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Gottlieb von Jenner (1765-1834) : Denkwürdigkeiten meines Lebens / herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Eugen von Jenner-Pigott, Fürsprech und Mitglied des histor. Vereins des Kantons Bern
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Rückkehr

der

helvetischenRegierungnach Bern.Demission alsStaatssekretär.

Stellung

Jenners

zur

altbernischen

Partei.

Nach diesem Mittagsm aille, dem von verschiedenen Re-gierungsgliedern auch der Ohrist von Luternau beiwohnte,wurde, da Rapp seihst sich wieder nach Lausanne zurück-begeben wollte, gutgefunden, dass auch ich dahin zuriick-kehren sollte. Ich nahm den Weg über Neuenburg und,nachdem ich in Lausanne meine eigenen Angelegenheiten ge-ordnet hatte, traf den 16. October wieder in Brunnadernein. Den 18., also zwei Tage nachher, trat die helvetischeRegierung, jedoch ohne Kraft und Achtung, wieder in Bernauf. Gleichen Tages reichte ich ein nochmaliges Gesuch umEntlassung ein und erhielt dieselbe. (Beilage Nr. 81.)

Obschon ich in verschiedenem Betrachte eigentlich Berufhatte, mich hei der nach Paris berufenen Consulta einzu-finden, und auch von Verninac das dringende Verlangen anmich gestellt war, mich dahin zu begeben, schrieb ich gleich-wohl vor allem an die Standes-Commission, mit der An-deutung, dass ich die Entscheidung darüber ihrem Ermessenanheimstellte. Aus dem an mich gerichteten Billet Bays,eines ihrer Mitglieder, konnte ich entnehmen, dass sie sichdarüber zu äussern Anstand sah. (Beilage Nr. 82). Da nundie meisten Berner der zur Ernennung von Deputirten nachParis ausgeschriebenen Versammlung nicht beiwohnen woll-ten, so fand ich mich ebenfalls nicht in derselben ein. (Bei-lage Nr. 82). Ich hatte Verninac zwar nicht verhehlt, wieunangenehm meine Lage in Bern sei, zugleich aber erklärt,dass ich durchaus nicht anders, als auf das Begehren derBerner mich nach Paris begeben würde, indem sonst bei dergegen mich herrschenden Missstimmung alles, was sich da-selbst ihren Wünschen entgegen zutragen möchte, mir zurLast gelegt werden würde. Er forderte mich gleichwohlnoch einmal schriftlich dazu auf, und ich wies sein SchreibenBay vor. Aus der Antwort glaubte ich entnehmen zu müssen,dass ich zu Hause bleiben sollte. (Beilage Nr. 88).

Nun konnten auch Briefe von Paris, selbst die von SeiteTalleyrands, mich nicht von meinem einmal gefassten Ent-