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Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
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Eine officielle Unterstützung der Hugenotten wagte zwarBern nicht, aber es gestattete heimliche Werbungen. Unter großerTheilnahme fand der Auszug statt. Niklaus von Diesbach führteihn. Mit offenen Fahnen marschirte er ab. Aber von Frankreicheingeschüchtert berief man sie bald wieder heim. Ja, Vorschlägeder Franzosen zu einem Bündniß fielen auf günstigen Boden,als sie den Besitz der Waadt garantirt und erklärt hatten, derBund gelte nicht, wenn der König den evangelischen Glaubenbekriege. Der neue Ansbruch des französischen Religionskriegesmachte den Abschluß des Bundes unmöglich. Es war ganz ver-geblich gewesen, daß Rudolf von Erlach im Namen Berns fürdie Hugenotten Fürsprache eingelegt hatte.

In der Lombardei und in Savoyen sammelte der Herzogvon Alba ein gewaltiges Heer (1567), mit dem er die Niederlandebezwingen wollte. Bern mußte fürchten, daß Alba sich ihm auchfühlbar mache, was den übrigen Orten nur lieb gewesen wäre.Sofort stellte es 10,000 Mann auf Piquet. Aber die Gefahrging glücklich vorüber.

Von neuem bot Frankreich ein Bündniß an. Man wollteweder ein solches annehmen, noch den Hugenotten thätig helfen.Aber der unermüdliche französische Gesandte de Bellievre, einseiner Diplomat, erreichte, daß 26 schweizerische Fähnleinauch Berner zu Karl IX. gegen die Hugenotten zogen (1570).

Auch der Herzog von Savoyen söhnte sich soweit aus, daßman einen Defensivvertrag mit ihm einging. Zum Bundes-schwur wurden nach Chambäry der Altschultheiß Beat Ludwigvon Mülinen, der Seckelmeister Niklaus von Graffenried, Hansvon Wattenwyl und Jakob Delsperger, beide des Großen Raths,abgeordnet. Sie wurden Wohl empfangen, die goldnen Ehren-ketten aber, die sie erhielten, mußten sie bei ihrer Rückkehrin die Münze abliefern.

Die Ereignisse in Frankreich nahmen immer mehr die Auf-merksamkeit und Theilnahme in Anspruch. Als die Nachricht