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pflege zu regeln, und schliesslich war das Resultatgleich null.
In dieser Hot wurde die 1672 eingesetzte Kom-mission 1 ), an deren Spitze der Ratsherr Samuel Jenner,Herr zu Utzigen, stand, beauftragt, zu untersuchen, obnicht durch einen Ritt von Abgeordneten des Ratesauf das Land, persönliche Unterhandlungen mit denGemeinden „und dergleichen nachdrückliche Mittel“zu helfen sei. Die Kommission und auch die Venner-kammer gelangten bei ihren Yerhandlungen zu demResultat, dass ein solches Yorgehen allerdings daswirksamste Mittel sein möchte, um sich mit demLandvolk zu verständigen. Offenbar hoffte man, dieswürde mehr Eindruck machen, als die früheren Vor-stellungen und Ermahnungen der Amtleute. Der An-fang sollte im Oberland, „daher der Schwall der ar-men Leute kommt“, gemacht werden. Mit den Unter-handlungen wurden die Herren Samuel Jenner undEmanuel Gross beauftragt. Die Art und Weise ihresVorgehens war gemäss ihrer Instruktion folgende:Zuerst erkundigten sie sich in jedem Kirchspiel beieinem Ausschuss von vier bis sechs Gerichtsgeschwor-nen, aus welchen Ursachen die Bettelordnung von1672 nicht zur Durchführung gelangt sei. Dann folg-ten Unterhandlungen und Ermahnungen, um für dieZukunft eine bessere Beobachtung des Mandats her-beizuführen. Die Abgeordneten suchten die Leuteüber die Mittel und Wege aufzuklären, wodurch esmöglich sei, zum Ziele zu gelangen; sie wiesen darauf
*) Schon 1672 waren vier Mitglieder des Kleinen und GrossenRates als Oberaufseher über die Durchführung der Bettelordnungernannt worden. Sie sollten besonders den Amtleuten an dieHand gehen, wo sich Schwierigkeiten ergeben, zu vermitteln suchenund sich nötigen Falls an Ort und Stelle begeben. Es ist dies derUrsprung der Almosenkammer.