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heranrücken, die andern erwarteten davon das Heil der mensch- Einfluss der-liclien Gesellschaft, das gleich einem befruchtenden Regen nach di s e e be e ^ ischedem Sturme, über alle Länder innerhalb der französischen GesellschaftAtmosphäre sich ergiessen würde. Der Hass meines Vatersgegen die aufgestellten neuen Grundsätze und meine eigenenBegriffe von den Rechten der Regenten, erfüllten mich mitWiderwillen gegen die Revolution, den ich gleichwohl nichtzur Schau trug, da mir meine Lage nicht gestattete, mich freiauszusprechen. Ich sollte und wollte gegen Niemanden an-stossen, was hei der damaligen ausserordentlichen Ver-schiedenheit der Meinungen geschehen wäre, wenn ich michnach meinem Gefühl geäussert hätte. So lernte ich schweigen,wo sprechen nichts nützt; eine Fähigkeit, welche meine Er-fahrung im Privat- wie im öffentlich praktischen Lehen mirdurchgehends als eine der nothwendigsten zu erkennen ge-geben hat.
In den Jahren 1791 und 1792 begann Unruhe in der Grenzbesetz-Schweiz. Der Einfall der Franzosen in Savoyen bedrohteBerns Existenz. In der Waadt regte sich ein revolutionärerGeist. Wir, damals noch einig, ergriffen kräftige Massregeln,und unsere Truppen besetzten die südwestliche Grenze desKantons. Es ist nicht der Vorwurf dieser Blätter, die da-maligen Begebenheiten zu schildern, weil ich an denselbennicht persönlich Antheil genommen habe. Nur das soll ichbemerken, dass General Montesquiou nach seiner Flucht in v er kehr mitdie Schweiz mir empfohlen ward und sich hei mir, auf einem Monte8quiou *Landgute nahe bei Bern, einige Tage aufhielt.
Der Unterhaltung mit diesem interessanten Manne ver-dankte ich manche Ansichten über die neuern Weltereignisse,die ich sonst wahrscheinlich nicht erfasst hätte.
Der Fürstbischof von Basel, gleichfalls von der Revolu-lution bedrängt, verlangte Hülfe von der Eidgenossenschaft.
Bern schickte ihm eine Gesandtschaft, und da Seckelmeistervon Mülinen, das Haupt derselben, eben damals zur Würdeeines Scliultheissen der Republik erhoben worden, löste ihn