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General freundlich und lud mich zum Mittagessen ein, sagtemir aber zugleich : «Ich käme um 24 Stunden zu spät. Er« habe einen Courier nach Paris abgefertigt und die ganze« Angelegenheit dort anhängig gemacht. In dieser Lage könne« und wolle er daher sich nicht mit Zwischenmassregeln be-« fassen.» Somit konnte ich leider nur empfehlungsweisefür jene schweizerischen Städte handeln.
Wenige Tage nach meiner Rückkunft in Bern erhieltder uns so wohlmeinende Minister Perrochel Befehl, in 24Stunden die Schweiz zu verlassen, weil er sich unbehutsamerWeise zwischen den befehlshabenden französischen Generalund die helvetischen Behörden gestellt hatte.
Er begab sich nach Biel, das damals mit Frankreichvereinigt war, um sein ferneres Schicksal allda abzuwarten.Seine von daher erlassenen Briefe beurkunden die günstigstenGesinnungen gegen die Schweiz. Bichon, ein junger Mann,der in den Büreaux der äusseren Verhältnisse in Paris an-gestellt war, ersetzte den braven Mann, mit dem Range einesGeschäftsträgers.
In diesem Zeitpunkte kehrte, wie bekannt, Bonaparteaus Aegypten nach Frankreich zurück. Das ganze Jahr hin-durch, sowohl in Paris, als in Bern, hatte ich mich theilsmit dem helvetischen Finanzminister, theils mit der Regierungselbst herumzubalgen gehabt. Sie verlangten fort und fortSchuldtitel und Geld, besonders die, wie ich früher bemerkte,vcrrathenen Lv. 240,000. Der Finanzdrang war so gross, dasser alle meine Ausflüchte überwog, und so musste meine armebisher gerettete Sparkasse starke Aderlässe erleiden, und ich,nebst einigen Zinsen von den dänischen Obligationen , diesoeben erwähnte Summe ausliefern (Beilage Nr. 53).
Nun erfolgte das grosse Drama, das sich in der Geschichteals der Beginn einer folge- und thatenreichen Zeitreihe dar-stellt, die sich durch schnell fortschreitende, ja oft sich über-rollende Ereignisse, von fortan gesteigertem Belang, im Laufeeines halben Menschenalters entwickelte. Die französische
Perrochel
abgesetzt.
Finanznoth derhelvetischenRegierung.
Bonaparte.
Sturz
des
Direktoriums.