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moralische Freiheit gah. Denn nur Zutrauen oder Ueher-zeugung von gesetzlicher Gesinnung und rechtmässigemWillen der Oberen gebietet Treu und Ergebenheit. Dies warmit den mehligen durchaus nicht der Fall, da (wie die Ver-schiedenheit der Instruktionen bewies) jede Partei nur nachihrer Meinung und in ihrem Sinne gehandelt wissen wollte.
Meine erste Sorge in Paris war, mich mit den neuenGeschäftsmännern Frankreichs in Verbindung zu setzen, heidenen ich gute Aufnahme fand. — Gleich meine erste Privat-audienz hei Bonaparte lehrte mich, dass unserem Geschäfts-gänge, ja seihst unserem Regierungswesen, eine ganz andereRichtung zu gehen sein werde, was folgende Unterredungmit dem Consul deutlich genug anzeigt. Er begann mit derFrage :
«Comment votre révolution s’est-elle faite ?»
Les troupes françaises sont entrées en Suisse, ont ren-versé l’ordre des choses existantes. Le Général Brune a faitnommer d’autres autorités, après avoir exclu toutes les per-sonnes qui y avaient occupé des places avant l’époque de l’entrée.
«Bêtise ! il ne sait point, qu’il faut nouer les opinions. —«Vous vous plaignez de Masséna ; il lui a bien fallu payer,«et on l’avait laissé sans moyens. Je vous ferai rembourser.«Le système de l’unité est-il bien le vœu général chez vous?»
Mes ordres sont de solliciter en faveur de ce système.
«Je crois qu’un peu plus de paternel, un peu plus d’in-«dépendance locale vous conviendrait mieux.»
Der über diese Unterredung, sowie über die imgleichen Sinne lautenden, an mich und Zehner gerichteten,Aeusserungen Talleyrands, abgefasste Bericht an das Direk-torium, bewirkte in Bern eine vollständige Trennung der Par-teien. Die Föderalisten fingen an sich stärker zu fühlen undvereinigten sich mit alten Patriziern, als : Alt-SeckelmeisterFriscliing in Bern, Alt-Statthalter Wyss in Zürich, und vonAlfry in Freiburg etc. etc. Ihrerseits suchten sich die Ein-heitsfreunde (Unitarier) auf alle Weise zu retten. Sowie ich
Audienz
bei
Bonaparte.
Wachsen
der
gemässigtenParteiin derSchweiz.