Buch 
Bern's Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700jährigen Gründungsfeier / von Wolfg. Friedrich von Mülinen
Entstehung
Seite
140
JPEG-Download
 

^ 140

Eben dieser Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar erwarbsich im Norden der Schweiz große kriegerische Lorbeeren. Ertrug sich mit der Absicht, im Elsaß ein eigenes Fürstenthnm zubegründen, war dann aber mit sammt seinem Heere in französischeDienste getreten. Damals befand sich bei ihm als sein getreuerFreund und Diener der General Hans Ludwig von Erlach vonCastelen. Ungern hatte Bern den tüchtigen Kriegsmann ausdem Dienst des Vaterlands scheiden sehen und ehrenvoll alsOberst und Generallieutenant entlassen. Herzog Bernhard hatteden wichtigen Platz Breisach genommen, und war in die Frei-grafschaft eingefallen. Aber der edle Held starb, seinen Anstren-gungen erliegend, schon 1639, erst 35 Jahre alt. Was er innegehabt, übergaben seine Generale vertragsgemäß an Frankreich.

Schon beim Ausbruch des großen Kampfes war Bern zueinem Werke geschritten, das einestheils die Gefahr, andern-theils die Fortschritte des Kriegswesens nöthig gemacht hatten.Fast dreihundert Jahre waren vergangen, seitdem der letzteMauergürtel um die Stadt gelegt worden war. Aber Mauernund Zinnen genügten nicht mehr vor den schweren Geschützen,es bedurfte großer Schanzen und Bastionen.

Zwei Franzosen befanden sich kurz nach dem unglücklichenVeltlinerzug in Bern, Agrippa dÄubigno und der Graf de laSuze, die man nebst dem waadtländischen Ingenieur Franz vonTreytorrens mit der Ausführung des Werkes betraute. ImApril 1622 begannen die Arbeiten, von denen heute nur nochkümmerliche Reste bestehen. Rings um die Stadt von der Waldeckbis zum Bremgartenwald waren Befestigungen vorgesehen; zurAusführung kamen aber nur die Schanzen vor dem Christo-phelthor. DieGroße Schanze" wurde als Kronenwerk angelegt.Vor einem Hochwall für die Artillerie war ein Niederwall undvor diesem ein breiter Wallgraben. DieKleine Schanze" bestandaus zwei Bastionen. Innerhalb der Schanzen fand man fürgut, das Christophe!- und das Aarbergerthor durch Vorwerke