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tionen beizuwohnen, große Prediger zu hören; alles, was Musikund Kunst, was das gütige Wort großer Männer, vielleicht auchdas bezaubernde Lächeln schöner Damen an Reiz haben kann, daswerden sie bei Dir probieren."
„O, was das letztere anbetrifft," meinte Eduard mit mehr M
Lebhaftigkeit als bisher im Blick, „ich sage Dir, nie werde ich eineDame halb so schön finden als Gencvwvc."
„Mein Sohn, wir reden hier in vollem Ernst, und ich bitteDich, mit vollem Ernste mir zuzuhören," versetzte sein Pflegevatermit dem Ausdruck der Rüge; „ich wollte Dir nur damit sagen,daß man Dir den Pfad der Umkehr zu unsrer Kirche mit Blumen ^ ^
bestreuen wird. Doch nimm Dich in acht! Darunter birgt sich bis-weilen ein Abgrund. Thue nichts unbedacht, thue überhaupt hier-bei gar nichts, möchte ich sagen, bis Du das Mannesaltcr erreicht hast.
Sage denen, die Dich in Streitfragen verwickeln wollen, daß Du, bisDu solche Dinge selber prüfen könntest, bei dem Glauben Deines Batcrszu bleiben entschlossen seiest. Geh' ganz ohne Hehl nach Clären-ton,*) falls es Deines Onkels Bestimmungen Dir gestatten! Bleibedes eingedenk, daß die Gesetze Deines Landes Deiner Religion denBoden des Rechtes geben, und daß Dich niemand um dessentwillenschmähen oder angreifen darf! Dir steht die Thür zu jedem mili-tärischen oder bürgerlichen Beruf genau ebenso offen wie dembesten Katholiken. Verstehe Deine Rechte nur, gebrauche sie! Dochich habe wohl nicht nötig, dies hinzuzufügen: Mißbrauche sie nicht!"
„Wie könnte ich sie denn mißbrauchen, mein Vater?"
„Das geschähe z. B. falls Du, sobald Du volljährig gewordenbist, Dich weigertest, die Unterschcidnngslchrcn beider Religionen zuprüfen und die zu der Deinigen zu machen, die Dir die beste er-scheint. Wäre es möglich, was es aber nicht ist, daß ich in zehnJahren noch leben sollte, so würde ich mich aufrichtig freuen, vonDeiner Umkehr zu uns zu hören, doch nur dann, nicht jetzt.
Beachte, warum jetzt nicht! Sobald Du einmal Deiner Religion
Tas war der von Paris in vorgeschriebener Entfernung sich befindendeOrt, wo die Protestanten in einem schönen, großen Tempel damals ihren Gottes-dienst hielten.