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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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Joh. Rudolf Tschiffeli gestiftete ökonomische Gesell-schaft erworben, welche durch Ausschreibung vonPreisfragen, Abhandlungen, populäre Schriften, Film-gesellschaften und nicht am wenigsten durch das Bei-spiel ihrer Mitglieder eine äusserst segensreiche Wirk-samkeit entfaltete.

Wie Schatzmann, dessen Darstellung wir hierfolgen, in seiner Festrede beim hundertjährigen Jubiläumder Gesellschaft mit Recht hervorhoh, haben die Mit-glieder der Gesellschaft, die in amtlicher oder privaterStellung auf dem Lande wohnten, ihr Möglichstes ge-than, um dem Landvolk die Früchte ihres gemein-nützigen Strebens zugänglich zu machen. Landvögte,Gutsbesitzer, Pfarrer, Arzte befolgten praktisch imganzen Kanton herum die Räte, welche sie von derGesellschaft empfangen hatten, wiesen die Verbesse-rungen und Fortschritte den Landleuten vor undwirkten so nach allen Seiten hin belebend und er-frischend auf das Volk ein. Vor allem ist hierTschiff eli, der Gründer der Gesellschaft, zu nennen,der sich auch praktisch bethätigte, in Kirehberg undMoosseedorf vernachlässigte Güter in hohen Ertragbrachte und wahre Musterwirtschaften einrichtete.Erverdrängte die bisher übliche Fütterung des Rindviehsauf Allmenden, Weiden und Brachweiden, und brachteHand in Hand mit dem Kleebau die jetzige Stal]-fütterung in Aufnahme. Infolge dieser Neuerungenführte er die freie Wirtschaft am Platze der altenDreifelderwirtschaft ein und produzierte auf seinenGütern einen bisher unbekannten Düngervorrat, wieer heilte die Goldgrube unseres Landbaues bildet.

In ähnlichem Sinne wirkten auch andere Mitglie-der der Gesellschaft, besonders die Landvögte SamuelEngel und N. E. Tscharner, für die Förderung der

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