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Mitglied deskleinen Ratlies
Sturz
Napoleons.
Auflösung derMediations-Akte.
meiner Correspondenz mit Paris ergab sich mir klar genug,dass sie zu keinem Ziele führen würde, und dies bewog michden Auftrag abzulehnen.
Nun trat ich endlich in die zwar nicht geschäftslose,doch im Vergleich meiner früheren, mir Musse und Gemüths-ruhe vergönnende Stellung eines Mitglieds des kleinen Rathesmeines Kantons ein, in der ich, wie ich mir seihst dasZeugniss geben darf, meinen Verpflichtungen jeder Art nachMöglichkeit Genüge zu leisten mich bestrebte.
Nun war endlich auch der Wendepunkt einer der grösstengeschichtlichen Erscheinungen eingetroffen, indem der Glück-stern des ausserordentlichen Mannes erbleichte, in dessenHänden während der letzten Jahre das Schicksal von ganzEuropa zu liegen schien. Das verhängnissvolle Jahr 1813bedrohete mich aufs Neue in schwierige Geschäftsverhältnissezu verwickeln, denen ich mich schon aus dem Grunde meinerüberhand nehmenden Gehörlosigkeit zu entziehen suchenmusste.
Ich hatte den Ruf erhalten, wieder als Gesandter meinesKantons mich an der ausserordentlichen Tagsatzung in Züricheinzufmden. Da aber in einer unserer Grossen Raths-Sitz-ungen auf die unbehutsamste Weise von geheimen Mittelngesprochen worden war, die mir zu einem gewissen Zweckebei diesem Anlass anvertraut werden sollten, und leicht vonmir vorausgesetzt werden konnte, dass diese Aeusserung inZürich nicht unbekannt geblieben sei, und ich dadurch ineine den Angelegenheiten unseres Kantons nachtheilige Stellungversetzt würde, so blieb mir kein anderer Entschluss übrig,als diese Sendung abzulehnen.
Im Herbste 1813 vermiethete ich meinen Landsitz Brunn-adern an die russische Grossfürstin Anna, und bezog daraufeine Wohnung in der Stadt.
Jetzt war aber auch in Folge des eingetretenen Wende-punkts der Dinge im Grossen, im kleinern Massstabe heiuns der Wendepunkt der politischen Verhältnisse eingetroffen.