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keit dafür zu sorgen, dass jedem allfälligen ungebühr-lichen Benehmen gegen den General Rapp, der mir auf demFusse folge, vorgebeugt werde ; was auch durch abgefertigteBefehle sogleich geschah. Der General von Wattenwyl rittseihst mit mir nach Peterlingen, und als wir im Hauptquartiereingetroffen waren, erötfnete ich vor dem gesammten General -stab den ganzen Sachverhalt. Bald darauf langte Rapp selbstan und verfügte sich auf der Stelle zu General Bachmann,dem Obergeneral.
Inzwischen trachtete ich, jenen über die wahre Lage derDinge in besseres Verständniss zu setzen. Er sah Bern alsdie einzige Triebfeder des Aufstandes an und war gegendasselbe sehr missstimmt. Ich suchte nach Möglichkeit ihneines Besseren zu belehren, allein das ihn umgebende Ge-tümmel war zu gross, um Zeit und Mittel dazu zu finden.Da mich nun der General Rapp selbst aufforderte, mit ihmnach Bern zu reisen, und mir selbst viel daran gelegen war,theils zu verhindern, dass er auf dem Wege auf irgend eineWeise gereizt würde, theils auch Zeit zu gewinnen, um dieAbsichten Frankreichs kennen zu lernen und ihn günstigerfür Bern zu stimmen, so nahm ich in seinem Wagen, zugleichmit seinem Aide de Camp Colbert, Platz. Wir langten den0. October Morgens um 4 Uhr im Falken zu Bern an. Baldnach 5 Uhr ging ich zu Herrn Fischer-Sinner, um ihn zubitten, mich zu seinem Herrn Vater, der Präsident der Standes-Commission war, zu begleiten. Gegen 7 Uhr kamen wir heiHerrn Venner Fischer an und fanden hei ihm die HerrenSeckeischreiber von Jenner, Statthalter Bay und Unter-Commissär Alexander Fischer. Nach abgestattetem Berichteüber die bewussten Vorfälle, ersuchte ich diese in Amtsver-richtungen stehenden Herren, jemanden an den General Rappzu senden. Darauf verfügte ich mich ohne weiteren Aufenthaltin Bern zu meiner Familie nach Brunnadern. Hier schrieb ichalsobald an Dolder um meine Entlassung von der Stelle einesStaatssekretärs. für die äusseren Angelegenheiten, so auch