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Nicht nur in der Schweiz, sondern ebensosehr inden Nachbarländern machte sich zu dieser Zeit einegrosse Preisrevolution bemerkbar. Die edeln Metallesanken in ihrem Werte, die Lebensmittel und beson-ders die Kaufmannsgüter stiegen im Preise; mit an-deren Worten: Das Leben wurde immer teurer.Dieser Prozess der Geldentwertung oder Preissteige-rung trat in seinen Anfängen nicht sowohl infolge derZufuhr von amerikanischem Silber ein, sondern nachden Ausführungen Schmollers *) infolge der zunehmen-den Ausbeute der europäischen, vorzugsweise derdeutschen Bergwerke, wozu noch die Wirkung des all-mählichveränderten Geldverkehrs kam. Das Geld wurdeaus einem Mittel zur Wertaufbewahrung mehr einsolches zum Umsatz. Es fing an rascher zu zirku-lieren, das einmal begonnene Steigen der Preise reizteimmer mehr zu produktiver Anlage desselben, und derKredit 2 ) dehnte sich aus, dem toten Aufspeichern wur-den viel geringere Summen gewidmet als früher, wodie produktive Verwertung noch schwieriger war. Um-sonst suchte man das Steigen der Lebensmittelpreisedurch polizeiliche Verordnungen gegen Kornwucherund Fürkauf zu verhindern, umsonst liess man Brot,Fleisch, Wein etc. amtlich schätzen; die Preise
Vergl. die treffliche Arbeit von Schmoll er: „Zur Ge-schichte der nationalök. Ansichten in Deutschland während derReformations-Periode.“ Zeitschrift für die gesamte Staatswissen-schaft, Bd. 16.
Deu Aufsatz von Lamprecht über die wirtschaftlichen undsocialen Wandlungen in Deutschland vom 14. zum 16. Jahrhun-dert (Zeitschrift für Social- und Wirtschaftsgeschichte, Bd. I,S. 191 ff.) haben wir leider nicht mehr benutzen können.
3 ) Über Kredit und Kreditgesetzgebung vergl. Schmoller a. a.0., pag. 685.