11
gingen dennoch in die Höhe und das Steigen war, ab-gesehen von den Teuerungen bei Hisswachs, Krieg etc.,ein kontinuierliches. Kach Schmoller betrug die Ent-wertung der Edelmetalle von 1500 bis 1560 cirka 50%,für das Ende des 15. Jahrhunderts lässt sich ein ähn-liches Verhältnis konstatieren. Dazu kam noch dieVerschlechterung der Scheidemünze und die allgemeineVerwirrung, welche sich in höchst unangenehmer Weisegeltend machte. Zwingli klagt bitter darüber, dass soviele Städte und Fürsten Münzrecht haben, und meint,es sei beinahe ein Wunder, dass man es nicht auchnoch den Kesslern verliehen habe. Das meiste Geldsei ja doch von Kupfer! Die gute Münze werfe manin den Tiegel und mache nachher viermal soviel daraus.Eine Summe von Batzen, deren Wert 100 Gulden be-tragen sollte, sei kaum 27 Gulden wert etc.
Aus diesem Umstand ist es leicht erklärlich, dassfür grobe Geldsorten, für Gold besonders, aber auchfür Silber, ein bedeutendes Agio bezahlt wurde.
Der grossen Preisveränderung aller Lebensbedürf-nisse konnten bei den damaligen Verhältnissen die Tag-löhne nur schwer und langsam folgen, und besondersin Deutschland deuten die Stimmen aus dem Volkeauf sehr gedrückten Arbeitslohn hin. Zudem war esdurch Zunftzwang und eine Menge polizeilicher Be-stimmungen beinahe unmöglich gemacht, von einemErwerbszweig zum andern, bei dem sich vielleicht etwasmehr verdienen liess, überzugehen.
Hauptsächlich das Landvolk war in dieser Bezie-hung übel daran, da überall die Tendenz dahin ging,Handwerk und Gewerbe ausschliesslich auf die Städtezu konzentrieren. Da zudem der Bauer durch eineMenge schwerer Lasten, Zehnten, Bodenzinse, Fron-