Buch 
Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
Entstehung
Seite
78
JPEG-Download
 

78

Jennerkehrt nachBern

zurück underhält seineEntlassung.

Neue

Geld-

fovderungen

der

helvetischen

Regierang.

auf eine mit meinem Gefühle für die Ehre des Vaterlandesübereinstimmende Weise zu handeln vermochte. Daher for-derte ich auch bestimmt meine Entlassung, die mir zwar ver-weigert wurde, an deren Statt ich aber einen Urlaub erhielt,in Folge dessen Herr Stapfer provisorisch meine Stelle über-nahm. (Beilage Nr. 09.)

Mitte September 1800 traf ich auf meinem neuerlich er-kauften Landsitze ein. Die Lage der helvetischen Regierung,sowie die anderweitigen Aussichten waren keineswegs geeig-net , mir Muth zu erwecken , und zeigten mir geringe Hoff-nung, der Schweiz und Bern wieder nützlich werden zukönnen. Demnach lehnte ich alle Anforderungen, wieder nachParis zurückzukehren, ah und verlangte in den entschieden-sten Ausdrücken meine förmliche Entlassung, die mir endlichauch, den 15. December, ertheilt wurde. (Beilage Nr. 70.)Nun legte ich in Betreff meiner Mission, eigentlich nur Merk -wiirdigkeits halber, vollständige Rechenschaft ab und erhieltden 2. Jänner 1801 meine volle Erledigung (Beilage Nr. 71),sowie von Paris her, den 18. gleichen Monats, mein Recreditiv.(Beilage Nr. 72.)

Bis in den Herbst 1801 lebte ich von allen eigentlichenStaatsgeschäften entfernt. Nur lag ich noch immer, hinsicht-lich einiger, noch in meiner Gewalt sich befindenden Schuld-titel, mit den helvetischen Finanzbehörden im Kampfe. Diese,fortdauernd von Geld eritblösst, forderten auch ohne Unterlassvon mir (Beilage Nr. 73), was ich doch ferner weder leistenwollte noch durfte. Denn der Wunsch , meiner guten Vater-stadt, was möglich war, zu retten, war auch im wesentlichender Sporn, der mich antrieb, vier volle Jahre in den lästig-sten und beunruhigendsten Geschäften auszuharren ; und nurdann konnte ich mich zufrieden und belohnt fühlen, wennmir an Bern noch einige Früchte meiner Bemühungen abzu-geben vergönnt war. Wie schwierig indessen dieses war,und wie viel geopfert werden musste, um am Ende noch etwaszu behalten, wird und kann dem Leser dieser Dar-