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Wagen fuhren die Gesandten am Abend des 11. November in denLouvre. Der Herzog von Enghien führte sie in den Audienzsaal, woLudwig XIV., umgeben von den Prinzen von Geblüt, unbedecktenHauptes sie begrüßte. Er reichte jedem der Gesandten die Handund antwortete dem Bürgermeister Waser, der zu ihm im NamenAller gesprochen. Darnach stellten sie sich der Gemahlin undder Mutter des Königs vor und machten auch dem kleinenDauphin ihre Aufwartung. Es folgten Bankette und Einladungenbei dem Herzog von Orleans, dem großen Prinzen von Conds,bei den Ministern Löuvois und Colbert, bei dem MarschallTurenne. Ein anderer der großen Herren, der Marschall vonGramont, unterhielt sie durch eine Komödie, die Molisre spielte.
Am 18. November sollte der Bund beschworen werden.Königliche Wagen brachten die Gesandten in den erzbischöflichenPalast, wo Condä und die vornehmsten Würdenträger sie indie Kirche von Notre Dame abholten. Der König hatte zu seinerRechten die Prinzen und Marschälle und die hohe Geistlichkeit,die Schweizer traten zu seiner Linken. Die Feierlichkeit wurdedurch Gottesdienst eröffnet, dem die Evangelischen, so lange dieMesse währte, nicht beiwohnten. Dann ergriff der Botschafterde la Barde zum Lobe der Eidgenossenschaft das Wort, nach ihmder Bürgermeister Waser, worauf der König antwortete. Nunlegte ein Cardinal das Evangelienbuch vor, auf das jeder Gesandteund zuletzt der König zum Zeichen des Schwurs die Hand legte.Ein Ns vouiu beschloß die Feier. Im erzbischöflichen Palastfand noch ein Mahl statt, zu dessen Ende der Hof erschien undder König ein Hoch auf seine Bundesgenossen ausbrachte. ZweiTage darauf, nachdem sie noch einer Parade beigewohnt, reistendie Gesandten reich beschenkt wieder nach Hause.
Wenige Jahre waren vergangen, als Ludwig seine Erobe-rungskriege begann. Es berührte die Schweizer nahe, als Condoin die Freigrafschaft einfiel. Im Frieden Von Aachen (1668)mußte der König zwar die Freigrafschaft wieder an Spanien