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Geschichte des Armenwesens im Kanton Bern von der Reformation bis auf die neuere Zeit / im Auftrage der bernischen Armendirektion dargestellt von Karl Geiser
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Die Bettelei hat aber, wie ausgeführt wird, nochandere Übelstände zur Folge. Gutthätige Gemüterwerden dadurch gehindert, gegen würdige Arme soviel zu tlmn als sie gern wollten, die Bettler selbstverlieren alle Betriebsamkeit und Lust zur Arbeit,undso ist sie (die Bettelei) nichts anders als eine immerfortdauernde Pflanzschule des Müssigganges und alsoder Armuth.

In seinen weiteren Ausführungen bespricht Stapfernoch den Mangel an Gewerbefleiss im Oberlaikl, derum so mehr zu bedauern sei, als im Winter ein grosserTeil der Bevölkerung sehr wenig oder nichts zu thunhabe und im Müssiggang dahin lebe. In solchen Ge-genden wäre nach seiner Meinung die Hausindustrieeine sehr nützliche Ergänzung der Viehzucht; aberleider werde die Fabrikation des Oberländertuchesnur noch im Frutigland und Simmentlial betrieben.

Diese Art von Manufaktur ist nach seiner Ansichteine sehr nützliche, weil dabeinicht nur ein einzigerUnternehmer allen Gewinn wegnimmt, für sich behält,sich bereichert und die Arbeiter darben lässt, sondernwo ein jeder Arbeiter die Früchte seiner Arbeit selbstgeniesst und wodurch die Zeit, die der dasige Landbauübrig lässt, nützlich kann angewendet worden.

Auf die üble Benutzung der Allmenden, von derStapfer ferner spricht, werden wir noch bei Besprechungder Gemeindoverhältnisse einzutreten haben. Auchmüssen wir die Mängel im landwirtschaftlichen Betrieb,die er seiner Kritik unterwirft, übergehen.

Dermehr und mehr überhand nehmende Miss-brauch des Kaffeegetränks erfährt, aus verschiedenenGründen eine Verurteilung.

Einmal gehe für diesen Luxusartikel sehr vielGeld zum Lande hinaus, dann werde die Butter ver-