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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem Königreiche Franckreich. z

die regrcrung dererFrancken allezeit monar-chisch/männ-und erblich folglich dasFrarien-zimmer auf ewig vom Zepter und Crsneausgeschlossen seyn solce/ zugeschrieben. Seinsöhn König Llodion oder Llodius/ derLangharigte genannt/ bezwäng die Meman-nen / und eroberte ein groß theil von c-ailia Ccl-ticg,und 6elzic-im,welches er vomVacer ererbet/darüber aber bey denen Potentaten in denen ü-brigcn theilen von Europa grosse jsloulic entstün-de. Sonderlich aber nahm man zu Rom denVerlust dieser lande sehr zuhcrtzen/ und fertigteden General Zerium wider ihn mir einer ziem-lich starcken armce ab/um zu verhindern / daßdie Römische macht in Qermüui-I luj^nors Lc in-feriore nicht gantz und gar zu bodcn gemorstenwürde. Das Römische Heer hatte so guten Ac-cess daß fast das meiste theil der Landeten jcn-seit Rheins wieder in der Käyser gehorfanr ge-bracht wurde / darüber cioäion sich zutode küm-merte A. C. 4si.

K, Merovif- Sein söhn/ wie etliche wollen/ oder vielmehrrrr des'«- fern stieff-sohn/ und ReichssolAer/ lelerovXur,stcn Kön. von dem der Merovrnglschc Ronigl. StammElammks. nahmen hat / brachte den rechten erben / nein-

lich Clodions unmündigen Prinhen Signncrn/um die cron / machte mit dem Römischen Reichstillstand / conjungirte hernach die Waffen widerden gemeinen feind Luikm-der HunnenLömg/erweiterte feinReich biß gegeMayntz/hieraufbe-zwang er auch die Picardie / und andere annochbisher unter der RömischenHoheit stehendePro-vinhien biß in 63H1LM I^u^iunentem / /kvorzu ih-me die Hinrichtung des Feldherrn äetü, darin-nen LayserValenrimanm einen grossen po-litischen fehler begienge/mercklich zu statten kam/)machte Purist zur Haupt-stadt des Francki-schen Reichs/ und sllecurirte seinen Staatder-massen/daß ihm keiner dargegen gewachsen war.Dieser tapffere König starb 2 l. 462, und weildie Francken bisher aufveyden ftiten desRheinsgrosse Longuctengemacht hatten/so wurde dasjenige / was disseits in Teutschland lag / kranciaOrientaliL, Ost-Fr<rncken/ das jenseitige theilin Franckreiü) aber k^ncia Occiäcntslir , lVest-Franckreich/ genennet.

Childeric l, dessen lohn / brachte durchre« Rocks ftin wollüstiges leben die Stände dahin / daß sie»ermeteu. lyjbxr ihn r^voltirten/ absonderlich weil er ihreweiber zur unzucht brauchte / und sein geheimderRath und Favorit Girpeman riethe ihm dieflucht gegen Thüringen zu feinem Vetter oderbrudcr Rönig Bachino oder Bastno. Jn-AA'A-'A zwischen erkannten die Francken den Römi-Nkzeir in schen Landpsteger 6i1!e5 oder ^giciiuiN vorw«il- ^hren Souverain / sehneten sich aber doch acht

jähre hernach / als sie dieser Lgiäws zu hart hiel-te / und auf den alten Römischen fuß trsckirenwolte/nach ihrem angebohrnen Herrn/ undsehten ihn A. 469 durch Gnyemanns treuen an-rath und Vermittelung wieder auf den thron. Erbeschützte Franckreich wider die plackereyen undeinfülle der Britten und Sachsen/ vermehrtesein Reich durch croberung eines großen skrichslandes gegen die Maase/ Mosel und Saar/wie auch und vrlenn;, und nahm A. 484den rühm eines verbesserten löblichen Regentenmit ins Grab.

