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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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sie überhaupt im Zug jener Zeit liegt. Bei dieserEntwicklung wirkten, wie wir nachgewiesen haben, inhohem Grade ökonomische Interessen mit; seit derDurchführung der Bettelordnungen spielte die Furchtvor einer Yermehrung der Armenlast noch eine grössereRolle als früher, es galt nun,Yorsehung zu thun, dassmöglichst wenig Leute einziehen, welche der Armen-pflege zur Last fallen. Die Hintersassen erhielten inden Städten nicht wie in den Landgemeinden dasBürgerrecht, man sucht sie im Gegenteil mit allenMitteln abzuschieben und fernzuhalten.

Auf die ungünstigen Folgen dieser Abschliessungwerden wir hei der Betrachtung der Zustände im18. Jahrhundert noch näher einzugehen haben.

III.

Das XVI11. Jahrhundert.

Wirtschaftliche Lage.

Die wirtschaftliche Lage der bernischen Bevölke-rung war, wie im vorigen Abschnitt nachgewiesenwurde, am Ende des 17. Jahrhunderts keine günstige.

Noch hatte sich der Bauernstand nicht von derschweren Krisis, die ihren Höhepunkt in den fünfzigerJahren erreicht hatte, erholt, und mit dem "Wohlstandder Städte ging es infolge des Zerfalls von Handwerk,Gewerbe und Handel immer mehr bergab.

Das 18. Jahrhundert brachte, wenigstens für denBauernstand, ivieder bessere Zeiten *). Die Ernte-

') Über die wirtschaftlichen Verhältnisse im 18. Jahrhundertsind ausser dem Aktenmaterial des Staatsarchivs besonders dieSchriften der ökonomischen Gesellschaft, die geographisch-statistische Beschreibung des Schweizerlandes von Norrmann, die