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Großen Raths, war beschäftigt genug. Dem Beispiel andererLänder gemäß fand eine neue Truppenorganisation statt: DieMannschaft ward in Regimenter, diese in Compagnien eingetheilt.Regimenter gab es sechs: Stadt, Oberaargau, Unteraargau,Oberland und zwei Welsche. Im Zeughause waren nach derSchätzung Ludlows Waffen für mehr als 20,000 Mann.
Mehr noch, Bern dachte eine eidgenössische Armee in's Lebenzu rufen. Der Venner Hans Rudolf Wurstemberger trug seinediesbezüglichen Vorschläge den Räthen vor, die sie genehmigten;er und sein Amtsgenosse Samuel Frisching erhielten Befehl, dieReformen der Badenertagsatznng im September 1668 vorzulegen.Die andern Orte waren ihnen geneigt, weil sie erkannten, daßetwas geschehen mußte. So kam „in Beherzigung der Gefahrdes Vaterlandes, zur Erhaltung seiner Ruhe, Sicherheit undWohlfahrt und zum Schuhe der so theuer erworbenen herrlichenFreiheiten" im Jahr 1668 das eidgenössische Defensionale zustände. Man ordnete drei Auszüge an, deren erster 13,400 Mannstark mit 15 Geschützen, in zwei Corps zerfiel. Das eine solltevon einem Zürcher oder Luzerner, das andere von einem Berneroder Urner befehligt sein. Der eidgenössische Kriegsrath wardaus einem Ofsicier und einem Abgeordneten jedes Standesbestellt. In die Kriegskasse schoß jeder Stand so viel halbeThaler, als er Mannschaft in's Feld stellte. Die Verpflichtunggegenseitiger Unterstützung War beigefügt. Es war ein Schrittin einer Richtung, die zum Guten geführt hätte. Leider kamman nicht weiter.
Nothwendig wäre es gewesen, sich des Westens zu versichern.Allein es kostete unendliche Mühe, bis die Waadt in den Bundes-kreis aufgenommen war, weil die katholischen Orte immer ihrenFreund, den Herzog von Savoyen, als den rechtmäßigen Besitzerdes Landes betrachteten. Von einer Aufnahme Genfs in denBund, die dieses selbst gewünscht, die Bern und Zürich befür-