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und mehr in Aufnahme, zum grossen Yerdruss derBasler, welchen dadurch eine nicht unbedeutende Kon-kurrenz erwuchs.
Die Gerberei, obschon nicht mehr so blühend wiefrüher, war immerhin noch ziemlich bedeutend, so dassnoch etwas Leder ausgeführt werden konnte.
Die Hutmacher, welche immer mehr yorzogen, sichin den Landgemeinden niederzulassen, arbeiteten, mitwenig Ausnahmen, für den Gebrauch im Lande selbst.
Alle diese Gewerbe fanden von seiten der öko-nomischen Gesellschaft lebhafte Aufmunterung. Vor-zügliche Leistungen wurden mit Prämien belohnt, undneue Industriezweige oder für die bestehenden rationellereVerfahren einzuführen gesucht. Durch verschiedeneAbhandlungen suchten gemeinnützige Männer daraufhinzuwirken, dass diejenigen "Waren, deren Herstellungganz gut im Lande selbst erfolgen konnte, nicht mehraus dem Ausland bezogen, sondern im Kanton fabriziertwürden. Die Begierung suchte ebenfalls durchmancherlei Verordnungen zu hindern, dass das Geldfür Luxusartikel aus dem Lande gehe. Auch zugunsten der Hausindustrie wurden schützende Bestim-mungen aufgestellt und der Exporthandel in den aar-gauischen Städten und zu Langenthal, sowie die Märktean dem letztem Ort, die von der Obrigkeit mit Bechtals eine reiche Quelle des Wohlstandes bezeichnetwurden, durch mancherlei Privilegien begünstigt 1 ).Ausser dem Export der Leinen- und Baumwollen-
Der Leinwandexport in Langenthal stieg schon 1765 auf11,000 Stück zu durchschnittlich 35 Gulden an, wovon 8000 Stückim Orte seihst gebleicht wurden. Daneben blühte auch der Handelmit Baumwollwaren, mit Bändern, die Färberei und mancherleiandere Gewerbe. Der Handel war weit beträchtlicher als an allenandern Orten des hernischen Gebietes, und die Märkte wurdenselbst von Käufern aus England und Holland besucht.