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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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L4 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

wurde Tunis und Tripolis bombardiret/ alsodaß sie sich zum frieden beqvcmen mustcn/ wor-auffA.i687;u Rom die streitigkeit wegen derqvartiers-freyheit angiengc/ worvon in der Be-schreibung des Pabstl. Staals etwas ausführ-licher gehandelt wird.

Abmahlt- Jmmittelst verursachten die Kayserl. proZrsk

LeuWanv/stn wider dencrb-feindin Ungarn/welchem zuEngcUünd stlge der habenden bündniß aus Franekreich«d-Miw.liimx der Hand nachdrückliche hülffe geleistetworden war/ beydem Könige eine solche eisser-suchtwider das Wachsthum des Hauses Oester-reich/ zumahl als derKäyserl. älteste Printz/Ertz-Hertzog Josephus/ zum König in Ungarn wargekronct worden / daß er sich nicht langer ent-halten kontc/ eine unverhoffte ckvertlon vermit-tels des allergrausamsten friedcnbruchs untermeomrngnäo des Dauphins in Tcutschland zumachen/worzu er/wie bereits oben in der er-sten Haupt-Handlung erstem Haupt-theile erin-nert worden/ die Cölnische Ertz-Bischosss-wahl und die angemasscte Soutenirung desBiflchoffs von Straßburg/ Fürst WilhelmEgons von Fürstenbcrg/ zinn vorwande nahni/und nicht lange hernach gieng der krieg mitHolland und Engclland gleiässalö an / worzudie retirade K. Jacobs aus Engelland anlaßgeben muste/ als welcher sich nebst seiner ge-mahlin und dem vermeinten PrintzenvonWal-lis A. 1689 nach Paris verfügte / allwo ihm K.Ludwig xiv zu St. Gcrmain en Laye seine re-sidenh anweisen ließ/ und nach der Hand einigetrouppen zudienstedieses Königl.gastcs in Irr-land schickste. Dazumahl wurden wegen deseinreiffenden geldmangelsA^o zwey Edictepubliciret/deren das erste in sich hielte/ daßalleämter derer Notarien / Procureurs und Ser-geanls gegen erlegung einer gewissen summageldes/erblich gemachet werden selten. Ver-möge des andern aber Mein allen städtcn undstecken/wo eine Chambrede ville/oder Chaui-bre de Communs wäre/ein Königl. Procureurbestellet/ und die charge verkaufft werden. Un-erachtet auch die handwercker bißhero fteyhcitgehabt hatten/ihre L^nöicos und geschwornenzu erwehlen; so zog der König doch nunmehrosolches recht an sich / und mEen sothane amtermit geld bezahlet werden: Derer neu-auffge-richtetcn hohen chargen anitzo zu geschweige!:/welche zu verniehrung der Königl. einkünffceauffgerichtet wurden. A. 1691 starb der Mini-ster d' Etat/Mr. dc Louvois / ein söhn des vor-mahligen Cantzlars von Franckreich/ Michaelle Teüier ; dahero der bisher in Ungnadengewesene Mr.dcPompone nach Hofe beruffen/und zum Ministre de Etat bestellet wurde. Ineben demselben jahrewurde auch in der FrancheComte die Llniversität von Dole nach NclMontrausscriret/ dergleichen vormahls schon A. 1676mit dem Parlament gescheben war. Im fol-genden jähre 1692 erlidtedie Frantzöische flotteuntcrin csmmando des Grafen von Tourvillein der Manche/ oder in dem BritannischenMeer zwischen dem Cap de la Houge und deBarfleur/eine der remarquablesten Niederlagenvon denen Holländern undEngelländcrn/mitVerlust einer grossen anzahlkrieges-schiffe/undA.169z stisstete der König denordenSt.Ludovici.

Bißhers hatte er unter andern wider ihn

Mitten auch den Herhog von Savoyen zumfeinde gehabt/welchen er aber durch glück-icheeroberungcn vieler fcstungen und städte in solchefurcht sehele/ zumahlen es nunmehro auch dieresidenk-stadt Turin gelten solle/daß er sich/zum höchsten Nachtheilseiner bundsgenosscn/ineinen particMar-friedeneinließ/kraffr dessenderHerhog wiederum in den besitz seiner verlohr-. -nen örtcr kam/ Pignerol aber geschleiffet wur-de/ und zur bcstätigung stthanes ftiedens ver-mählete sich des Königs ältester enckel Ludwig/Herhog von Burgund/ mit des Hertzogs älte- 'ster Princeßin Maria Adelheid/ welches beyla-ger folgendes jähr in Franckreich vollzogen wur-de. Endlich erfolgete A. 1697 der allgemeine Friedefriede/ welcher mehr durch den Grasen vonPortland/und den Marechal de Boufflers imfeldc/als durch die klenstotentiarios und gestnd-ten zu Ryswick geschlossen wurde/ vermöge des-sen die Crone Franckreich nicht allein alles indiesem kriege eroberte wiedergeben / sondernauch über dieses Lastrl/Luxenburg/Dinnnr/Charlcnront/ Lotharingen/ Freyburg undBet fach an ihre alte eigenthums-Herren ab-treten muste. Dessen allen ungeachtet ftbcndoch die scharffsichtigen Staats-leute wol/daßder König bey solchem dem äußerlichen ansehennach äsiävanta^euten frieden den grösten Vor-theil hattc/indem hierdurch die grosse Alliance/welche ihm bißhero ziemlich hart auff dem hal-se gelegen/ wiederum zerrissen wurde. Es konn-te ncmlich dieser Staats - kluge Monarcheleichtlich urtheilcn/daß die stetswährende unpäß-ligkeit des Königs in Spanien einen baldigentod nach sich ziehen würde. Er wüste auch wol/daß Franckreich durch den langwierigen kriegund durch die menge seiner feinde st wol anvolck als geld ziemlich abnahm/ und daß es zu-letzt unter der schweren last erliegen muste. Dar-gegen besorgte er/daß bey ereigneten: todes-falldes Königs in Spanien/ offtgcdachte in vollerbereitschafft stehende Mitten nimmer gestattenwürden/daß ein Franhöischer Printz den Spa-nischen thron besteigen stlte. Daher war esvor den König in Franckreich viel vortheilhass-ter/ sich einiger lander und städte zu begeben/um hierdurch seine feinde zu entwaffnen/ als sei-nen äelccnäenten die Spanische Monarchieaus den Handen stielen zu lassen. Wiewol esdennoch vor Tcutschland vcrlusts genug war/daß man die fürtrefliche Vormauer und edlestadt Straßburg/ samt dem Elsaß und was jen-seit Rheins gelegcn/dahinten lassen müssen. Dienachfolgende begebenheitcn/ als den wclt-be-ruffenen rheilungs - tractat und des verstorbe-nen Königs Carl ir vermeintes testament be-treffende/weil in des zweyten harrpt-vor.trags zweytem hnupr-rhelle von dem-nigueich Spanien die nothdurfft vorzutra-gen vor gut befunden worden/ als wollen wiruns geliebter kürhe wegen dahin beziehen.

In abgedachtem jähr 1697 empfand derKönig einen ungemeinen Widerwillen / als seinHerr vetter/krancitcu!l.uclovicuLPrintz vonCon-ti/an statt der gesuchten Polnischen Crone einenschimpflichen rückweg in Franckreich nehmen/und die vergebens aussgcwandtc grosse sum-men geldes beklagen muste/ und weil die Dan-tziger diesem Prinhcn den eingang in ihre stadt