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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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Aufenthaltam bischöf-lichen Hofein Pnmtrut.

Ausbruch desfranzösischenStaats-bankrotts.

mein Vater zu Pruntrut ab. Ich begleitete meinen Vater, undbrachte am bischöflichen Hofe im Jahre 1793 mehrere Monate zu.

Da ward ich nun so ziemlich mit den Umtrieben derrevolutionären Partei, mit ihren Kräften, ihrer Sprache undHandlungsweise, sowie mit ihren Absichten bekannt.

Unsere Instruktionen gingen dahin, alles anzuwenden,diese Vormauer der Schweiz zu retten, jedoch ohne zum Aus-bruche eines Krieges Anlass zu geben. Die Gesandtschaftender Kantone entfernten sich also wieder und das Land wurdemit zwei Compagnien des österreichischen Regimentes vonGemmingen besetzt. Diese, zu schwach, dem Andrang derFranzosen zu widerstehen, mussten ihnen bald nachher dasLand überlassen. Der katholische Theil des Bisthums Baselward hierauf von den Franzosen besetzt, der protestantischeLandestheil hingegen, da er mit uns verbürgert war, damalsnoch mit diesem Besuche verschont. Hier drängt sich mir un-willkürlich die Bemerkung auf, dass Bern, das sich zu jenerZeit mit vielem Eifer für den Fürstbischof verwendet hatte,23 Jahre später, am Congresse zu Wien, der Besitz desgrössten Theiles des Bisthums Basel, als Entschädigung fürseine durch die Franzosen entrissenen Landestheile, zuerkenntwurde, und dass ich, der Sohn des damaligen Hauptes derheimischen Gesandtschaft, als erster Obervogt dieses Kantonsin Pruntrut auftrat.

* Indessen war der französische Staatsbankrott ausge-brochen. Bei uns gab es viele Leute, die entweder unmittel-bar durch die Leibrenten, oder mittelbar durch die Genfer-Anleihen, ihr Vermögen im Strudel dieses Ereignisses ver-schlungen sahen. In Genf hatten sich nämlich Gesellschaftenaus den angesehensten Männern gebildet, welche Gelder aufihren Gesammtkredit aufnahmen und dafür solidarische Obli-gationen Unterzeichneten. Diese Gelder verzinsten die Genferzu 5 % und legten sie in die französischen Leibrenten. Danebst dem Vermögen der solidarischen Schuldner noch dieangekauften französischen Leibrenten den Obligationen zum