K.Elobovä, Seinem söhn Clodovao dem Großen dan-dai Chch cket ganh Franckreich die befessgung des

Staats / noch mehr aber die Christliche Rest- siMmngion. Denn er todrete A. 486 den

Rörnischen Gouverneur in dem übrigen theileGallia/und brachte es durch befestigung sem.esthrons dahin/ daß die Römischen Kayser anwiedereroberung der Gallischen Provinzicnnicht weiter gedcncken durfften/ verssrere dasReich der Gochen in Languedoc /und machtesich dieselbe gegend landes auch Unterthan / be-zwäng einen feinen theil Ober-Teutschlandes/tilgte den rest der Römischen botmäßigkeit auchin diesem lande/machte ihm die Burgunder rri-butbar/ und brachte auf Veranlassung seiner Ge-mahlin Chlotildis/die eine Christin/und aus Kö-niglichem Burgundischcn geblüte entsprossenwar / sich selbst und durch sein erempel die gan-ge Nation zum christlichen glauben. Denttals er A. 499 denen Sicambris im lande Jülicheine schlacht lieferte/thäte er ein gelübde/daßer sich/daftrn ihme derChristenGott den sieg ver-leihen würde/ zum Christenthum wenden wolterDa er nun das glück des sieges erlanget/ begaber sich mit grosser ci-vononzum christlichen glau-ben/und liesse sich znRheims vomBsschoffRemi-gio/ nebst annehmung des nahmens Ludwig/muffen/ dahero Rheims noch biß aufdiese stundeder Crönungs-ort derer Könige in Franckreichgeblieben. Er war/ nach den Römischen Kaysern/der erste unter allen Königen/ welcher die christli-che religion annahm/weßwegen ihm der tiwl des TMii derAllerchristlichsteu und des erstgcbohrnenSohns derRirchen beygeleget wurde / aus ersigcbohr-welcher titulatur die Nachfolgende KönigeFranckreich sich des Vorsitzes über andere Koni-ge/ ausgenommen den Kayser/ angemaßet.

Bey der muffe soll / in ermangeluNg des öls/ einetaube vom Himmel kommen seyn/und em gcfäßMit öl gebracht haben / womit Clodovaus ge-salbet worden; inmassen denn die Könige inFranckreich mit diesem heiligen öl aus der so ge-nanten Kbcmenli bey ihrer Crönungnoch allemahl gesalbet werden. Dazumahlsoll auch ein Engel einen schild mit liiien ge-bracht haben/ welcher noch zu Rheims als einheiligthum aufgehoben wird / worauf Clodovä-us die drey kröreu oder dienen aus demFranhWhen wapen genommen/und dargegenvorgebuchte drey lrlien hinein gefehet habensoll. So soll auch eine sahne mit listen vomHimmel gefallen seyn / welche die Frantzoscn 0-ristamme odek^uri stgmma, weil sie V 0 N gold-und feuer-farbener seide gewesen / insgemein a-ber die standarte der Abtey 8-vMl^üi nennen/und welche die Könige in Franckreich vor diesemim kriege gebraucht. Endlich soll auch dieserKönig zum erstenmahldie hcilungs-krafft derkröpfe empfangen haben/ wiewohl andere so^ches Llotario l, andere Ludwig ix> und anderePhilippo vi zuschreiben. Das beste/ was erthat / war dieses / daß er die West-Äothen inLanguedoc bekriegere/ und A.sv? ihren König^ricum II umbrachte/ worauf sie fast allesin Franckreich verlohren haben.

Nach seinem A. m erfolgten tode theileten We tbenseine vier söhne das Reich/ und mithin dej-A°Ä"fen kräffte und Hoheit. Dann der älteste PrinhChildebert bekam Paris sammt denen darzugeschlagenen Provintzen/ Clotnrtus s ^oNions;Oeleans fiel an Llodomiren/ und Metz oderdas Reich Austrasien an Dietrichen. VonA r die-