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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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Seite
7
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bedeutsameren Punkte habe ich mit Dir zu sprechen. Ich will Dichjetzt nicht daran erinnern, daß ich Dich, in anbetracht des ernst-lichen Wunsches Deines sterbenden Paters und um mein ihm dabeigegebenes feierliches Versprechen einzulösen, als Protestant er-zogen habe."

Jawohl, ich bin ein Protestant," erwiderte Eduard in solchemgeschäftsmäßigen Tone, als wenn er sagte:Ich bin ein SohnFrankreichs, der Rormandic!"

Es ist Dir auch kein Geheimnis, mein Sohn, daß meineFrau, Deine liebe Pflegemutter, die Sache anders aufgefaßt hatals ich. Sie hat sich alle Mühe gegeben, das Heil Deiner Seelemir aufs Gewissen zu binden und mir zu beweisen, was ihr diePriester und Kasuisten vorgeredet (zu welchen letzteren sie aller-dings nicht gehört), daß es weniger Sünde wäre, ein Bersprechenzu brechen, das an sich schon sündhaft sei, als es zu halten. Dochmit dergleichen kasuistischen Fragen hatte und habe ich nimmeretwas zu schassen. Ich weiß nur soviel, daß einem Ehrenmannesein gegebenes Wort eine heilige Sache ist und das um so mehr,wenn der, dem es gegeben ward, das Einlösen desselben nimmerzu fordern oder zu erzwingen vermag. Dein Vater ist der besteFreund gewesen, den ich je hatte; er hat mir im Leben und auchim Tode vertraut, und ich werde solch Vertrauen nicht darumtäuschen, weil seine Asche nun im Grabe ruht und nimmer sicherheben und mich darum znr Verantwortung ziehen kann. Darumhabe ich Dich, wiewohl ich Dich nicht lehren konnte, was ich selbstnicht wußte, stets mit allem Fleiß von der Teilnahme an den Ge-bräuchen der Kirche ferngehalten und Dich, so oft es ging, zu denVersammlungen nach Vernon geschickt, damit Du dort von demGeistlichen Deines Glaubens die nötige Unterweisung empfingest."

Darauf gab Eduard die etwas eigentümliche Antwort:Ichhalte ihn hoch, meinen Glauben, weil er der meines Vaters ist;aber ich kann nichts Übles von der Religion denken, der Du unddie Mutter angehörst."

Mein Sohn, dort, wo Du jetzt hingehst, werden sehr vielesich bemühen, Dich gut von ihr denken zu lassen, um sie zu Deinereignen zu machen. Sie werden in Dich dringen, kirchlichen Funk-