65
dabei aber schwache Männer, als Merlin, Roger Ducos undGoliier, ersetzt wurden. — Da ich durch diese Umwandlungder Verhältnisse ausser allen Einfluss gesetzt war, so erhieltich von Bern aus meine Entlassung und zwar mit so geringerSchonung, dass mir nicht einmal ein Recreditiv zu gesandtwurde. (Unter welchem Gesichtspunkt dies Benehmen inFrankreich angesehen worden, zeigt die Ministerialnote Bei-lage 47).
Glaire, der schon den 9. Mai 1799 seine Entlassung aus mairedein helvetischen Direktorium genommen hatte, wurde nach Gesandtei *Paris gesandt, um vereint mit Zeltner den, wie es hiess,wegen meiner verstimmten fränkischen Machthabern wiederZutrauen und günstigere Gesinnungen gegen die helvetischeRegierung einznflössen. Ich übergab ihm daher die meinembesonderen Wirkungsweise anhängigen Geschäfte, so wie meinPortefeuille, und schickte mich an, nach Bern abzureisen.
Dass ich mein Möglichstes zur Befreiung der heimischen BefreiungGeissein anwendete, wird Niemand bezweifeln, der mein GemischenVerhältniss zu jenen wackern Männern kennt. Glücklicher Geisseln -Weise erhielt von Bonstetten von Sinneringen den 15. Juniden Befreiungsakt derselben, so dass es mir noch möglichward, bei dem Kriegsminister den Ausführungsbefehl zu be-wirken, gegen den sich den 18 Juni, also nur drei Tage später,gewiss Anstände erhoben hätten. (Beilage Nr. 48.)
Dieser Fall ereignete sich nämlich in Ansehung derGeisseln von Solothurn und Basel, deren Befreiungsakt mirerst den 23. Juni zukam (Beilage Nr. 49), und die nachhernoch zwei Monate in Frankreich zurückgehalten wurden.
Dem Aufschuh ihrer Freilassung musste das Manifest desErzherzogs Karl (Beilage Nr. 50) zum Vorwände dienen.
Bern, wo ich Ende Heumonats eintraf, war für mich zujener Zeit ein wenig angenehmer Aufenthalt.
Die Gegenwart, der mir ihrer Mehrzahl nach nicht holden, wieder daheim,helvetischen Regierung, die gegen mich veränderte Stimmungselbst mancher Berner, bewogen mich, mit meiner Familie der Gelder.
5