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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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,4 Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

derer handwercker die lilie so unförmlich gebil-det/ daß man sie vor solche heßliche thiere ange-sehen.

Kleinodiett In denen vorigen finstern teculis hat sichdes oittchs. ^nnckreich dreyer heiligthümer und-nigl. klcinodien gerühmet: Nemlich der hei-ligen ampel zu Rheim«/ dann dieses blau-en »Hildes mieden güldenen listen/ und ei-ner gewinn Heer - sahne/ ^uriÜ3mm3 ge-nannt/ welcheinderkirchendess. vion^ auf-gehoben/ und bey öffentlichen feldzügcn zum gu-ten Wahrzeichen der armee vorgetragen / dar-von auch oben schon etwas gedacht worden.Man findet/ daß solche vortragung bey KönigCarls v zeiten so ansehnlich gewesen / daß Ar-nauld d'Endevehan sich desAtarschall-aints vonFranckreich begeben/nur zu dieser würde zu ge-langen. Seither/ da die Könige klüger wor-den/ hat man diese gold-flammende sahne denMünchen überlasien/und bedarff der jetzige Kö-nig dergleichen heiligthümer nicht seinen fein-den schrecken einzujagen/nnd seine lrouppenzuencvuraßireN.

Frankreich Das Königreich/ und alle demselben incor-failt nicht porirte Reiche rrnd lande/haben das unzcrbro-^^um-Hcne herkommen und kunä->ment3l-gesetze/

' - sie nicht anst"die spindel oder das frau-

liche geschlechte firsten/auch/ nach dem aus-fpruch des Reichs-Cantzlars in Franckreich/derRömgmmmer sterbe/ sondern wenn des Kö-nigs perchn gleich dein tode herhalten inuß/dennoch jederzeit ein Prinh von Königlichemstamm und geblüte übrig sey/welcher beydemKönigl. regiment nachfolgen könne. Ge-waltsam aus vorbeschriebener Historie der Kö-niglichen und Neichs-begebenheiten zur gnügeerscheinet. Ob pharamond dieses Salischengesehes Urheber gewesen/ und seiner posteri-tät den zeptcr dadurch zu befestigen getrachtet/ist fast ungewtß/gleichwie obangeregter maßenzu denen zeiten Röntg Philipps/ beygcnahmtvon V2io>8,Rönig Eduard in solchesganh inzweifcl gezogen/ und dadurch die langwierige» . erschreckliche kriege und blutvergiessen erregetw rden. Es beschießet aber die Regiments-stlge im folge nicht durch eine erbfolge / wie denn dasallhiesige Königreich keine tuccellioncm P3tri-momalcm oder bTreäitangm erkennet/sondernes pflegen die crstgebohrnen sohne/oder die sogenannten Delphinen/ wie auch/ in ermange-lung dieser/ die nächsten Agnaten/ per ümpl-cemlurroAütionem, oder/wie esli. 6rotM! nennet/

per lmeslem luccellionem 3 AU 3 tic 3 M, vermöge

der gesetze des Reichs / und des bishew unzer-brochenen Herkommens in der Königl. Hoheitund dem Reiche nachzufolgen. Ein König inFranckreich aber wird / vermöge eines EdictsKcnig Carls v de A. lzyg/imvierzehndcn jäh-re seines alters mnjorenni,.

nig>" Dero gemahstn/dieRöntginMaeiaThe-

miiv'ii». resiä/ Rönig Philipps I v in Spanien undFrau s^sa bellen/ gebohrner ausRönigli-chcin stamm inFranckreich/frau tochter/wareben in dem iahr/und an dem tage/da ihr Königund Gemahl zur welt gekommen/ nemlich denrs Septemb. i6z8, gebohren/ dahero viel attsder gemeinhabung der conlkslktlon und boro-Lopi die gleichbeit der gemüther/ zum wenigstendie von; Himmel also versehene ehe-vereinigung,

jucliciren wollen. Sie sichreren mit einanderbiß ins dreyund zwanhigste jähr eine gesegne-te Königliche ehe/und verstarb darauf die Kö-nigin den zo sui.ll. n. i68z. Sie war binnen z ta-gen lebendig undtod/weil dem apolkem, daransie erkrancket/nicht gesteuret werden konte.

