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Masséna
im
Streitemit demhelvetischenDirektorium.
Jenner
und
Masséna.
auf das Land zu ziehen. — Das Gut Bellevue, dessen Be-sitzerin, eine tugendhafte und geistreiche Schwester meinerMutter, mich aufnahm, wurde mein Wohnsitz. — Hier warich ausschliesslich mit der ferneren Rettung der Schuldtitelbeschäftigt, was, in Ermanglung der Gelegenheit wichtigereDienstopfer zu bringen, mein'erstes und einziges Augenmerkwerden musste. Nebenbei brachte ich mehrere Rechnungs-gegenstände, wie das Kontributionswesen , in’s Reine. (Bei-lage Nr. 51.)
Nun hatten aber am 26. September 1799 die Russenden Franzosen wieder die Stadt Zürich räumen müssen, unddie helvetische Regierung, welche durch die vom GeneralMasséna (dessen gewaltthätige Handlungen jener Zeit zu be-kannt sind, um hier einer Erwähnung zu bedürfen) Zürich, Baselund andern schweizerischen Städten auferlegten Kriegssteuerngewaltig in’s Gedränge gekommen war, suchte mich wiederan sich zu ziehen. In diesem wirklich drangvollen Zeitpunktelag nämlich das Direktorium in Bern mit dem ObergeneralMasséna in offenem Kampfe. Es hatte, zwar mit Gutheissendes gutmüthigen, aber für solche Massregeln viel zu schwachenfranzösischen Ministers Perrochel, auf sich genommen, denerwähnten Städten die Entrichtung der ihnen von Massénaauferlegten Summen zu untersagen ; und nun drohte hin-wieder dieser Obergeneral, das gesammte helvetische Direk-torium in seinen Gewalten suspendiren und die Schweiz inmilitärische Verwaltung nehmen zu wollen. Der Einanz-minister Finsler, gegen den ich mich verpflichtet fühlte,wünschte daher angelegentlichst, dass ich mich nach Zürichverfügen möchte, um Masséna zu einigen Milderungen zubewegen. Ich übernahm den Auftrag (Beilage Nr. 52). — InZürich fand ich den Bürger Robert, mit einem ähnlichenAufträge hei dem General, und die Art, wie er vor meinenAugen, mit Schmähungen überhäuft, von diesem aus demZimmer fortgetrieben wurde, hot mir schlimme Aussichten inAnsehung des meinigen dar. Gleichwohl empfieng mich der