9.
Kam deine Stunde, Colombine?
Ich seh's an deinem Auge hohl und leer,Ich seh's an deinen regungslosen WangenDie Hand irrt tastend hin und her,
Doch ihr Erzittern ist nicht mehr
Das zart nervöse Lustverlangen
Wie einst.
Kam deine Stunde, Colombine?
Pierrot steht vor dir
Und schwingt die weiten, weißen ÄrmelfaltenUnd zaubert deinem Blick verworrne Traum-
gestalten.
Die rosigen Schemen holder Jugendstunden,Die blutigen Greuel eitler Liebeswunden,Sie alle kommen stark und schicksalsschwer-Wenn dir auch Licht und Leben bricht,
Sie sterben nicht
Und schleudern dein gequältes Herz umherWie einst.
Pierrot steht vor dir.
Pierrot weiß es, was in deiner Seele wacht.Und plötzlich hält er dir das welke Sträuß-
chen vor,
Das er dir einst geschenkt in linder Julinacht-Ach, der verliebte Tor.-
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HANNS
22
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Schlicht.