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Geneviève, oder, Die Kinder von Port Royal : eine Geschichte aus dem Frankreich vergangener Tage / von D. Alcock ; übersetzt von Elisabeth Klee
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Stunde mehr das Leben geschenkt. Nur zu wohl wissen sie, daßes sich bei ihnen um kein Bedingungen-Machen, um kein Handelnund Markten nins Leben, geschweige um eine Belohnung handelnkonnte; denn diese Fanx-sauniers-Banden haben auch nicht einenunter ihnen auszuweisen, der nicht zehnmal den Galgen nicht bloß,sondern das Rad verdient hätte. Selbst wenn Herr von Sercourtaufs Kruzifix Eide geleistet hätte, während ihre Messer an seinerKehle saßen, daß er ihnen allen vollen Pardon erwirken wolle, sosind sie doch nicht solche Thoren, daß sie auf derartig erpreßteEide sich verlassen und so ihre Köpfe in des Löwen Rachen ge-steckt hätten."

Sind irgendwelche Verhaftungen vorgenommen worden?Hat der Herzog Maßregeln ergriffen, den Leuten aufzuspüren undsie festzunehmen?" fragte Madame Montäres, immer noch mit der-selben unnatürlichen Ruhe. Charakteristisch für die damalige Zeitist es übrigens, daß sie solches Einschreiten vom Herzog, und nichtvom König oder von seiner Regierung erwartete.

Was in Menschcnmacht stand, ist geschehen, Madame. Nachallen Richtungen hin hat man mit bewaffneten Leuten die Graf-schaft durchforscht. Es ist wohl keine Rute breit Landes undnrch-spioniert geblieben. Aber faktisch, dieseFaux-sauniers" scheinenunsterblich zu sein. Sie tauchen auf, von woher, weiß man nicht,und gehen auch dahin, wo niemand es erfährt. Gleich ihremVater, dem Teufel, dem sie ohne Zweifel ihre Seelen verschacherthaben, können sie sich nach Belieben sichtbar und unsichtbar machen.Obendrein haben sie, wie man im stillen sich zuflüstert, Ver-bindung geschlossen mit den Geistern und Mächten, die seit den altenheidnischen Zeiten ihr Wesen in solchen abgelegenen Gegenden treiben.Es giebt Dinge, von denen man nicht redet, die aber darum dochbestehen. Auch haben sie geheimes Einverständnis mit der Bauern-schaft und vornehmlich mit den Kohlenbrennern, die ihnen Bescheidund Nachricht verschaffen und sie in ihren Hütten, wenn Not anden Blaun kommt, verstecken."

Aber der Herzog wird doch die Nachforschungen nicht ehereinstellen, als bis sich die Wahrheit bestätigt hat?" fragte Madame

(Äeneviöve.