrawen zu verehelichen.

Wie nun ſolches dem Coneſtabel zugeſagt/ vnd man mit der Hochzeit die Ehe voll-ziehen wolt/ verſtendiget der Herꝛ von Montmoꝛenzi feinen Vatter an S. Franciſcustag im Ockober/ durch det von Colligny Cardinal zu Chaſtillon vnd Admiral ſeineVettern /er habe ſich mit dem Fraͤwlin von Piennes verſpꝛochen/ koͤnne derhalben keinandere zur Ehe nemmen. Deſſen der Coneſtabel nicht zu frieden/ laßt die von Piennes in ein Cloſter eynbeſchlieſſen/ vnd verſucht alle mittel die fürgenommene Ehe zu beſtaͤ-tigen/ gedacht er bedoͤꝛff te darzu des Bapſts hilff.

Es bedunckt den Konig er were nicht der erſt geweſen/ den Anſtand auff zuheben/ ſonder Konig Philip/ der den Bapſt bekriegt/ wellicher auch darinnen begriffen war/ auchſonſt viel ꝛſachen geben hette. Alß nemlich d Gꝛaue von Mega /Regent zu Lůͤtzelburg-habe Metz ihm entziehen wollen. Item/ u Mariemburg die Brunnen vergiff ten/ dz derZuſatz darinnen darab ſturbe. Der Hertzog von Saphoy hab etliche Veſte in Franck-reich auff den Grentzen mit jhꝛen gelegenheiten abcontrafehtẽ laſſen. Ein Secretariusdes Biſchoffs von Arꝛas/ habe zu Bꝛüſſel zwen Soldaten Gaſconier/ Bourdcaur zuverꝛhaten abgefertiget/ in Italia Montem Alcinum/ vnd Gꝛöſſetum in fein gewaltbringen woͤllen/ vnd andere Sachen mehꝛ. Aber es wurdẽ etliche ſtuck durch des KoͤnigsPhilips Parthey widerlegt/ vnd etliche gar verwoꝛffen.

Chen in dieſem Jar ſeind verlauffen die füͤnff jar des Anſtands ſo der Hochwirdig

Fuͤrſt Jodocus von Reck /Biſchoff zu Derpten/mit groſſem koſten bey dem Moſcowy

ter zuwegen gebꝛacht hat/ mit dem geding/ zu Rigen/ Reualien/ vnd Der n he dieMoſcowytiſchen zerbꝛochnen Tempel wider gebawẽ werden: Item den Tribut auß derLandtſchafft bezahlen/ der jhnen auffgelegt/ Alle alte Klag abſchaffen. Derhalben von

new em der Hochmeiſter Wilhelm von Furſtenberg Teutſchen Bꝛdens vnd der Disſchoff zu Derpten Hermannus genannt/ Botſchafften den Frieden zu begeren abgefertiget habẽ/ dieſen gab der Moſcowyter zu antwort: Er woͤlle den Teutſchẽ kein Friedenmitthellen/ weil fie die Kirchen nicht wider auff gebawen/ vnd den Tribut nicht bezahlt.

Aber doch auff fuͤrbitten feiner Rathen / bewilliget er drey jar lang: Hiezwiſchen ſollen

ö ſie verſpꝛechen/ alle zerſtoͤꝛte Kirchen auffzurichten/ vnnd für ein jeden Menſchen einMarck Shlber in der gantzen Landtſchafft Derpten zu geben/ auß genommen die Pꝛie-ſterſchafft die gefreyet feyn ſolte. Wañ ſolches beſtaͤtiget bekrefftiget wurde/ durch

jhꝛ zuſagen vnd eignem Sigel/ ſollen ſie drey jar lang eines Friedens Anſtand habẽ/

das von wegen feiner Hauptleuten vnd Raͤthen Fürbitt, Die Botſchafft vnderſchꝛeibt

dieſe Geding/ voꝛauß dieweil ð Biſchoff zu Derpten jhnen befolhen den Frieden in all-

eren weg zu MACHE Es iſt aber bꝛeuchlich daß d Moſcotoyter auch feine Geſandten zum Bisnewen Srie» ſchoff ſchickte/ die zur beſtaͤtigung vnd haltung eines wahꝛen Friedẽs/ ein Creutz kuͤſſen

den mit dem

öfen, muͤſſen/ die Geſandten alß ſie zu Derpten ankommẽ/ woͤllen das Creutz nach gewohn-

ö heit nicht kuͤſſen/ es onder ſchꝛeibe vnd beſigle dann zu vos die Statt vnd der Bi choff zuDerpten/ was die Geſandten dem Moſcowyter ver ſpꝛochen. Es hatt damalen der Bi-ſchoff einen Cantz ler/ der beredt den Biſchoff/ er ſolle nur froͤlich vnderſchꝛeibẽ/ vnd besſiglẽ/ ws jr beger ſey/ muͤſſe darum̃ de Moſcocoyter nicht halt? /was ſie jn zumutẽ. DieLiflaͤnder ſeyen gewaltig ſtarck gnug/ dem Moſtowyter widerſtand zu thun/ wañ fiemit Krieg angefochtẽ werde, Demnach kehꝛẽ die Moſcowytiſchẽ Geſandtẽ A

866. zu jhꝛem