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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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daran gelegen, die Absichten Frankreichs kennen zu lernen,

Rapp für Bern zu stimmen und dem Elin marsch der fran-zösischen Truppen vorzubeugen. Da wir von den Fensternaus den General Andermatt einziehen sahen, und ich den-selben nannte, liess Rapp ihn rufen. Jener versicherte, dieSchweizer könnten allbereits nicht weit mehr entfernt sein,worauf Rapp drohte, die französischen Truppen auf der Stelleeinrücken zu lassen. Da ich mich aus allen Kräften dagegenaullehnte und es dazu weder an Gründen noch Bitten fehlenliess, so erwiederte er mir: «Wenn Sie solche Zuneigung zu«diesen Leuten tragen, so eilen Sie auf der Stelle zu ihren«Vorposten ; da verdeuten Sie ihnen, dass ich aus Auftrag«und im Name der französischen Regierung mit ihnen zu«sprechen habe und dass ich auf dem Fusse nachfolgen werde.»Verninac stellte die gleiche Forderung an mich; doch ichmachte Bemerkungen, denn ich war durch diese Zumuthungbetroffen, und bedachte, «dass es schicklich wäre, es der Re-«gierung anzuzeigen, und wie ein Pferd zu bekommen«wäre etc.» Rapp erwiederte auf dieses Bedenken : «Partez,«Monsieur lAmbassadeur le dira, ou il le faut et le cheval«qui a amené Monsieur (Andermatt) vous portera.» (BeilageNr. 80).

So bestieg ich, wie ich stand und gierig, d. h. in Jennei , sStrümpfen und Schuhen, das Pferd des helvetischen Generals Vermittlung,und machte mich auf den Weg. Bis an den Wald von Peter-lingen stiess ich auf keine Truppen der verbündeten Schweizer.

Unterwegs hatte ich mit Porta-Collet Pferde getauscht undvon Milden ein Billet an Verninac geschrieben, um ihn wieder-holt zu ersuchen, der Regierung den Grund meiner Ent-fernung anzuzeigen. In dem Wald von Boulai traf ich aufeinige Dragoner unter dem Commando des Herrn von Sinnervon Märcliligen, der mich nicht auf hielt. Bald darauf er-schien ich vor der Colonne des Generals von Wattenwyl,stellte mich vor diesem Befehlshaber und unterrichteteihn von der Lage der Dinge und von der Nothwendig-

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