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Abzug
der
französischenTruppenaus derSchweiz.
Zurück-
forderung
der
bernischen
Schuldtitel.
Erwählung
zum
Staatssekretärder helvet.Republik.
Dieser Verfassung zu Folge wurden drei Landammännerals Vollziehungsbehörde aufgestellt. Diese waren : die HerrenDolder, Rüttimarm von Luzern und Füessli von Zürich. ZumStaatssekretär für das Kriegswesen wurde Herr Schmied vonBasel, — für die Finanzen Herr Wieland von da, — für dieJustiz Herr Meyer von Schauensee von Luzern, — für dasInnere Herr Rengger von Brugg, zum Generalsekretär fürdas Vollziehungswesen und provisorisch zum Staatssekretärfür die äusseren Angelegenheiten Herr Mousson von Morseeerwählt.
Anfangs Juli 1802 kündete ein förmliches Staatsschreibender französischen Consuln der Schweiz den Abmarsch derfranzösischen Truppen mit der ächt französisch-diplomatischenFloskel an: «dass dieselbe nun als definitiv constituirt an-gesehen werde.»
Die neu aufgetretene Regierung konnte nun aber ebensowenig als die vorangegangene ohne Geld ihre Verpflichtungenleisten. Daher wurde alles, wo es immer liegen mochte, zu-sammengesucht. Die Berner Schuldtitel wurden wieder vonder Gemeindekammer der Stadt zurückgefordert, der frühereBeschluss der Uebergabe kassirt und lange darüber hin undhergestritten. So musste ich noch einmal für das Kind meinerSorgen vor den Riss stehen (Beilage Nr. 77).
Inzwischen stellte die Ankündigung des Abmarsches derfranzösichen Truppen die Möglichkeit, in der Schweiz zu einerendlichen Ordnung zu gelangen, in Aussicht, und war we-nigstens — dem Scheine nach — der Zeitpunkt eingetreten,in dem, sozusagen nothgedrungen, die Parteien sich gegenseitigverständigen mussten. Von meinen Freunden angetriebenund durch meine Verbindungen in Frankreich aufgemuntert,dann andererseits wieder in einiger Besorgniss für meinenHauptzweck, die Rettung unseres Eigenthums, glaubte ichdie mir angetragene Stelle eines Staatssekretärs für die aus-wärtigen Verhältnisse nicht ausschlagen zu sollen. So tratich wieder in Thätigkeit, und zwar in der Schweiz seihst,