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Sieg dergemässigtenPartei.JenneralleinigerMinisterin
Paris.
mich jenen angeschlossen hatte, schloss sich Zehner an diese ;und da meine Meinungen und Ansichten mit denen des Con-suls übereinstimmender waren, so fing auch mein Einlhiss,in umgekehrtem Verhältniss mit jenem von Zehner, zu wachsenan. Da ich durch Vorschub meiner Partei die Ruhe derSchweiz gesicherter und mehr Hoffnung für meinen Rettungs-plan sah, so begünstigte ich, soviel von mir abhing, alleswas sich in ihrem Sinne thun liess.
Inzwischen stürzte die Minderzahl des helvetischen Di-rektoriums, Dolder und Savary, die Mehrzahl desselben, La-harpe, Secretan und Oberlin. Am 7. Jänner 1800 wurde eine,aus gemässigten Männern zusammengesetzte neue Vollziehungs-behörde aufgestellt, an deren Spitze der ah-bernische Staats-mann und Seckeimeister von Frischin g stand. Schon am2. Jänner 1800 (12 Nivose 8, siehe Beilage Nr. 55) hatte mirTalleyrand zum Voraus, die Genehmigung dieser Veränderungin der Ordnung der Dinge für die Schweiz, zugesagt.
Den 18. Jänner 1800 (28 Nivose, Nr. 56) wurde dieBilligung derselben officiell in Paris ausgesprochen. Die Folgedieser veränderten Umstände war, dass Zehner und seinSekretariat, so wie auch mein bisheriger Sekretär Fornerodihre Abberufung erhielten und ich als alleiniger Bevollmäch-tigter der Schweiz in Paris zurückblieb. Hr. Briatte , derim Büreau des Innern der Schweiz angestellt, dessen Bruderaber hei dem Exdirektor Glaire Privatsekretär war, wurde mirförmlich, d. h. in der Eigenschaft eines Legations-Sekretärs,beigesellt. Dieser Mann, zwar gemässigt in Gesinnungund Ansichten, gleichwohl aber nicht in meinem Bernersinne‘gestimmt, lebte nun mit mir, aber unbedingtes Vertrauenkonnte unter uns nicht aufkommen. Durch meine nunmehrigeStellung gewissermassen gezwungen, ein sogenanntes gutesHaus zu halten, bezog ich das wirklich sehr schöne Erd-geschoss des der Frau Lareignère gehörigen Hotels, rue EliséeNr. 1, die mir diese Wohnung, auf Empfehlung des Hrn. Haller-von Goumoëns, um 5000 Pfund jährlichen Miethzins, ganz