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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischen Herolds ander Theil, oder, Zuverlässige Beschreibung derer europäisch-christlichen Königreichen, freyen Staaten und Fürstenthümer
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von dem Königreiche Frankreich. 77

erneuerte den 8Heumonat indem jähr 164z dievffgedachte erkäntniß von Nantes Ludwigderxiv durch seine frau Mutter/ als Regenrindes Reichs/ damit niemand sich unterstün-de/ die Reformirten in ihrer ruhe zu verfro-ren.

Es entstunden aber in wahrender Minder-jährigkeit des Königs andere Unruhen in demReiche. Dann einige Fürsten und Parlamen-ten wollen nicht leiden/ daß der Cardinal Ma-zarin/als ein fremder/ alle gewalt hatte/ Nebenden übrigen klagen/die sie geführct: Darausder so genannte printzische krieg erwachsen/in welchem die Reformirten dem König einebeständige treue erwiesen/deren sie nicht nurvon Catholischen geschichtschreibern/ sondernauch von dem König sechsten herrliche Zeugnisse^ , bekommen; angesehen seine Majestät in einerhm König erkäntniß A.issr den rrMay meldet: Es habenden Refor- thme seine Unterthanen/der vermeintenAyheik'm* Reformirten religion zugethan / gewisset>Misr. beweißthume ihrer liebe und tceue/sondcr-lich bey gegenwärtigen anlassen gegeben/mit denen er sehr wohl zu frieden ssye/ unddeßwegen alle gebot und erkantnißc bestä-tige/ die jemals ihnen zum besten ausge-gangen / ungeachtet aller widriger ge-böte und erkantnisse. Da auch Jhro Chur-sürstl. Durchl. zu Brandenburg an JhroMa-jest. schrieb für die Reformirten/ daß sie bey ih-ren freyheiten und rechten möchten erhaltenwerden/ antwortete der König den 6 herbstm.1666 höchstgedachtem Churfürsten mit folgen-den Worten: Ich bin darzu (siezn schützen)verbunden/ durch mein königliches wortund erkantniß ihrer treu / die sie mir in denletzten austrähren erwiesen/ da ste dieWaffen zu meinem dienste ergriffen / undsich mit gewalt und erwünschten, ausgangwidersetzet den bösen anschlagen/die einanffrührischer Haufe wider mein ansehnund Reich gemachek rc.

Wie diese Nichts desto weniger fienge man in denfteyhei^ Provintzien an/ die Reformirten in ihren kir-n»!hund chenzu wrbiren. Bald nach der krönung desckenmd end',Königs erschienen vor Jhro Mai. roErtz-undlich ausgetli. Bisch esse/ welche nach abgelegter gramlütlonKönig seines Eydcs erinnerten / mrd umschuh der Römischen kirche baten / auch widerdie freyheiten der Reformirten sprachen. A.1656 wurde durch ein Königl. Lckn erkannt/daß die Nautischen artickel weiter nicht gel-ten sollen/ als so fern die neuere Verordnungenihnen nicht <lerog>rten. A. 1657 verbot manden Reformirten Predigern sich nicht Mehr Pa-stors zu nennen/ und befähle alle kirchen/fo dievon der religion in den stadten hätten/ wo einBischofs wohnete/ abzubrechen/ undunter vor-her erlangter neuen cvnceüion andere zu bau-en. Was vor grausamheiten in diesen iahtenher/ hin und wieder gegen die Reformirten ver-übet worden/ davon sind grosse beschrcibungenvorhanden.So lange als die Königliche fraumutter und der Cardinal Mazarin gelobet/hatman ihnen noch viel gnade und huldewieder-fahrcn lasten ; nach deren tödtlichem hintrittaber hat die Römische Geistligkeit die oberhandüber sie bekommen/und ihnen seit der zeit mitniederreißung derkirchen/verjagung der predi-

ger/entwaffnung der bürgerschaffen/gewaltsa-mcr abhaltung von der öffentlichen Übung ihresGottesdienstes/ Verleitung grosser Herren undfürnchmer Königlicher civil - und mil.n-bedien--ten: sonderlich aber auch mit der so genannten cle-ckr-ition,welche aufden, s^noäozuParisA.isssgeschmiedet und von, Könige bekräffiget wor-den/ vielerhand Verdruß und gcwaltthätigkei-ten zugefüget. In den folgenden jähren hat derNiederländische krieg der Reformirten kircheneinige verschonung und ruhe mitgebracht/weiles nicht rathsam war / sich in dem lande eini-ge wooOO menschen zu feinden zu machen/ eheman die auswärtigen kriege geendiget. Nachdem Niemägischen frieden aber hat sich mehrgeäußert/ daß man im Königreiche nur einenglauben leiden wolle

Jmnasscn der König versichert r Er wolleden rechten arm drum geben/ daß seine Un-terthanen allesamt nur einerley religionwaren. Und als 2 l. 1682 nach gehaltener geist-lich cn versammlungzu Paris der Erh-Bischoffdaselbst im nahmen der Geistligkeit des Königseyftr in bekehrung der Hugonotten rühmete/und zugleich mn weitere fortsetzung dieses gutenwercks bäte/ haben Se. Maj. geantwortet:

Sie wolten nicht nur einen arm/ sondernauch gern das leben dran seyen.

Diesen vorsah hat die Geistligkeit durch un-nachläßige inllsntim aufgemuntert/ das werckleichte und als halb ctkLÄuiret vorgestellet/ unddurch den Königlichen beicht-vater/ Pere laChaise/ Jesuiter Ordens/ und Francois Har-lay/Erh-Bischoffen zu Paris/ immerzu daranarbeiten lassen / wie man denen Reformirten/alten und jungen/das leben durch alle ersinn sie-che mittelund Hindernisse imeingange/ fort-uttdausgange schwer machen/ die gewissen auf aller-hand manicr beängstigen und zwingen/ den öf-fentlichen Gottesdienst zerstören und verhin-dern/im gegcntheil die abfälligen durch gnadeund belohnungen erfreuen / und dieses so langeantreiben möchte/ biß sich die gewünschte gelc-genheit ereignen würde/die Nautischen anickelgar aufzuheben. Gestalt denn von dergleichentyrannischem und fast unmenschlichen, zwangeund erschrecklichen martern/welche die von derreligion leiden müssen/ganhe bücher geschrieben/und darinnen nicht ohne thränen zu lesen / sind.

Das Konigl-L-, welches deßhalber ausgan-gen/lautcr wir folget:

LUDWIG von GOTTes gnadenLönig m Franckreich und Navarren.

Fügen hiermit jcdermänniglich zuwissen.

Nachdeme König Hcnricus der Grosse/ un-Königlichesser groß-herr-vater/glorwürdigsten andenckens/rA,g^zu verhindern bedachtgcwesen/ daß der friede/m«.welchen er nach so grossen schäden/ so er durchdie langwierigkeit der innerlichen bürgerliche«und auswärtigen fremden kriege erlitten/seinenUnterthanen erworben/durch Veranlassung dervon der vermeinten reformirten religion nichtverunruhiget werden möchtcJvie sich unter derregierung der Könige/ seiner vorfahren / bege-ben hatte/ hat er durch sein im monat April 1/98zu Nantes publicirtes Edict eine Verordnungaufgerichtct/wclche man gegen die von gedach-ter religion zu beobachten hätte/nemlich an wel-K z chen