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reicher ein. Da auch aus Schwaben Truppenansammlungen ge-meldet wurden, mußte Bern auf die Sicherung seiner Grenzeim Norden bedacht sein. Gerne bewilligten die evangelischen Ortemit Freiburg und Solothurn den Franzosen zum Kampf gegenden Kaiser und Spanien zwei Regimenter, deren eines dernachmals so berühmte Hans Ludwig von Erlach von Castelenals Oberst in Piemont, das andere der Freiburger Franz vonAffry in Lothringen commandirte.
Rings an den Grenzen der Schweiz wüthete der dreißig-jährige Krieg. Die größte Umsicht und Klugheit war nöthig.Wenn die Schweiz nicht in ihn verwickelt werden sollte. Strengebemüht, die Neutralität zu wahren, konnten die eidgenössischenRegierungen wirklich den zerstörenden Krieg von ihrem Landefern halten. So wies man einen Antrag des großen SchwedenkönigsGustav Adolf ab, der ein Bündniß gegen den Kaiser zu schließenWünschte. Die Fortschritte des Königs sahen die Evangelischenzwar gern. Ja Bern ließ seinen Sieg bei Leipzig durch einenöffentlichen Danksagungstag feiern.
Dem Kaiser erging es übel. Die Franzosen, Schweden unddie protestantischen Fürsten Deutschlands standen gegen ihn imFelde. Die Freigrafschaft, das wichtige Bollwerk gegen Frankreich,war jederzeit in Gefahr, von diesem verschlungen zu werden.Der edle Herzog Heinrich von Rohan, ein Hugenotte, erhieltBefehl, das Beltlin wieder zu besehen. Die Bündner kamenihm entgegen. Vor allem Jürg Jenatsch reichte ihm die Hand.Aber als dieser erkannte, daß sie nur den Herrn gewechselt,die Franzosen statt der Spanier über sich hatten, faßte er denPlan, die Franzosen zu vertreiben und das Land wirklich freizu machen. Er verbündete sich mit den Spaniern. Der Hinter-gangene Herzog von Rohan verließ das Land. Bald nachhererlag er einer Wunde, die er im Heere des Herzogs von Weimarbei Brücken empfangen, zu Königsfelden, am 3. April 1638.In Genf ward er bestattet.