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Den 15. April 1802 vernahm ich in Brunnadern durchHolder, dass bereits zu einer neuen Veränderung des Re-gierungspersonals Massregeln getroffen und Schritte gethanwürden, wovon ich auf der Stelle den Herrn Friselling vonRümligen in Kenntniss setzte. Diese mir bekannt gewordenenUmtriebe bewirkten übrigens, dass ich die Stadt, wo ichunter den mir bewussten allseitigen Umständen zu nichtsGutem helfen konnte und daher auf keinen Fall mich aufeiner Seite verfangen wollte, zn betreten gänzlich vermied.
Samstags den 17. April 1802 erhielt ich von Paris dieNachricht, dass meine zwei Jugendfreunde, beide von Mutach,allda verhaftet und in den Tempel gesetzt worden. Für ihreBefreiung zu wirken, war Pflicht für mich ; daher verfügteich mich zu Verninac, der mir sogleich die verlangten Empfeh-lungen und Zeugnisse zu ihren Gunsten ertheilte. Bei dieserGelegenheit und an dieser Stelle vernahm ich zugleich diewahre Lage der Dinge, nämlich: Dass vor ein paar Stundender Senat in seinen Berufsverrichtungen eingestellt und eineVersammlung von Männern aus allen Parteien und Kantonenzusammenberufen worden — worunter ich seihst mich be-finden sollte. Hier sei mir vergönnt, auf meine Ehre zu er-klären, dass ich zu diesem Werke weder unmittelbar nochmittelbar mitgewirkt habe. Ungern übernahm ich die mirbeschiedene Rolle eines Notablen; doch schien mir unver-fänglich, eine rathende Stimme abzugeben, und ich konntehoffen, Bern einigermassen von Nutzen zii sein. In dieserVersammlung traten überdies gutdenkende Männer auf, wiez. B. Conrad von Escher von der Linth aus Zürich etc. etc.
Ein Verfassungsentwurf, der von Seite der helvetischenRegierung durch Rengger, von Seite der Notablen aber durchWieland von Basel, im Verein mit dem Botschafter Verninacbearbeitet worden, wurde von diesen den Notablen zur unbe-dingten Annahme vorgelegt, jeder Einwurf dagegen beseitigt;— und so hatte die so benannte Notablen-Versammlung ihrEnde.
Umtriebein derSchweiz.
Versammlung
der
Notablen.
Die neueVerfassung.