Der Lron-Priny/ ihreRömglicheheit herrDauphin vonFranckreichLltdwig oder D-u-XV,ist gebohre zu Fontainebleau A.C.I66I den I MgA"Nov.getauft zuS.Germain im alten schloß-hofe und ei-e-se-den 24 Martii 1668 durch denCardinal ^momc sen/ wape^Larbgrin. Diepatcuwaren pabstLlemens ^

IX und die Rönigliche frau wittbe in En-gestand/ und wurde er löom-r lomüint- odeLudwig aller Heiligen gencnnet/ also daß esihm an menge der tauff-nahmen kein einhigeePrintz in der gantzen Christenheit zuvor thut/wurde verheyrathet den 7 Merh A-i68o an dieChur-Princeßin in Bayern/ ^arismViüoriLm. Die Lopulotlon verrichtete derErtz-Bischoff/Cardinal deBouillon/am yMar-tiizu Chalons. Und ist diese heyrath gesegnetmit z Printzen/ deren der älteste l.uäovicu5,

Hergogvon Burgund/ gebohren den 6Au-gusti A.1682; der andere ?bilippur,Hertzog vcmAnjou/ gebohren den 19 Decemb. A.i68z/wel-cher sich zum Könige in Spanien auffgeworf-fen; und der dritte ^rolm, HeryogvonBcr-ry/ welcher den zi Augusti A. 1686 gebohrenworden. Ersthochgcdachter erster Cron-erbejführct den nahmen des Dauphin / vondem geschiechte der Grafen von Auvergne/und insonderheit dem Dauphin/ Graf Ro-berts iv söhne/her/deffen^ppgns^c ein amheilder Graffschafft 'Auvergne gewesen/und her-nach das Dauphine gencnnet worden. Die-se landschafft war hiebevor ein Reichs-lehn/und sind die Frantzosen mehrentheils der >ney-nung/ daß Hulubertu8cjei3ckouräu?in,MlödeNFürsten dieses gcschlechts der letzte/A. IZ49MNbewilligung Räyser Carls iv als lchmherrn/

Rönig Philippen von Vglois genannt/ odervielmehr dessen Printzen/ Hertzog Philippenvon Burgund/und nach dessen nimmerseynHertzog Johannsen von blorm3nclic, gedachtesDauphine zusamt demHerhogthumcvampiour,Fürstenthum krianlon. Märggrassthum-lees.

Lnne, Graffschafft Vienne, denen e^raffschaff-ten zu Albon / Graisinoudan/ Ambrun / C-ap/den Freyherrschafften de laTour/de Valbone/

Fucuir/ Meulon und Montalban mit vollerl'ouvermnctö dergestalt übergeben habe/ daß al-le wcge forthin des Rönigs ältester söhnden nahmen und wapen davon sichren/das Dauphine aber zu ewigen Zeiten / we-gen der mir dem Römischen Reiche haben-den Union/ mit der Lron Franckreich nichtincorponret werden solre/ wie solches ausdein weitläufigen schenckungs-briessderobgedachten Humberts de dato Vienne amzr Iulii A. iZ4Z beym Herrn Leibnih in Loä.

Zur,Qent.i'.i.p.'58.1g. wohlzulesen. Dicge-legenheit/und daßPrinh Humbcrt ohne männ-liche erben abgienge/war diese: Er hatte nem-lich seinen eintzigen jungen Herrn auff seinemschloß zu Vienne in den armen/ und spielctemit ihm / da er denn unter andern sich zum zeit-vcrtrcib anstellete/ als wolte er ihn zum fcnstechinaus werffen. Allein das kind war frisch/

und