teuert, indem man den Iiahm in verschwenderischer"Weise mit dem Kaffee geniesse, und zwar seien die-jenigen am unmässigsten, die es am wenigsten nötighaben und sich wirkliche Bedürfnisse nicht zu ver-schaffen vermögen. „Es kann aber dieses Getränkenoch eine andere viel wichtigere und schädlichereFolge haben, insonderheit wenn es gebraucht wird,wie es an einigen Orten auf dem Lande geschieht,dass es die Landleute über das Brod schütten unddann dieses anstatt anderer Suppen oder nahrhafterGemüse essen; denn nach dem einhelligen Zeugnissaller Aerzte ist dieses Getränke sehr nervenschwächendund muss also die dauerhaften Kräfte unseres Land-volks zerstören, ein schwächeres Geschlecht hervor-bringen und dem Landbau selbst, der aushaltendeKräfte erfordert, sehr nachteilig werden, welches dennnichts anderes als Armut nach sich ziehen kann !).“Anschliessend wird auch der übermässige Genuss de3Kirschenwassers getadelt.
Schliesslich kommt Stapfer bei seiner Aufzählungnoch auf die „unberufenen Anwälde und Advokatenauf dem Lande? 1 zu sprechen, die, wie er sagt, sich
‘) Uber unmässiges Kaffeetrinken wird aucli von andernSeiten geklagt, besonders scheinen die Oberländer eine grosseVorliebe für dieses Getränk gehabt zu haben. K. v. Bonstettengiebt uns beinahe unglaublich klingende Schilderungen von Kaffee-orgien aus dem Saanenlaud.
Nach der Darstellung von Ileinzmann kam schon am Endedes 18. Jahrhunderts in vielen Haushaltungen auf dem Landetäglich dreimal Kaffee auf den Tisch. Die Ausgaben, die einekleinere Haushaltung in Bern täglich für Kaffee habe, werdenauf mindestens 3 Batzen berechnet, ln der Hauptstadt (von etwa12,000 Einwohnern) werden dazu jährlich für über 50,000 KronenNullen, woraus man 2190 Centuer Butter machen könnte, ver-braucht !
Der Kaffee (wie auch der Zucker) galt gegen Ende des Jahr-hunderts durchschnittlich 11 Batzen per Pfund.