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Als einst von den, den regierenden Familien der Schweizauferlegten Contribution en die Hede war, sagte mir Talleyrand :«La Liste de vos contribuables vous servira dans la suite de«livre d’or.» (Anspielung auf das berühmte goldene Buch, indem alle adeligen Farpilien verzeichnet waren.)
Als nach der in der Verfassung der Schweiz unterm7. Jänner 1800 vorgenommenen Veränderung die französischeRegierung über das Vorgefallene ihre Zufriedenheit merken liessund ich die neu auf getretene Regierung gerne unterstützte,schrieb ich, was ich in dieser Beziehung gesehen und gehörthatte, nach Bern. Hier aber liess man, unvorsichtig genug, meinSchreiben in die Zeitung einrücken. Der erste Consul, der da-mals nicht das Ansehen haben wollte sich in fremde Regierungs-verhältnisse zu mischen, darüber ungehalten, liess in einer Be-kanntmachung des «Moniteur» eine förmliche Verläugnung derberührten Thatsachen erscheinen. Als ich mich darüber beiTalleyrand beklagte, antwortete er mir : «C’est l’indiscrétion«de votre gouvernement qui en est la cause. Or on ne répond«pas plus au Moniteur, qu’à un Prêtre sur le Prône, car ce,«à quoi il est défendu de répondre, ne peut nuire.»
Nach diesem Nehenausfluge kehre ich auf die Bahn dergeschichtlichen Erzählung zurück und fange damit an, meineLage im Gegensätze jener von Zeltner ins Licht zu setzen.
Ungeachtet diese letztere vortheilhafter als die meinigewar, so hatte ich doch selbst auch wichtige Bekanntschaftenin beiden Parteien gemacht; wie z. B. die der DirektorenReuhel und La Reveillère, der Minister Fouché und Ramel,und andere mehr. Diese Mischung von Bekanntschaftenzwischen den unter sich so getrennten Parteimännern ver-schallte mir öfters grosse Vortheile und Einfluss, indem ichGelegenheit erhielt, durch beiderseitige Vermittlungsdienstein solche genaue Verbindungen zu kommen, wie sie sonstgewiss wenigen Fremden zu Theil wurden.
Politische
Thätigkeit
in
Paris.